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Fergie mit Millionenschulden: Eine Herzogin auf der verzweifelten Suche nach Geld

Sie pflegt den Lebensstil einer Prinzessin, doch eigentlich ist sie arm wie eine Kirchenmaus: Sarah Ferguson droht die Insolvenz. Die Herzogin von York muss in den nächsten Monaten Millionen-Schulden abtragen - ob das britische Königshaus der Ex-Frau von Prinz Andrew dabei helfen wird, ist unklar.

Von Cornelia Fuchs, London

Ihre elf Angestellten hat sie schon im vergangenen Monat vor die Tür gesetzt. Anzunehmen ist, dass sie auch den Fitnesstrainer nicht mehr besucht, dem sie fast 80.000 Euro schulden soll. Auch die Anwaltskanzlei in London wird sie nicht mehr anrufen, die ihr eine Mahnung über weit mehr als 220.000 Euro ausstehender Rechnungen geschickt hat.

Stattdessen verkauft Sarah Ferguson, die geschiedene Herzogin von York, Schmuckstücke aus ihrer Zeit an der Seite von Prinz Andrew. Eine Kette aus zwölf mit Diamanten besetzten Blumen soll darunter sein, die sie von der Königin bekommen hat, und Hochzeitsgeschenke des saudischen Königshauses.

Zwischen zwei und fünf Millionen britischer Pfund soll Sarah Ferguson alias Fergie in der Kreide stehen, genaue Zahlen gibt es nicht. "Freunde" der Familie erzählen in der britischen Presse wahlweise davon, wie sich Steuerberater angesichts der Fergusonschen Ausgaben die Haare raufen oder wie besorgt ihr Ex-Ehegatte Prinz Andrew über Sarahs Situation ist. Trotz der Scheidung lebten beide jahrelang gemeinsam in einem Haus und zogen die Töchter Prinzessin Beatrice und Prinzessin Eugenie gemeinsam auf. "Wir sind das glücklichste geschiedene Paar der Welt", hatte Sarah noch vor nicht allzu langer Zeit verkündet.

Geld verzweifelt gesucht

Die Idylle wurde erheblich gestört, als eine britische Boulevardzeitung vor einigen Wochen ein heimlich aufgenommenes Video veröffentlichte, in der Fergie einem als Geschäftsmann getarnten Journalisten Zugang zum Königshaus via Prinz Andrew versprach. Im Gegenzug erhielt sie etwa 40.000 Dollar bar auf die Hand und ihr wurden mehrere Hunderttausend Euro zusätzlich versprochen, wenn ein Treffen zustande kommt. "Sie verstehen, dass ich keinen Pott habe, in den ich pissen kann, oder?", sagte sie dem Journalisten. "Es ist großartig, adelig zu sein", gab sie auch noch bekannt.

Das Treffen zeigte nicht so sehr die angebliche Korrumpierbarkeit von Fergie als vielmehr ihre unendliche Naivität. Welcher Geschäftsmann würde fast eine halbe Million dafür zahlen, um einen Prinzen zu treffen, der zwar im Namen der britischen Wirtschaft durch die Weltgeschichte fliegt, aber ansonsten vor allem für seine exorbitanten Spesenrechnungen und wechselnden Begleitungen bekannt ist?

Und die seltsame Szene zeigte, wie verzweifelt Fergie nach dem Geld griff. Seit ihrer Scheidung im Jahr 1996 lebt Fergie wie eine Prinzessin, kann sich diesen Lebensstil aber eigentlich gar nicht leisten. Anders als Diana, Prinzessin zu Wales, hat Fergie bei ihrer Scheidung keinen guten Deal für sich herausgeholt. Es heißt, sie habe damals den guten Kontakt zu ihrem Ehemann nicht gefährden wollen, auf den Diana in ihrem Fall einfach verzichtete. Das Königshaus dankte Fergie diese nette Geste nicht: Die britische Presse berichtet, sie bekomme gerade einmal 15.000 Pfund Unterhalt im Jahr, weniger als 20.000 Euro.

25.000 Euro für Designerkleider in der Woche

Sogar königstreue Zeitungen müssen zugeben, dass die Queen Fergie mit einer Einmalzahlung von 350.000 Pfund nicht gerade fürstlich entlohnte. Für Normalsterbliche mag das viel Geld sein - für eine Frau, die mit ihren beiden Töchtern Beatrice und Eugenie mithalten muss, immerhin Nummer Fünf und Sechs der Thronfolge, scheint ein Leben unter diesen Umständen fast nicht möglich zu sein.

Eine Boulevardzeitung berichtet, dass dieser Lebensstil regelmäßige Reisen zwischen New York, London und Windsor notwendig machte - mit bis zu 25 Koffern, zwei davon allein für Kosmetikartikel. Es gab tägliche Einkaufstrips in die großen Boutiquen der großen Städte, Designerkleider wurden in Haufen und für über 25.000 Euro in der Woche gekauft - und selten getragen. Champagnerflaschen bestellte Fergie gleich für ihre große Entourage, Dinner sollen oft an Gelage von Heinrich VIII. erinnert haben.

Dass dies nicht gutgehen konnte, wusste Fergie eigentlich. Schon in den 90er Jahren hatte sie Millionen an Schulden angehäuft. Damals ging sie nach Amerika, um dort mit eisernem Willen, einigen Kinderbüchern und vor allem einem lukrativen Vertrag als Werbeikone für Weight Watchers den Ruin abzuwenden. Den Vertrag kündigte sie im vergangenen Jahr, mit zwei Millionen Dollar fühlte sie sich nicht genügend gewürdigt.

Ihr Ex-Mann Prinz Andrew steht zu ihr

Stattdessen investierte Fergie ihr Geld in die "Wellness"- und Medien-Firma Hartmoor, die Pleite ging und fast 800.000 Euro Schulden hinterließ. Die Herzogin scheint ihre Marktmacht völlig falsch eingeschätzt zu haben. Zwar wird sie heute in Großbritannien nicht mehr so gehasst, wie noch kurz nach ihrer Scheidung. Nachdem die Nation sie damals oben ohne bewundern durfte, während ihr Liebhaber ihre Zehen abschleckte, veröffentlichte eine britische Zeitung eine Umfrage, nach der über 80 Prozent lieber mit einer Ziege schlafen würden als mit Sarah Ferguson.

Fergie war damals der Inbegriff der Unbeliebtheit. Prinzessin Margaret, die Schwester der Königin, schickte damals einen Strauß Blumen umgehend an die Herzogin zurück, mit einer handgeschriebenen Notiz: "Wie können Sie es wagen, uns so zu diskreditieren? Und wie können Sie es wagen, mir diese Blumen zu schicken?"

Prinz Andrew hat in der ganzen Zeit zu Fergie gehalten. Er soll auch jetzt bereits in die Tasche gegriffen haben, um seiner Ex-Frau zu helfen. Und er scheint auch seine Mutter davon überzeugt zu haben, dass sie etwas für die Ex-Schwiegertochter tun muss. Königin Elisabeth soll dem Premierminister David Cameron in ihrer wöchentlichen Audienz mitgeteilt haben, dass sie "besorgt" sei über Fergies Schulden. Die Reaktion von Cameron darauf ist nicht bekannt - er kämpft gerade gegen einen staatlichen Schuldenberg von mehr als einer Billiarde Euro.

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