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"Punkt 12" Friseure laufen Sturm gegen Haarschneide-Tutorial bei RTL – Katja Burkard entschuldigt sich

Katja Burkard entschuldigt sich in einem Video
Katja Burkard entschuldigt sich in einem Video
© Facebook
Aufregung um das RTL-Mittagsmagazin "Punkt 12": Katja Burkard schnitt live einem Reporter die Haare – als Anleitung für zuhause. Friseure liefen dagegen Sturm. Jetzt hat sich die Moderatorin entschuldigt.

Wilde Mähnen, abstehende Seiten, keine Konturen: Seit sechs Wochen haben die Friseure wegen des Corona-Lockdowns bereits geschlossen. Die ganze Nation bekommt die Haare nicht geschnitten. Aus der Not machen viele Verzweifelte eine Tugend und greifen selbst zu Schere und Rasierer. Auch das RTL-Magazin "Punkt 12" griff das Thema auf und zeigte am Mittwoch eine Art Frisuren-Tutorial für Zuhause.

Moderatorin Katja Burkard schnitt live im Studio einem Reporter die Haare. "Wie mache ich das eigentlich richtig? Das will 'Punkt 12'-Moderatorin Katja Burkard ausprobieren", schreibt der Sender zu der Aktion auf seiner Homepage. Unter Anleitung eines Friseurs griff die 55-Jährige zu Kamm und Schere. Doch viele Friseure fanden das gar nicht lustig. Der Vorwurf: Burkard habe die Coronaregeln zum Mindestabstand nicht eingehalten und verunglimpfe das Friseurhandwerk.

Katja Burkard entschuldigt sich via Video

"Und morgen zeigen sie dann, wie man sich selbst die Zähne zieht", kommentierte ein Nutzer auf Facebook den Beitrag süffisant und spielte darauf an, dass Friseur ein gelernter Beruf ist. Viele Betroffene meldeten sich zu Wort. "Für uns Friseure war es wirklich respektlos, wenn man gerade vom nix lebt und sein Geschäft schließen muss", ärgerte sich eine Userin. Die Befürchtung vieler ist es, dass Kunden auch nach einer Wiederöffnung ausbleiben und sich zuhause selbst die Haare schneiden, um Geld zu sparen.

Inzwischen hat sich Katja Burkard für die Aktion entschuldigt. "Viele haben gesagt, wir machen uns über die Friseure lustig, die um ihre Existenz kämpfen. Das war natürlich Nullkommanull unsere Absicht und wenn das so rübergekommen ist, dann tut mir das aufrichtig leid", sagte Burkard in einem Video, das vom Friseurmagazin "FMFM" veröffentlicht wurde. Die Moderatorin betonte, dass alle Beteiligten einen negativen Coronatest gemacht hätten. "Wir sind ja nicht wahnsinnig." Es sei nicht die Intention gewesen, das Geschäft der Friseure damit kaputt zu machen und sie glaube auch nicht, dass der Beitrag diesen Effekt habe. "Aber egal, wir haben Leuten auf den Schlips getreten und das tut uns wirklich, wirklich leid."

mai

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