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Konzert von Miley Cyrus: Dann knutsch ich mal die Perry

Bei einem Konzert beugte sich Miley Cyrus ins Publikum und knutschte eine völlig überraschte Besucherin: Katy Perry. Für Cyrus nur der neueste Streich auf ihrer skandalträchtigen "Bangerz"-Tour.

Von Frank Siering, Los Angeles

Die erste Reihe ist nicht immer der beste Platz bei einem Popkonzert. Diese Erfahrung musste an diesem Wochenende auch Superstar Katy Perry machen. In Los Angeles wollte sie sich die Musik von Kollegin Miley Cyrus zu Gemüte führen. Als Cyrus ihren Liebesschunkler "Adore You" ("Ich bewundere dich") anstimmte, passierte es: Cyrus unterbrach ihren Song kurz, lehnte sich zu Perry herunter, die ahnungslos schien, und drückte ihr einen innigen Kuss mitten auf den Mund.

Angeblich versuchte Cyrus ihr großes Vorbild Madonna zu kopieren, indem sie - wie diese einst mit Britney Spears - einen Zungenangriff auf Perrys Rachenöffnung startete. Aber Perry, ohnehin sichtlich überrascht von der offensiven Liebesbekundung, wollte da dann doch nicht mitspielen. Den Kuss ließ sie gewähren, aber die Zunge bleibt für ihren Freund reserviert, den Sänger John Mayer.

Nach dem Akt eilte Cyrus zurück auf die Bühne und verkündete stolz auf Kuss und ihr hohes Skandalpotenzial den Fans, was eben passierte mit einem Zitat aus einem Katy-Perry-Song: "'I kissed a girl' and I liked it a lot", rief sie in den Saal. Sehr zur Freude ihrer begeisterten Fans. Perry sprang später auch auf den PR-Zug auf, indem sie via Twittert mitteilte: "I adore you @MileyCyrus".


Warum nicht etwas mehr "risky"?

Dennoch: Cyrus scheint von ihrer ursprünglichen Absicht, mit ihrer "Bangerz-Tour" eine Art erzieherische Aufklärungsreise durch Amerika machen zu wollen, längst abgerückt zu sein. Egal in welcher Stadt sie ein Konzert gibt, am nächsten Tag hagelt es Online-Kritik von aufgebrachten Eltern, die die Show der 21-Jährigen für Jugendliche "total unangebracht" halten.

Tatsächlich scheint Cyrus von einer "erzieherischen Konzerttour" ihr ganz eigenes Verständnis mitzubringen. So simulierte Cyrus bislang bei ihren Konzerten Oralsex mit einem Mann, der eine Bill Clinton Maske aufhatte, trug eine Hose, die mit Marijuana Blättern bedruckt war, und griff vor Kurzem nach einem Becher Bier und leerte den vor ihren gröhlenden Fans in Windeseile. In ihren Presskonferenzen gibt sie hingegen weiter zum Besten, dass sie "total aufgeregt ist, so viel tolle Kunst an Orte zu bringen, die normalerweise wenig gute Kunst zu sehen bekommen".

Und fast scheint es so, als habe sie keine Ahnung wie provozierend Anmerkungen wie "es kann eine gute Erziehung für die Kids sein, wenn sie zu meinen Konzerten kommen" auf viele Eltern wirkt. Die Künstlerin Cyrus hält aber weiterhin Entschuldigungen für unnötig: "Ich arbeite hart und ich mag, wer ich bin." Den Eltern besorgter Jugendlicher, ruft sie derweil zu: "Ich verstehe nicht, was die meisten Mädchen dieser Tage anziehen. Ich finde das total langweilig. Warum versuchen Kids nicht, ein bisschen mehr provokant zu sein."