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Jubiläum: Charles verstohlene Blicke - Werde ich der nächste sein?

Vor 50 Jahren wurde Königin Elizabeth II. gekrönt. Ihrem Sohn - Prinz Charles - war bei den Feierlichkeiten die Frage, ob er den Thron besteigen wird, ins Gesicht geschrieben.

Das waren noch Zeiten. Als Königin Elizabeth II. am 2. Juni 1953 im zarten Alter von 27 Jahren gekrönt wurde, harrte eine halbe Million Briten in strömendem Regen auf den Straßen Londons aus, um die Entbehrungen der tristen Nachkriegsjahre wenigstens für ein paar Stunden in Glanz und Jubel zu ertränken. «Es war das erste Mal, dass wir als Nation wieder richtig aufatmen konnten», erinnerte sich Maureen Jupp, damals und heute Küsterin in der Krönungskirche Westminster Abbey.

Seit 50 Jahren auf dem Thron

Seit der Krönung von Wilhelm dem Eroberer 1066 werden im Westminster Abbey - dem «House of Kings» - englische Monarchen auf den Thron gehoben und zur letzten Ruhe getragen. Am Montag war das Meisterwerk gotischer Architektur Schauplatz für ein Spektakel, das sich so vielleicht nicht wiederholen wird. Das 50. Jubiläum der Krönung von Königin Elizabeth II. (77) wurde mit einem Festgottesdienst gefeiert. In der fast 1000-jährigen Geschichte des britischen Königshauses haben es vor der heutigen Queen nur vier Monarchen geschafft, länger als ein halbes Jahrhundert auf dem Thron zu bleiben.

Ohne Prunk

Beim Krönungsjubiläum wurde ganz bewusst auf den Pomp verzichtet, der die Feiern zum Goldenen Thronjubiläum vor einem Jahr gekennzeichnet hatte. Damals hatte eine Million Monarchie-Fans die Prachtstraße vor dem Buckingham-Palast gesäumt. Am Montag fanden sich dagegen nur wenige tausend Menschen vor dem Westminster Abbey ein, um von der dort versammelten Königsfamilie einen Blick zu erhaschen.

Königliche Anerkennung für Camilla

Die Queen nutzte den Gedenkgottesdienst, um auf ihre Weise Zeichen zu setzen. Sie schickte eine persönliche Einladung an Camilla Parker Bowles, die langjährige Freundin des Thronfolgers Prinz Charles. Zwar durfte die 55-Jährige nicht bei den Royals Platz nehmen, aber ihre Präsenz wurde am Montag von der BBC eindeutig als Indiz ihrer zunehmenden Akzeptanz gewertet. Mit der Geste, so fand der «Guardian» am Montag, wurde Parker Bowles erstmals ganz offiziell königliche Anerkennung zuteil.

Charles, so meinten Hofbeobachter, könnte sich nun vielleicht doch Hoffnungen darauf machen, die geschiedene Parker Bowles eines nicht zu fernen Tages heiraten zu können. Die gemeinsame Teilnahme an dem wichtigen Gottesdienst zum Krönungsjubiläum könnte durchaus dazu beitragen, die Bedenken noch skeptischer Kirchenführer «aufzuweichen», spekulierte die BBC.

Wird Charles der nächste sein?

Die Körpersprache des Thronfolgers während des Gottesdienstes ließ darauf schließen, dass auch er die Gedanken in die Zukunft wandern ließ. Flankiert von seiner Mutter auf der einen und seinem ältesten Sohn, Prinz William (20), auf der anderen Seite, schoss Charles immer wieder verstohlene Blicke in Richtung seiner entfernt sitzenden Geliebten. Ihn dürfte nach 51 Jahren im Wartestand wohl die Frage beschäftigt haben: «Werde ich der nächste sein»?

Anna Tomforde / DPA
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