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Chanel-Kreativdirektor : Karl Lagerfeld mit 85 Jahren in Paris gestorben

Karl Lagerfeld, der berühmteste deutsche Designer aller Zeiten, ist im Alter von 85 Jahren in Paris verstorben. Chanel bestätigte die Meldung.

Wie Chanel am heutigen Dienstagvormittag bestätigte, ist Karl Lagerfeld im Alter von 85 Jahren in Paris gestorben. Er soll am Montagabend ins Krankenhaus eingeliefert worden sein. 

Karl Lagerfeld: Tod mit 85

Seit Wochen haben sich Gerüchte gehalten, Lagerfeld sei erkrankt. Im Januar fehlte der berühmte Designer das erste Mal überhaupt bei der Haute-Couture-Schau von Chanel. Das Modehaus erklärte Lagerfelds Abwesenheit damals mit "Müdigkeit". Auch bei einer zweiten Show Anfang des Jahres fehlte der Hamburger. "Herr Lagerfeld fühlte sich erschöpft und hat die Leiterin seines Studios, Virginie Viard, gebeten, ihn zu vertreten", hieß es in einem Statement von Chanel. Fans des Designers waren zunehmend beunruhigt. Schließlich hatte Lagerfeld bis dahin keine Modenschau von Chanel verpasst. 

Lagerfeld selbst versuchte erst kürzlich, die Spekulationen zu seinem Gesundheitszustand im Keim zu ersticken. Auf Instagram postete er ein Video von sich, in dem er seiner Freundin und der ehemaligen Chefredakteurin der französischen "Vogue", Carine Roitfeld, zu dem Erfolg ihres Magazins "CR Fashionbook" gratulierte. Im Video wirkte Lagerfeld jedoch gebrechlich und erschöpft.

Abschied einer Legende: Karl Lagerfeld: Das schillernde Leben des Mode-Genies
Karl Lagerfeld in seinen frühen Jahren

Geboren wurde Karl Otto Lagerfeld in Hamburg als Sohn des Kondensmilch-Fabrikanten Otto Lagerfeld und dessen Frau Elisabeth. Über das genaue Geburtsjahr des Modeschöpfers herrschte lange Unklarheit. Lagerfeld selbst gab stets an, 1938 geboren worden zu sein, später 1935. Tatsächlich erblickte er aber bereits zwei Jahre zuvor, nämlich 1933, das Licht der Welt

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Ikone der Modebranche

Mitte der 50er Jahre begann er in Paris große Couture-Häuser wie Balmain, Patou, Chloé oder Fendi zum Erfolg zu führen. Er habe sich schon immer für Kleider interessiert, ohne zu wissen, dass man das Mode nenne, sagte Lagerfeld einmal in einem seiner zahlreichen Interviews. Als Kreativdirektor übernahm er 1983 Chanel. Ein Wechsel, der für das französische Modehaus wegweisend war. 

Der deutsche Modeschöpfer rüttelte die traditionsreiche Luxusmarke aus ihrem Dornröschenschlaf. Die typischen Tweedstoff-Jacken poppte er mit Bändern und Fransen neu auf, Haute-Couture-Kleider kombinierte er mit Sportschuhen. Treu blieb er dem klassischen Cocktailkleid und dem rosa Kostüm. Kollektionen unter seinem eigenen Namen entwarf er ab Mitte der 70er Jahre. Heute hinterlässt der Wahlpariser ein Modeimperium, dessen Wert auf mehrere Millionen Euro geschätzt wird.

Seine Mode war elegant, minimalistisch und innovativ. Unvergesslich sind das kleine Chanel-Jäckchen, die tiefe Rücken-Dekolletés, seine Wollmäntel mit Gürtelschließe am Kragen. Lagerfeld hat klassische Formen erneuert und "Looks" geschaffen. Er schickte die schönsten Models über die Laufstege, darunter Claudia Schiffer und Inès de la Fressange.

Legendäre Sprüche des Modeschöpfers

Legendär waren Lagerfelds Aussprüche. Über seine Haut sagte er: "Ich gehe nicht mehr in die Sonne. Schon seit Ewigkeiten nicht mehr. Ich will nicht aussehen wie eine alte Schildkröte." Über seine Ausbildung sagte der Besitzer von 300 000 Büchern: "Ich habe ja im Grunde nie etwas gelernt. Ich habe nicht einmal Abitur gemacht und nix." Vernichtend war das Urteil des Modezaren über Freizeitkleidung: "Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren." 

Und es war auch seine mysteriöse Aura, die Lagerfeld Kultstatus verlieh. Während er selbst sagte, er sei 1935 geboren, gab es immer wieder Gerüchte, der in Hamburg geborene Modeschöpfer sei eigentlich älter. Mit ihm geht einer der berühmtesten und faszinierendsten Deutschen.