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Jenny Elvers-Elbertzhagen im TV: "Ich hab' zum Schluss Komasaufen gemacht"

Jenny Elvers-Elbertzhagen hat den Entzug hinter sich. Die Sucht aber muss sie jeden Tag neu besiegen. In einer RTL-Dokumentation spricht die 40-Jährige über ihren Kampf gegen den Alkohol.

Eine Flasche Wein, eine Flasche Sekt und eine Flasche Wodka am Tag waren zuletzt die Menge an Alkohol, die Jenny Elvers-Elbertzhagen am Tag trank, um ihren Pegel zu halten. Wenn sie die nicht bekam, hatte sie Ängste und Depressionen.

Über ihre Sucht und den schwierigen Weg hinaus berichtete die 40-Jährige in der Sendung "Die Alkoholbeichte! Jenny Elvers - die ungeschminkte Wahrheit". Die Dokumentation, die über mehrere Monate entstand, zeigte RTL am Montagabend. Frauke Ludowig führte durch die Sendung und sprach mit Jenny Elvers.

Heute zuletzt an Alkohol gedacht

Wann sie zum letzten Mal an Alkohol gedacht habe, wird die Schauspielerin am Anfang der Sendung gefragt. "Heute", antwortet Jenny Elvers. Sie beschreibt in der Dokumentation, wie ernst ihre Situation war, als sie sich in stationäre Behandlung begab.

"Ich hab' zum Schluss Komasaufen gemacht", sagt Elvers. Schonungslos spricht sie über ihre Sucht, wirkt dabei sehr reflektiert und ernst. Sie erzählt über die vielen Stationen, in denen sie zur Alkoholikerin wurde. Beispiel Hotel: Man müsse schon sehr selbstbewusst morgens an die Rezeption gehen, wenn man die Rechnung zahle, sagt sie. Denn auf die Frage "Hatten Sie etwas aus der Minibar?" habe sie schließlich antworten müssen: "Alles".

Über Monate begleitete das RTL-Team um Frauke Ludowig die ehemalige Heidekönigin, die im vergangenen Herbst mit einem alkoholisierten Auftritt in einer NDR-Sendung Schlagzeilen gemacht und sich dann in den Entzug begeben hatte.

Die Dreharbeiten mit Jenny seien auch für Ludowing ein intensives Erlebnis gewesen, heißt es bei RTL: "Es war sehr persönlich, sie hat sich sehr auf mich fokussiert und die Kameraleute und alles andere ausgeblendet", sagt die Moderatiorin. "Sie sagte, dies wäre die einzige Möglichkeit für sie gewesen, sonst hätte sie das gar nicht alles erzählen können."

Jennys Mut, sich zum Schritt in die Öffentlichkeit zu überwinden, habe sie beeindruckt, sagt Ludowig. "Mir kamen manchmal die Tränen, da habe ich gemerkt, es fällt ihr so schwer, das Ganze hat ihr so viel Kraft geraubt." Auch ihr selber sei es an die Nieren gegangen, Jenny so ehrlich über ihre Erlebnisse reden zu hören. "Das war hart, aber für sie ist es natürlich noch um Längen schlimmer, sowas durchzumachen", erzählt die Moderatorin.

Dass der Weg aus der Sucht schwer ist und jeden Tag neu erkämpft werden muss, hatte Jenny Elvers zuvor in einem Interview mit der Zeitschrift "Gala" berichtet. Auch Wochen nach einer Entziehungskur träumt sie oft von Alkohol. "Ich träume mit einem schlechten Gewissen davon, dass ich etwas getrunken habe", sagte sie der "Gala". "Dass ich bewusst rückfällig werde, davor habe ich Angst. Dass ich bewusst sage: Ihr könnt mich alle mal! Ich ergebe mich dem!"

Nach dem TV-Auftritt beim NDR hatte ihr Mann das Alkoholproblem öffentlich gemacht. Mit seiner Unterstützung hatte sich die Schauspielerin in eine Entzugsklinik begeben: "Der Arzt hat bei der Einlieferung gesagt: Sie haben noch sechs bis acht Wochen zu leben. Wenn ich in der Dosis weitergemacht hätte, wäre es dazu gekommen."

Sie habe stets perfekt sein und kontrolliert handeln wollen, begründete Elvers ihre Sucht. Daraus seien Depressionen und permanente Schlafstörungen entstanden. Sie habe jeden Tag Schlaftabletten genommen und Rotwein getrunken. Zu einem Glas Rotwein sei ein zweites gekommen, dann "ein drittes Glas, eine Flasche. Um dann fit in den Tag zu kommen, habe ich morgens ein Glas Prosecco getrunken, an guten Tagen Champagner. Um zu funktionieren."

Die 40-Jährige ist hoffnungsvoll, ihr Leben wieder neu gestalten zu können. "Eigentlich bin ich ein lebensbejahender Mensch. Das Gefühl möchte ich wieder aktivieren."

anb