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Beziehungsende: Lilly Becker über die gescheiterte Beziehung zu Boris: "Trennung ist die einzige Lösung"

Erstmals äußert sich Lilly Becker über das Scheitern ihrer Beziehung zu Boris. Ein Gespräch über eine Liebe im Scheinwerferlicht – und über den Klub der Becker-Ex-Frauen.

Von Jochen Siemens

Lilly Becker im Interview über die gescheiterte Beziehung zu Boris

Ein sehr sonniger Sonntag in Wimbledon, London. Große grüne Wiesen, auf denen Eltern mit Kindern spazieren gehen, die Kleinen tragen gebügelte kurze Hosen und haben die Haare aufgeräumt gescheitelt. Hier ist London ein sehr wohlhabendes Dorf mit großen Stadtvillen hinter hohen Hecken und großen Toren.

Schnell fahrende Autos fallen hier sofort auf – wie die Raser mit quietschenden Reifen auf der Cannizaro Road an diesem Nachmittag. Wenn sie stoppen, sieht man aus ihren Fenstern Teleobjektive und TV-Kameras ragen. Als ein schwarzer Mercedes auf den Parkplatz eines Landhotels fährt, wird es hektisch. In diesem Auto sitzt die Frau, die von den rasenden Paparazzi gejagt wird, schon Stunden später sendet in Deutschland RTL die Bilder.

Lilly Becker hat monatelang darüber geschwiegen, was in ihrem Leben passiert ist: die Trennung von ihrem Mann Boris Becker. Eine Trennung, 13 Jahre nachdem sie sich kennengelernt hatten; eine Trennung einer wohl lange brodelnden Beziehung, begleitet von Schlagzeilen über Insolvenz, Offenbarungseid und über die Frage, ob jemand ein Idol sein kann, der Millionen Schulden nicht zurückzahlt.

Lilly Becker ist mit der Trennung noch nicht fertig

Wenn es nach den Regeln des britischen Insolvenzrechts geht, könnte Boris Becker in wenigen Wochen wieder schuldenfrei sein, das werden Gerichte entscheiden. Er wird nach Hause kommen und wahrscheinlich ein leeres Haus vorfinden.

Hochzeit 2009 in St. Moritz

Hochzeit 2009 in St. Moritz

Lilly Becker, 41, ist nervös, sichtbar nervös, als sie zum Gespräch mit dem stern im Hotel eintrifft. Ihre großen Augen finden keinen Halt im Raum, auch während sie spricht. Sie redet zum ersten Mal öffentlich über die Trennung, und es wirkt, als ob sie sich jedes Mal selbst vergewissert, den richtigen Schritt getan zu haben. Im Interview spricht sie Englisch, um sicher zu sein, dass sie sich richtig ausdrückt. Ihr Telefon klingelt mit dem Falco-Lied "Amadeus", und es klingelt laut – die laute Vergewisserung, wer jetzt der wichtigste Mann in ihrem Leben ist: Sohn Amadeus.

Auch wenn die Trennung, wie Lilly Becker sagt, schon lange beschlossen war: Sie ist noch nicht fertig damit. Im Gespräch legt sie die losen Enden ihres Lebens offen. Sie scheint noch nicht sicher zu wissen, ob und wie sie diese wieder zusammenbinden soll.

Lilly Becker, es sind wenige Tage vergangen, seitdem die Öffentlichkeit weiß, dass Ihre Ehe am Ende ist. Wie fühlen Sie sich heute?

Der Schmerz ist groß, und es tut unglaublich weh. Aber nicht, weil es seit ein paar Tagen öffentlich ist. Das Ende ist schon etwas her, und nur deshalb bin ich in der Lage, jetzt darüber zu sprechen. Es gibt schon Tage, da geht es mir besser, und ich schaue nach vorn, aber dann gibt es Momente, in denen das Gegenteil der Fall ist. Bei Boris und mir waren es 13 Jahre Liebe und neun Jahre Ehe, und es wurde unser Sohn Amadeus geboren, wir wurden eine Familie, verstehen Sie? Aber das Ende kam nicht so überraschend, wie es jetzt aussah.

Es heißt, Sie hätten die Scheidung gefordert. Warum?

Wer und ob jemand die Scheidung eingereicht hat, spielt absolut keine Rolle. Aber als Ehepaar hat es einfach nicht mehr funktioniert. Wir haben beide lange für unsere Ehe gekämpft. Wir haben alles versucht, auch eine Therapie. Aber am Ende mussten wir uns eingestehen, dass die Trennung die einzige Lösung ist, um zumindest unsere Beziehung als Eltern und Freunde retten zu können.

