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Immobilien-Streit: Jérôme Boateng muss 300.000 Euro nachzahlen

Meist geht Jérôme Boateng als Sieger vom Platz, vor Gericht hatte er nun aber weniger Glück: 300.000 Euro schuldet der Fußball-Profi seinem Makler. Diese Summe kommt nun noch auf den Kaufpreis seiner Villa oben drauf.

Fußball-Weltmeister Jérôme Boateng

Vor Gericht reichte Jérôme Boatengs Verteidigung nicht aus

Das Landgericht München I hat seine Entscheidung getroffen: Fußball-Profi Jérôme Boateng muss Maklergebühren in Höhe von 300.000 Euro nachzahlen. Die Immobilienfirma hatte Boateng beim Hauskauf unterstützt. Vor Gericht legte der Makler einen entsprechenden Vertrag vor, der im Mai 2016 geschlossen worden war. Da half es dem Weltmeister auch nichts, dass er angeblich von einem Freundschaftsdienst ausging: Laut Gericht muss sich Boateng an diese Abmachung halten. Nun will er in Berufung gehen.

Makler fand Boateng eine Villa in Münchner Vorort

Die Männer hatten sich kennengelernt, weil ihre Kinder denselben Kindergarten besuchen. Der Makler war nach eigenen Angaben in erheblichem Maße an den Vorbereitungen für den Hauskauf beteiligt, vor allem an der Einholung eines Gutachtens und an den Kaufpreisverhandlungen. So habe er den Preis um eine halbe Million Euro heruntergehandelt. Boateng erwarb die Villa im Münchner Vorort Grünwald schließlich im Juni 2016 für 7,4 Millionen Euro.

Boateng zahlte die Maklergebühr jedoch nicht, weil er die Abmachung als Freundschaftsdienst im privaten Rahmen verstanden hatte. Der Fußballer habe dem Makler schlichtweg vertraut, sagte sein Anwalt. Die Vereinbarung vom 18. Mai 2016 sei nicht wirksam, weil sie für Boateng völlig überraschend gewesen sei und ihn unangemessen benachteilige.

Richter zeigte Verständnis für Fußball-Profi

Der Vorsitzende Richter hatte bei der mündlichen Verhandlung im Januar durchaus Kritik an dem Verhalten des Maklers geübt: An Boatengs Stelle wäre er auch enttäuscht, wenn ein naher Freund, "mit dem man herzlich engagiert WhatsApp-Kontakt pflegt", mit einer derartigen Provisionszahlung daherkäme.

Doch am Ende war es für das Gericht eindeutig, dass sich Boateng an den Vertrag mit dem Makler halten muss. Er sei auch nicht von ihm "überfahren" worden und habe genau gewusst, was er unterschreibe. Das gehe zum Beispiel aus mehreren WhatsApp-Nachrichten hervor, die sich die beiden gegenseitig schickten. 

fri / DPA