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Interview in US-Talkshow Heidi Klum redet Klartext zum Thema Scheidung


Die sonst so verschlossene Heidi Klum spricht plötzlich in einer Talkshow ausführlich über ihr Privatleben. Und US-Mediendienste amüsieren sich köstlich über ihren neuen "Boyfriend".
Von Frank Siering, Los Angeles

Interviews mit Heidi Klum und deutschen Pressevertretern werden meist wie folgt eingeleitet: "Bitte keine einzige Frage zum Privatleben von Heidi, sonst brechen wir das Interview sofort ab." Amerikas neue Klatschtante Katie Couric, die einst Frühstücksmoderatorin war, unlängst als Nachrichtensprecherin der Primetime-News scheiterte und sich jetzt als Ersatz für Oprah Winfrey mit einer Nachmittagsstalkshow versucht, hatte offensichtlich keine solche Richtlinie aus dem Heidi-Lager erhalten. Entgegen aller Gepflogenheiten wollte Couric zunächst einmal erfahren, wie sich das so anfühlt, wenn man eine Scheidung durchlebt. Und Heidi, ganz gefasst und durchaus freundlich, legte gleich ordentlich los: "Schrecklich", sei das und "verletzend". Besonders, "weißt du, Katie, besonders, wenn du ständig in den ganzen Magazinen zu sehen bist auf all den Klatschseiten."

"Ich habe niemals einen anderen Mann angeschaut"

Couric nickte zustimmend, schließlich kennt sie dieses Gefühl selbst ganz gut - und wartete auf mehr. Heidi gehorchte: "Ich glaube an das Märchen", fuhr die 39-Jährige fort, "an das Märchen, dass man, wenn man 'Ja, ich will' sagt, es für immer meint." Aber für immer sei halt manchmal doch nicht für immer. "Ich weiß auch nicht, du weißt nie, was passieren kann. Das Leben ändert sich", philosophierte die deutsche Karnevalistin mit Wohnsitz in Beverly Hills.

Natürlich musste sie auch noch einmal auf die Vorwürfe ihres baldigen Ex-Mannes eingehen, der in einem Anflug von purer Eifersucht einem Kameramann in die Linse gesagt hatte, Heidi habe es "mit der Hilfe angehen lassen". Die Hilfe, das weiß mittlerweile die ganze Welt, ist Martin Kirsten, seit vier Jahren Bodyguard im Klum-Clan.

"Ich habe niemals auch nur einen anderen Mann angeschaut", so Klum über ihre siebenjährige Ehe zu Seal. Sie sei es "gewohnt", dass Seal manchmal "eine sehr merkwürdige Wortwahl treffe". Es habe ihr nicht gefallen und viel wichtiger, "natürlich war das nicht wahr", was der Schmusesänger mit nachgesagtem Macho-Temperament da zu nächtlicher Stunde von sich gegeben habe.

Wahr hingegen, und das ist dann wohl der echte Scoop für "Katie" in ihrer dritten ausgestrahlten, aufgezeichneten "Live-Show" gewesen, sei die Tatsache, dass Klum tatsächlich ein Verhältnis mit Kirsten habe. "Ich vertraue ihm mit meinen Kindern. Er ist ein großartiger Mann und wir haben uns in letzter Zeit von einer ganz anderen Seite kennengelernt", so Klum.

Und weiter: "Ich weiß gar nicht, wie ich das im Moment bezeichnen soll. Ich weiß nicht, in welche Richtung es sich entwickeln wird."

"TMZ" titelt: "Ja, ich bumse den Bodyguard"

Heidi mag es noch nicht wissen, diverse amerikanische Klatschportale sehr wohl. "TMZ.com" titelte kurz nach der Talkshow: "Yes, I am banging the Bodyguard". Übersetzt heißt das so viel wie: "Ja, ich bumse den Bodyguard." "People.com" zeigte sich etwas reservierter, indem sie es als "blühende Romanze" bezeichnete. Und die "Huffington Post" holte aus mit der Nachricht: "Heidi gibt Romanze mit Bodyguard zu".

Irgendwann in den 40 Minuten mit Heidi, die einen komischen schwarzweißen Einteiler trug, der irgendwie an einen Rennanzug aus der Formel 1 erinnerte, musste Katie dann auch notgedrungen ein bisschen Product Placement für "Heidi Inc." (Couric) betreiben, ihre neue Kinderkollektion für die Firma "Babies'R'Us" vorstellen, ein paar Twitter-Fragen beantworten und eine hochschwangere Frau mit einer Heidi-Krippe beglücken.

Das Publikum klatschte artig, Katie Couric lud sich schnell noch selbst zum Halloween-Fest ein, das Heidi auch in diesem Jahr feiern möchte (Klum: "Ich arbeite schon an einem Kostüm"), und schon war der Auftritt von "the german Überfrau" wieder vorbei.


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