Der Schlussstrich ist also ein Versuch, wieder besser miteinander auszukommen?

Ja, das ist zu 100 Prozent der Fall. Die Freundschaft, das Vertrauen und der Respekt waren und sind immer noch da. Damit uns das erhalten bleibt, war die Trennung nötig.

Gab es einen Auslöser, es genau jetzt zu beenden?

Nein, es gab nicht den einen Grund für die Trennung.

Sie hatten vor Boris Becker bereits eine Trennung erlebt. Haben Sie je gedacht: Die richtige Frau ist leider an zwei falsche Männer geraten – oder eher, dass Sie die falsche Frau für diese Männer sind?

Jeweils zu seiner Zeit war ich die richtige Frau für den richtigen Mann. Menschen und Dinge verändern sich aber mit der Zeit, und dann kann es sein, dass man nicht mehr zueinander passt. Genau das ist mir zweimal passiert.

Die schwangere Lilly Becker, ein paar Monate nach der Hochzeit

Die schwangere Lilly Becker, ein paar Monate nach der Hochzeit

Zum Glück oder zum Unglück Ihrer Ehe kam hinzu, dass es eine Beziehung im Scheinwerferlicht war. Sie selbst haben einmal gesagt, dass Sie das Leben, das Ihr Mann Ihnen ermöglicht hat, auch genossen haben: die roten Teppiche, die vielen Reisen. Was haben Sie an dieser öffentlichen Ehe nicht genossen?

Nachdem ich mich an das Scheinwerferlicht gewöhnt hatte, habe ich es genossen. Das gebe ich zu. Ich war jung und hatte einen Mann, der mir die Welt zeigte, der sagte: Pack die Koffer, es geht nach New York, nach Paris. Ich sah die Welt. Welcher jungen Frau würde das nicht gefallen? Selbstverständlich gab es auch Momente, in denen ich lieber nicht in der Öffentlichkeit gestanden hätte. Beispielsweise jetzt gerade – dieses Interview und Ihre Fragen. Das würde ich lieber nur mit einer Freundin besprechen, aber ich weiß, dass es zu meinem öffentlichen Leben dazugehört. Ich habe damals live im Fernsehen verkündet, dass wir heiraten werden. Da ich damals A gesagt habe, muss ich jetzt auch B sagen. Und bisher war mein öffentliches Leben ja auch eines einer glücklichen Familie, mit einem Mann, den viele bewundert haben. Da spürt man die Nachteile nicht. Ich spüre sie jetzt, wenn ich von Fotografen gejagt werde, die nur ein trauriges Gesicht von mir einfangen wollen. Es ist meine erste öffentliche Krise, und den Umgang damit muss ich noch lernen.

Hat Ihr Mann mit Ihnen jemals darüber gesprochen, was Sie öffentlich besser tun oder besser lassen sollten?

Selbstverständlich haben wir darüber gesprochen. Boris hat praktisch sein ganzes Leben in der Öffentlichkeit verbracht. Ich ja nicht, und deshalb war er am Anfang sozusagen auch der Regisseur unseres Lebens im Scheinwerferlicht. Aber ich habe im Lauf der Jahre viel dazugelernt und eigene Entscheidungen getroffen. Dazu bin ich einfach ein zu emotionaler Mensch – ich muss manchmal das machen, was ich in dem Moment fühle.

Raus aus dem Schatten, rein ins Licht: Durch Shows wie "Let's Dance" wollte sich Lilly unabhängiger machen von ihrem berühmten Mann

Raus aus dem Schatten, rein ins Licht: Durch Shows wie "Let's Dance" wollte sich Lilly unabhängiger machen von ihrem berühmten Mann

Ihr Mann verließ Sie dann wieder, verlobte sich mit einer anderen, trennte sich, kam wieder zurück und so weiter. Wie und warum haben Sie das ausgehalten?

Eine Frau, die liebt, kann auch verzeihen. Das hat damals sehr wehgetan, aber es war die richtige Entscheidung, unserer Liebe eine zweite Chance zu geben.

Sie selbst haben Ihre Eltern früh nach einem Autounfall verloren und wuchsen bei Verwandten in den Niederlanden auf. Haben Sie es bedauert, nie "Daddy" und "Mummy" sagen zu können?

