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Fall Bohlen: Tatwaffen in Tötensen gefunden

Peinlicher könnte es für die Polizei kaum werden: Erst ganze vier Tage nach dem Überfall auf Dieter Bohlen hat die Kripo die Tatwaffen gefunden. Dabei lagen das Küchenmesser und die Pistole die ganze Zeit auf Bohlens Grundstück.

Nach dem Überfall auf Musikproduzent Dieter Bohlen (52) haben die Fahnder die Tatwaffen gefunden. Es handele sich um eine Schreckschusspistole und ein Küchenmesser, sagte ein Polizeisprecher am Freitag. Bohlen, seine Freundin Carina sowie die Haushälterin und der Gärtner waren von den Tätern am Montag in seiner Villa in Tötensen bei Hamburg bedroht und gefesselt worden. Die Räuber entkamen mit 60 000 Euro und Schmuck.

Mit Metallsuchgeräten hatte die Polizei am Freitagmorgen erneut Bohlens Grundstück abgesucht. Dabei wurden die schwarze Pistole der Marke Valtro und das Messer mit elf Zentimeter langer Klinge und schwarzem Kunststoffgriff gefunden. Mit der Veröffentlichung von Bildern der Tatwaffen erhofft sich die Polizei nach eigenen Angaben neue Hinweise, die zu den Tätern führen könnten.

Wo genau auf dem Grundstück die Waffen gefunden worden waren, wollte die Polizei nicht sagen - beide Objekte hätten aber "versteckt" gelegen. Polizeisprecher Matthias Rose betonte, dass auch ein herkömmliches Küchenmesser "erhebliche Verletzungen" hervorrufen könne. Außerdem seien echte Pistolen und Spielzeugpistolen heute nicht mehr unbedingt voneinander zu unterscheiden.

Bohlen hatte Todesangst

Für Bohlen war der Überfall "der schlimmste Horror meines Lebens". Die Männer hätten immer wieder gedroht, dass sie uns erschießen. "Wir hatten Todesangst", sagte Bohlen der "Bild". Er habe so viel Geld im Haus gehabt, weil sein Sohn bald 18 werde und er ihm zum Geburtstag ein Auto kaufen wolle. Außerdem habe er schon Geld für den Urlaub auf den Seychellen von der Bank geholt. "Normalerweise habe ich nie viel Bargeld zu Hause."

Bereits am Dienstag kritisierte die Polizei Bohlen, der in Interviews den Überfall genau geschildert hatte. "Das sind Detailangaben, die wir ungern in der Zeitung lesen", sagte Rose. Dadurch könnten nicht nur die Ermittlungen behindert werden, sondern auch Schwierigkeiten auftreten, die Täter zu überführen. Aus der Bevölkerung sind laut Polizei bisher 40 Hinweise eingegangen.

DPA / DPA