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"Women Who Work" Ivanka Trump veröffentlicht ihr Buch - und die Kritik ist größtenteils vernichtend

Die US-Präsidententochter Ivanka Trump hat ein neues Buch herausgebracht
Die US-Präsidententochter Ivanka Trump hat ein neues Buch herausgebracht
© Jewel Samad/AFP
"Arbeitende Frauen", heißt das neue Buch von Ivanka Trump. Die Präsidententochter gibt darin unter anderem Ratschläge, wie man Familie, Karriere und Freizeit unter einen Hut bringen kann. Nicht allen gefällt das.

US-Präsidententochter Ivanka Trump sorgt mit der Veröffentlichung eines Ratgebers für arbeitende Frauen für Aufsehen. In dem neuen Buch mit dem englischen Titel "Women who Work: Rewriting the Rules for Success" gibt die 35-Jährige anderen Frauen Ratschläge dazu, wie sie Karriere, Familie und Freizeit unter einen Hut bringen können. Nach eigenen Angaben schrieb Ivanka Trump den Ratgeber, bevor ihr Vater im November überraschend zum US-Präsidenten gewählt und sie selbst anschließend zu seiner Beraterin wurde. Ihr erstes, 2009 erschienenes Buch, war ein Bestseller.

Das Werk gibt Einblicke in das privilegierte Leben der dreifachen Mutter, die gemeinsam mit ihrem Ehemann noch Geschäftsanteile im Wert von bis zu 740 Millionen Dollar besitzen soll. Obwohl sie an der ein oder anderen Stelle ihre Privilegien einräumt, geht sie nur flüchtig auf ihre Hilfen wie Tagesmutter und Putzfrau ein. Der Ratgeber steht damit in Kontrast zu dem täglichen Spagat, dem sich arbeitende Frauen der Mittelschicht oder Arbeiterklasse ausgesetzt sehen. In extrem hektischen Zeiten, wie dem Wahlkampf ihres Vaters beispielsweise, habe sie sich "keine Massage gegönnt" oder viel Zeit für ihr Äußeres aufgewendet, schreibt Trump etwa.

Reaktionen auf das neue Buch von Ivana Trump

Prompt folgen die ersten kritischen Stimmen dazu. Als Tochter eines Milliardärs habe sie ja nicht viel für ihren Reichtum leisten müssen, so ein weit verbreiteter Vorwurf. Ihre Alltagstipps seien zudem fernab von der Realität der breiten Masse. Eine Auswahl der Reaktionen in der Presse und auf Twitter. 

"New York Times": Selbstverwirklichung ist die alles einnehmende Kernthese von "Women Who Work". Daher ist das Buch nicht wirklich angreifend, aber dafür witzlos zweitrangig. Es wiederholt durchgehend die Weisheiten anderer anerkannter Selbsthilfe- und Berufsratgeber (…). Großzügig von den Leistungen anderer zu profitieren scheint ein trumpscher Charakterzug zu sein. Zeitweise liest es sich wie die beste Uni-Abschlussrede aller Zeiten." 

"Business Insider": Das Buch (…) liest sich wie eine Collage von unzähligen Essays und Artikeln für weibliche Unternehmerinnen, die im vergangenen Jahrzehnt geschrieben wurden. Nicht alle ihre Ratschläge sind daher schlecht, es ist nur kaum etwas davon neu." 

"National Public Radio": Die Melange aus Zitaten und Aufzählungen gibt dem Buch mehr die Optik eines Eintrages auf Pinterest als dem eine Karriereratgebers.

Auch im Netz gehen manche mit dem Buch hart ins Gericht:

"Ivanka zitiert Nietzsche nach weniger als 50 Seiten ihres Buches."

"Herzlichen Glückwunsch zum neuen Buch. 'Regeln des Erfolges' In der Tat! Hast du einen Tipp, wie ich das mit dem "sei die Tochter des Präsidenten" schaffe?"

"Ivankas neues Buch kommt raus während Donald plant, die 'Let Girls Learn'-Initiative zu beenden. Stärkung für mich, aber nicht für die."

"Großartig, wenn Dein Buch auch die Aufmerksamkeit bekommt, die es verdient."

So vernichtend kritisch sind aber natürlich nicht alle Stimmen:

"Associated Press": Ivanka Trump bietet ehrliche Ratschläge für Frauen zu den Themen Karriere machen, den Ausgleich zwischen Familien- und Berufsleben und der Suche nach persönlicher Erfüllung.

"Frauen, die sich über Ivanka Trumps Buch aufregen, sind entweder faul oder einfach neidisch. Tut mir leid, aber sie wird auf jeden Fall für mindestens vier bis acht Jahre noch da sein."

 

fin mit Agentur AFP

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