Natürlich habe ich meine Eltern sehr vermisst, und es war nicht einfach, aber ich hatte eine wunderschöne Kindheit. Und jetzt als Mutter meines Sohnes höre ich das Wort Mama ja oft. Und ich kann es wirklich nicht oft genug hören.

Sie haben dann die Niederlande verlassen, weil es Ihnen zu eng vorkam. Was war außerhalb besser?

Nach meinem damaligen Empfinden war es besser für mich, in die Welt zu ziehen. Rückblickend würde ich sagen, dass mein Leben dadurch nicht unbedingt besser verlaufen ist, sondern einfach nur anders.

Das Paar mit Sohn Amadeus, 2017 in London

Das Paar mit Sohn Amadeus, 2017 in London

Sie haben früh angefangen, als Model und Barkeeperin und als Croupier in einem Casino zu arbeiten. Haben Sie daraus gelernt, dass eine Frau nicht unbedingt auf einen Mann angewiesen ist?

Eine Frau ist heutzutage definitiv nicht mehr auf einen Mann angewiesen! Das sehen Sie an den erfolgreichen Frauen, deren Männer niemand kennt. Was im Umkehrschluss nicht heißt, dass ich es nicht genauso genießen kann, wenn ich mich als Frau an meinen Mann anlehnen kann.

Eine öffentliche Person zu sein ist eine Sache – eine öffentliche Ehefrau eine andere. Da gehen die Spekulationen bis ins Intime, etwa zu der Frage nach einer Schwangerschaft. Sie haben vor einem Jahr öffentlich gemacht, dass Sie an Endometriose, Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut, leiden und keine weiteren Kinder bekommen können.

Natürlich habe ich das nicht gern erzählt, welche Frau tut das schon? Aber ich bin eine sehr offene Person und Frau. Frauen sprechen über solche Themen. Mich haben danach viele Frauen angerufen und mir geschrieben, die das gleiche Problem hatten, und haben sich bedankt. Warum sich allerdings andere dafür interessieren, welche Schuhe ich trage, weiß ich auch nicht. Aber so ist es, und ich habe mich daran gewöhnt.

Hatten Sie jemals das Gefühl, im Schatten Ihres Mannes eine Rolle spielen zu müssen?

An der Seite eines so bekannten Mannes brauchst du irgendwann das Gefühl, auch für etwas Eigenes zu stehen. Das ist jedoch schwer, und mir ist es, objektiv betrachtet, auch nur sehr bedingt gelungen. Bisher bin ich, zumindest für die Öffentlichkeit, die Frau von Boris Becker beziehungsweise jetzt die Ex-Frau. Mal sehen, wie sich das in Zukunft entwickelt.

Boris Becker, hier bei einem Turnier 1989, war schon als Teenager ein Weltstar

Boris Becker, hier bei einem Turnier 1989, war schon als Teenager ein Weltstar

Sie sind oft im deutschen Fernsehen als Kandidatin von Shows wie "Let's Dance" zu sehen und als prominenter Gast auf vielen Veranstaltungen. Würden Sie sagen, das ist Ihre Arbeit?

Bisher ja. Damit verdiene ich Geld, was mich unabhängiger macht. Doch jetzt beginnt ein neues Kapitel in meinem Leben. Ich habe eigene Ideen, die ich ausprobieren möchte, und werde mir die Projekte genau ansehen, die man mir anbietet. Eins ist mir jetzt am allerwichtigsten: Mein Sohn soll sich das alles in zehn Jahren ansehen und stolz auf seine Mutter sein können. Er soll einmal "Cool, Mama!" sagen können.

Ihr bis dahin friedliches Leben mit Ihrem Sohn und Ihrem Mann hier in Wimbledon wurde im Sommer 2017 jäh durch die Mitteilung unterbrochen, dass Ihr Mann insolvent ist. Waren Sie darauf vorbereitet?

Nein, überhaupt nicht. Das hat mich aus heiterem Himmel getroffen. Wir hatten in unserer Ehe diese klare klassische Rollenverteilung: Boris war für das Wirtschaftliche zuständig und ich für die Familie.

Lilly Becker beim Fototermin für dieses Interview. Vor dem Hotel in Wimbledon warteten Paparazzi auf sie

Lilly Becker beim Fototermin für dieses Interview. Vor dem Hotel in Wimbledon warteten Paparazzi auf sie

Ihr Mann hat nach der Insolvenz immer wieder betont, er habe die Situation im Griff, die Zahlen, die kursierten, seien falsch oder übertrieben, und sein Leben gehe so weiter wie bisher. Haben Sie das geglaubt?

