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Landgericht Düsseldorf: Ex-Leibwächter klagt gegen Verona

Der Gatte ist pleite, der TV-Job als "Engel" weg - jetzt soll Verona Pooth auch noch 70.000 Euro Schmerzensgeld zahlen, weil sie einen ehemaligen Leibwächter als Einbrecher und Dieb anprangerte. Die Beleidigungen wollte der nicht auf sich sitzen lassen - und zog vor Gericht.

Von Rupp Doinet

Alles in allem ist es vielleicht nur ein "Blubb", gemessen an den Summen, über die sich Herr und Frau Poth aus 40667 Meerbusch möglicherweise beim Frühstück sonst so austauschen. Über ihr Hochzeitskleid etwa, das damals, als die Zeiten noch rosig waren, 100.000 Euro gekostet haben soll, oder den 120.000 Euro teuren BMW, den er ihr noch vor der Hochzeitsnacht schenkte - und natürlich die 15-Millionen-Euro-Pleite, die der teure Gatte unlängst mit seiner Elektronikfirma hinlegte.

Aber 70.000 Euro sind auch eine ganz hübsche Summe. Und die soll Verona Pooth, geborene Feldbusch, Ex-Gemahlin des Dieter Bohlen, Ex-Sexfachfrau, Ex-Werbeikone und Ex-"Engel im Einsatz"-Moderatorin, nun an ihren Ex-Leibwächter Konrad Dreher (Name v. d. Red. geändert), zahlen. "Nebst jährlichen Zinsen in Höhe von fünf Prozentpunkten über dem jeweiligen Basiszinssatz ... als Schadensersatz für getätigte Rufschädigung und Umsatzentgeltung".

So spröde steht es geschrieben in einer Klage, die der Münchner Rechtsanwalt Lutz Libbertz Ende vergangener Woche beim Landgericht Düsseldorf einreichte. "Ohne jeden Tatsachenbeweis", habe Frau Pooth "öffentlich" behauptet, was sie von zwei "Zeugen" erfahren haben will. Nämlich, dass der 33-jährige Dreher und ein Komplize im Umfeld der Pooth-Pleite Anfang 2008 heimlich "bei uns zu Hause waren" und sich "also wirklich Papiere angeeignet haben und sie später an die Presse weiterverkauft und verteilt haben".

Leibwächter wehrt sich gegen Rufschädigung

Tatsächlich hatten sich beim Ehepaar zwei Informanten gemeldet und den ehemaligen Leibwächter beschuldigt. Der bestreitet die gegen ihn erhobenen Vorwürfe vehement, was nichts daran änderte, dass Verona vor den Kameras und Mikrophonen der RTL-Sendungen "Exklusiv" und "Prominent" unbeirrt ihre Behauptungen am 5. und am 8. Juni wiederholte, womit sie, so heisst es in der Klage, Konrad Dreher "erheblich in seinem Ruf" geschädigt habe.

Schlimmer noch: Angesichts der Tatsache, dass allein "Exklusiv" eine Öffentlichkeit von sechs Millionen Zuschauern erreiche, sei "das Ausmaß der Rufschädigung gewaltig". Dreher, der seit langer Zeit Personenschützer sei, hätte wegen dieser Anschuldigungen "sofort seine Arbeitsstelle verloren", bis heute "keine Neue mehr gefunden" und habe "angesichts der diffamierenden und falschen Aussagen ... keinerlei Aussicht mehr, in seinem Beruf zu arbeiten". 70.000 Euro seien dafür "angemessen".

Verona, so behauptet ihr Sprecher, sieht der Klage gefasst entgegen. Noch nämlich wisse sie von nichts. Und überhaupt: "Sie hat ihn angezeigt. Er hat sie angezeigt. Das ist normal".