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Hamburg Problem-Immobilie: Darum will keiner die Hamburger Villa von Karl Lagerfeld

Karl Lagerfelds ehemalige Villa in Hamburg
Dorische Säulen, parkähnlicher Garten: 1997 feierte Karl Lagerfeld in seiner "Villa Jako" die Einführung seines gleichnamigen Parfüms
© Kay Nietfeld/ / Picture Alliance
Er nannte sie liebevoll "Villa Jako": Das ehemalige Haus von Karl Lagerfeld in Hamburg steht zum Verkauf. Elbblick und Traumgarten inklusive. Trotzdem gilt die Villa als Problemfall.

Unverbaubarer Elbblick, nicht einsehbarer Garten und 343 Quadratmeter purer Luxus mitten im Hamburger Nobelstadtteil Blankenese: Karl Lagerfeld war vernarrt in dieses Haus. Liebevoll nannte der 2019 verstorbene Modeschöpfer es "Villa Jako", widmete ihm sogar ein Fotobuch mit dem Titel "Ein deutsches Haus". Das prächtige und tempelartige Anwesen steht 23 Jahre nach Lagerfelds Auszug wieder zum Verkauf. Das könnte allerdings schwierig werden.

Dabei liest sich das Exposé wie ein Stein gewordener Traum: "Putzfassade mit Säulen und historischen Figuren, Holzsprossenfenster, Alarmanlage, voll unterkellert. Errichtet auf einem zirka 11.725 m² großen Grundstück in schönster Lage." Mit diesen Worten wird das Objekt von einer vornehmen Immobilienfirma derzeit für 9,85 Millionen Euro angeboten. Ein Schnapper. Noch vor wenigen Wochen sollte es achtstellig kosten. Zugeschlagen hat trotzdem noch niemand.

Das Gebäude hat eine lange Geschichte. Schiffsversicherer Hermann Johannes Friedrich Witte baute die Villa 1922. Für das Gebäude mit den mächtigen vier Säulen auf der Gartenseite scheute er weder Mühe noch Kosten. Doch keine vier Jahre nach der Fertigstellung verkaufte er sein kleines Paradies wieder. Der Hamburger Jurist Alfred Schüler erwarb das Grundstück, stockte eine zweite Etage auf und zog mit seiner Familie ein. Die damalige "Villa Schüler" blieb 50 Jahre in Familienbesitz. Bis Karl Lagerfeld kam.

Karl Lagerfeld verwirklichte sich in der "Villa Jako"

"Ich mag Häuser, weil ich vielleicht gerne Architekt wäre - und weil ich wahnsinnig gerne einrichte", sagte der deutsche Modeschöpfer 1990 in einem Interview mit dem stern. Kurz darauf erwarb Lagerfeld die Blankeneser Villa. Er ließ Decken vergolden, die Wände von Hand bemalen, zog Marmorfußböden ein und stellte Designermöbel auf. Ein Millionenprojekt. 1997 der Höhepunkt: Lagerfeld nutzte die frisch renovierte Villa, um sein neues Parfüm vorzustellen. Es hieß wie sein Haus: "Villa Jako". Kurz danach verlor er das Interesse. Angeblich auch, weil er in dem Haus die Stimmen seiner hanseatischen Eltern vernommen haben soll.

1998 wechselte das Haus erneut den Besitzer. Der Gründer der Plattenfirma Edel AG, Michael Haentjes, erwarb das Anwesen. Als er das Haus zum ersten Mal betrat, habe es "Klick gemacht", sagte er 2018 der "Welt". Doch seine damalige Frau war weit weniger begeistert. Für sie war der Erwerb des Hauses "ein Schock, das Haus ein Horror, die einzige Rettung der Garten“, sagte sie der Zeitung.

Haus steht unter Denkmalschutz

Die Strenge des Hauses, das von seiner Gestaltung auch ein Mausoleum sein könnte, ist nur eine der vielen Gründe, warum die Villa als Problem-Immobilie gilt. Das Haus steht unter Denkmalschutz, An- und Umbauten sind deshalb so gut wie ausgeschlossen. Auch die extreme Hanglage auf dem schmalen Flurgrundstück ist nicht nach jedermanns Geschmack.

Seit 2003 suchte das Grundstück nach Informationen des "Manager Magazins" mehrfach einen Käufer. Vergebens. "Es ist ein Haus für Liebhaber", sagte Eigentümer Haentjes dem "Hamburger Abendblatt". So einen zu finden, ist offenbar gar nicht so einfach.

Quellen: WeltHamburger Abendblatt

mai

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