Das kann und möchte ich nicht beurteilen. Zumindest jetzt nicht mehr. Darum kümmert sich Boris, und ich bin mir sicher, dass er diese Angelegenheit klären wird.

Wurde im Haus Becker ausführlich über die Situation gesprochen? Insolvenz, Offenbarungseid?

Boris hat versucht, diese Probleme von zu Hause fernzuhalten.

Es heißt, schlimmer als sich zu streiten, sei es, sich nichts zu sagen zu haben. Gab es bei Ihnen mehr Streit oder mehr Schweigen?

Bei uns gab es definitiv beides und von beidem viel. Wir waren in allem immer sehr leidenschaftlich, im Leben, in der Liebe, im Sex und im Streit. Da kann ich sehr aufbrausend und laut werden. Und Boris Becker kann dann sehr still werden.

Das teilweise kostspielige Leben, für das Sie sich noch 2017 öffentlich bei Ihrem Mann bedankten, stand nun aber sehr infrage. Was bedeutet finanzielle Sorglosigkeit für Sie?

Ich habe ein sorgloses Leben geführt. Das habe ich gemocht, wie es jeder mögen würde. Es ist aber nicht so, dass ich nur so leben kann – wer auch immer das behauptet. Ich kenne es auch anders, ich kann sehr gut mit weniger auskommen. Es ist nicht so, dass der Luxus das Glück in meinem Leben war oder ist. Das sind andere Dinge, mein Sohn in erster Linie. Und: Wenn ich mir heute doch noch einmal etwas Teures leisten möchte, dann kann ich das von meinem eigenen Geld bezahlen.

Der Klub der Ex-Frauen: Boris' Ehemalige sind untereinander befreundet. Links: Barbara (l.) und Lilly 2011 beim Urlaub in Miami

Der Klub der Ex-Frauen: Boris' Ehemalige sind untereinander befreundet. Links: Barbara (l.) und Lilly 2011 beim Urlaub in Miami

Konnten Sie auch nach der Insolvenz und unter strenger Beobachtung der Insolvenzverwalter weiterhin gut leben? Und gab oder gibt es Dinge, auf die Sie seitdem verzichten müssen?

Natürlich haben sich einige Dinge geändert. Dadurch, dass ich aber auch vorher schon mein eigenes Geld verdient habe, haben sich die Einschränkungen für mich und Amadeus in Grenzen gehalten.

Noch einmal zur Insolvenz Ihres Mannes. Es geht ja nicht darum, dass jemand sein Vermögen verprasst, das ist Privatsache. Wer sich allerdings viel Geld leiht und es nicht zurückgibt, muss sich auch öffentlich Fragen gefallen lassen.

Ja, aber noch mal: Nur mein Mann hat genaue Kenntnis, ob das alles so stimmt, wie behauptet wird. Ich kann das nicht kommentieren. Aber als es passierte, waren wir – und wir sind es ja noch – eine Familie. Und die habe ich verteidigt.

Boris Becker 2018 bei seinem Job als Tenniskommentator

Boris Becker 2018 bei seinem Job als Tenniskommentator

Hat die Insolvenz Ihnen auch gezeigt, wer Ihre wahren Freunde sind und wer nicht?

Nein. Das habe ich lange vorher in anderen Situationen herausgefunden. Jetzt ist interessant, wer öffentlich über mich redet. Und wer nicht.

Von außen betrachtet, konnte man das Gefühl haben, Ihr Mann betrachte seinen Status als Idol wie ein unbegrenztes Guthaben. Aber ein Idol zahlt seine Rechnungen und darf auch nicht falsch parken. Haben Sie in einer Scheinwelt gelebt?

Was heißt Scheinwelt? Sie müssen sehen, wenn jemand mit 17 Jahren Wimbledon gewinnt, ändert sich das Leben für diese Person für alle Zeiten. Und damit auch das Leben für die Menschen in seinem Umfeld. Das Leben, das Boris und ich geführt haben, ist für jemanden, der das nicht kennt, nicht nachvollziehbar. Es war keine Scheinwelt, es war unsere Welt.

Haben die Insolvenz und der Umgang damit Ihre Ehe so unter Druck gesetzt? Wäre sie auch am Ende, wenn es die Insolvenz nicht gegeben hätte?

Die Insolvenz an sich hat unsere Ehe überhaupt nicht negativ beeinflusst. Der Umgang damit war in der Tat ein Problem für mich. Aber auch das war nicht der Trennungsgrund. Solche Situationen muss man als Ehepaar gemeinsam durchstehen.

