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Geständnis in US-Show: Angelina Jolie spricht über ihre wilden Jahre

Hollywoods Superstar und Übermama Angelina Jolie spricht erstmals im US-Fernsehen über die dunklen Tage in ihrem Leben. Und versetzt gleichzeitig ihre Anhänger mit neuen Gerüchten um ihr Gewicht in Angst und Schrecken.

Von Frank Siering, Los Angeles

Ich habe dunkle Zeiten durchgemacht, schwere Zeiten, und ich habe sie überlebt." ­Erstmals spricht Angelina Jolie am kommenden Sonntag im US-TV über die Zeit vor Brad Pitt. Über ein Leben im Rausch, ein Dasein ohne Boden, ohne Grenzen. "Ich bin nicht jung gestorben, ich hatte sehr viel Glück", fährt die 36-Jährige im Interview mit dem Reporter Bob Simon von der Nachrichten-Show "60 Minutes" ungewöhnlich ehrlich fort. Andere Kollegen hätten nicht soviel Glück gehabt, sagt Jolie weiter: "Sie haben gewisse Dinge nicht überlebt."

Gewisse Dinge? ­Jolie zeigt sich keusch, will die Details nicht preisgeben und ist sich doch im Klaren darüber, dass jeder weiß, was gemeint ist. Vielleicht ist es ihr als sechsfache Mutter heute auch einfach nur peinlich, über ihre angeblichen Drogenexperimente zu plaudern. Oder über ihre von Ex-Mann Ex-Mann Billy Bob Thornton immer wieder bestätigten Sex-Exzesse, die dubiosen und viel zu sinnlichen Kusseinlagen mit dem eigenen Bruder.

Und dann waren da ja auch noch die mit dem Blut von Thornton gefüllten Ampullen, die sie als Schmuckstück am Körper trug, als sie den roten Teppich herunterschlenderte. Im Interview sagt Jolie dazu nur: "Ich habe zu viele gefährliche Sachen gemacht, zu oft das Schicksal herausgefordert. Ich dürfte eigentlich gar nicht mehr hier sein."

Die Mutter Teresa Hollywoods

Angelina Jolie, eine der schönsten Frauen der Welt, führt heute ein ganz anderes Leben. "Mutter, Aktivistin, Künstlerin", so sieht sie sich selbst am liebsten. Als UN-Botschafterin fliegt sie in gefährliche Regionen der Welt, tut viel Gutes, spendet - so wird es in Hollywood verbreitet - mehr als 30 Prozent ihrer Einnahmen jedes Jahr für wohltätige Zwecke.

Zusammen mit Brad Pitt hat sie drei Kinder adoptiert und selbst drei eigene zur Welt gebracht. "Ich möchte nicht, dass man sich an mich als Star erinner, sondern als einen Menschen, der es zumindest versucht hat, positiven Einfluss zu nehmen", so Jolie.

Doch ihr Einsatz als Aktivistin und Mutter scheint arg an ihr zu zehren. Nicht nur im TV-Interview sieht Jolie alarmierend dünn aus, das Magazin "Grazia" berichtet in seiner neuesten Ausgabe, Jolie nehme am Tag derzeit nur "600 Kalorien zu sich". Viel zu wenig für einen erwachsenen Menschen. In dem Artikel zitiert das Klatschmagazin eine anonyme Quelle, die wissen will, dass die Schauspielerin den Tag mit nicht mehr "als mit einem Teelöffel Kokosnuss-Öl und einer Handvoll Cornflakes" beginne.

Ernährungsbereater spekuliert über "Hungerdiät"

Tatsächlich lassen die jüngsten Fotos von Jolie in Vietnam erahnen, dass die Weggefährtin von Mr. Pitt im Moment tatsächlich viel zu dünn ist. "Ein erwachsener Mensch sollte mindestens 1500 Kalorien am Tag zu sich nehmen", sagt Jackie Keller, Direktor des Ernährungsinstituts NutriFit in Los Angeles.

Keller kennt Jolie gut. Im Jahre 2005 stellte sie für die Schauspielerin den Ernährungsplan zusammen. Damals drehte Jolie den Streifen "Mr. and Mrs. Smith". Jolie habe während der Dreharbeiten "sehr gesund gegessen, viel Steak, Lachs, Gemüse, rund 1500 Kalorien am Tag." Mit der Einnahme von weniger als 800 Kalorien am Tag, so fährt Keller fort, begebe sich jeder Mensch in eine sogenannte "starvation diet", also eine ungewollte und sehr gefährliche Hungerdiät.

Ob es der ständige Reisestress ist, der ihr den Appetit nimmt, oder die sechs Kinder, um die sie sich mit nur einer Nanny selbst kümmert, Jolie will es nicht sagen. Kurz nach dem Tod ihrer geliebten Mutter Marcheline in 2007 gab Jolie das einzige Mal zu, dass sie "viel Gewicht verloren hatte", weil es einfach "emotional eine schwere Zeit für mich war."

Nur die von der Klatschpresse so häufig herbeigeredete angebliche Krise mit Partner Pitt, die erstickt sie im aktuellen TV-Interview mit einem süffisanten Kommentar im Keim. "Wissen Sie", erzählt sie Reporter Simon, "ich habe immer noch eine recht wilde Seite. Doch die ist jetzt nur noch für Brad bestimmt."

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