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Konzert für den Despoten: Kritik an Kanye West nach Auftritt in Kasachstan

Nach einem Konzert beim Enkel des kasachischen Präsidenten hat der Rapper Kanye West massive Kritik einstecken müssen. Kein Wunder: In dem Land herrschen diktatorische Zustände.

Der Hip-Hop-Superstar Kanye West ist wegen eines Auftritts auf der Hochzeit des Enkels des kasachischen Präsidenten in die Kritik geraten. Der Vorsitzende der Menschenrechtsgruppe Human Rights Foundation (HRF), Ex-Schachweltmeister Garri Kasparow, warf West am Dienstag vor, "einen brutalen Mörder und seine Entourage" unterhalten zu haben. "Die Millionen von Dollar, die Kanye gezahlt wurden, kamen aus der Beute, die aus dem kasachischen Staatsschatz entwendet wurde", sagte Kasparow. Präsident Nursultan Nasarbajew steht seit langem wegen seines autoritären Regierungsstils in der Kritik.

Der US-Musiker hatte Berichten zufolge drei Millionen Dollar, etwa 2,28 Millionen Euro, für den Auftritt auf der Hochzeitfeier eines Enkels des Präsidenten am vergangenen Wochenende in Almaty erhalten. "Jemand wie Kanye, der seinen Lebensunterhalt damit verdient, seine Meinung zu äußern, würde sich unter Nasarbajews Herrschaft im Gefängnis finden", sagte der HRF-Mitarbeiter Thor Halvorssen. "Das besonders skrupellose Verhalten dieses Diktators umfasst die Entführung der Familien von Dissidenten und den Missbrauch der Rechtssysteme in der Welt zur Verfolgung seiner Gegner."

steh/AFP / AFP
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