Ohne irgendwelche Schuld zuzuweisen: Würden Sie sagen, auch Sie haben Fehler in dieser Ehe gemacht? Und welche?

Selbstverständlich habe ich Fehler gemacht. Zum Beispiel bin ich meinem Mann gegenüber nicht immer fair gewesen und habe in verschiedenen Stresssituationen zu emotional reagiert und Worte gesagt, die ich eigentlich nicht aussprechen wollte. Das tut mir heute auch leid. Leider machen Menschen Fehler, die gehören einfach zum Leben dazu.

Lilly Becker mit Boris' Ex-Verlobter Alessandra Meyer-Wölden (r.) 2018 in Darmstadt

Lilly Becker mit Boris' Ex-Verlobter Alessandra Meyer-Wölden (r.) 2018 in Darmstadt

Es gibt den Satz, dass Liebe allein nicht ausreicht, damit liebende Menschen miteinander auskommen. Was braucht es noch – und was hat bei Ihnen beiden am Ende gefehlt?

Man muss sich gemeinsam in die gleiche Richtung weiterentwickeln. Wenn einer stehen bleibt oder in eine andere Richtung geht, kann das die größte Liebe nicht zusammenhalten.

Wird eine ehemalige Frau Becker stärker sein als die verheiratete Frau Becker?

Sie muss stärker sein, sie ist jetzt eine Single-Mum Becker. Es ist wie beim Autofahren, ich muss ein paar Gänge hochschalten und nun mehr auf den Verkehr achten.

Getrennt zu sein, das kann auch heißen, freier zu sein. Wo sehen Sie Ihre zukünftigen Freiheiten?

Ich habe mich in meiner Ehe niemals unfrei gefühlt, insofern trifft die Frage auf mich nicht zu.

Lilly Becker beim Shoppen in London, März 2018

Lilly Becker beim Shoppen in London, März 2018

Aber es wird Dinge geben, die Sie wohl nicht vermissen werden. Welche?

Streiten und diskutieren werde ich nicht vermissen. Und eine bestimmte Art des Kochens.

Das Kochen?

Kochen macht mir Spaß, für mich und meinen Sohn. Aber die große Inszenierung am Herd hat jetzt mal Pause. (lacht)

Wie stellen Sie sich die getrennte Familie Becker vor? Werden Sie in Ihrem Haus in Wimbledon bleiben?

Das klären wir zurzeit. Ich will auf jeden Fall für meinen Sohn hier in der Gegend bleiben, er geht hier zur Schule, und seine Freunde leben hier. Und die Familie meines Mannes ist ja sowieso schon eine Patchwork-Konstruktion, das Patchwork könnte also noch größer werden. Wir verstehen uns alle gut. Also ganz unabhängig von Boris.

Sie verstehen sich mit seiner Ex-Frau Barbara gut?

Ja, sicher. Wir kannten uns in Miami, bevor ich Boris kannte. Und heute sind wir Freundinnen, ich habe mit ihr auch über die Trennung gesprochen. Und mit Alessandra Meyer-Wölden verstehe ich mich gut. Das hat Boris geschafft: einen Girls-Klub seiner Ex-Frauen.

Patchwork-Familienglück, in Szene gesetzt: Lilly und Boris Becker 2010 kurz nach der Geburt ihres gemeinsamen Sohnes Amadeus, daneben Boris’ Söhne Noah (links) und Elias aus der Ehe mit Barbara Becker

Patchwork-Familienglück, in Szene gesetzt: Lilly und Boris Becker 2010 kurz nach der Geburt ihres gemeinsamen Sohnes Amadeus, daneben Boris’ Söhne Noah (links) und Elias aus der Ehe mit Barbara Becker

Das Leben ist ja noch lang, Sie sind Anfang 40. Kann es sein, dass Lilly Becker in ein paar Jahren wieder heiratet?

Wenn Sie mich heute fragen, kann ich mir das im Moment nicht vorstellen und muss sagen: Mit Männern bin ich erst mal durch. Der einzige Mann in meinem Leben ist mein Sohn. Vielleicht sollte ich mal lesbisch werden, warum nicht? (lacht) Aber Spaß beiseite, Frauen untereinander verstehen sich einfach besser.

Noch einmal zusammengefasst: Warum ging es nicht mehr?

Wir haben uns nicht gemeinsam weiterentwickelt, sondern in verschiedene Richtungen. Das kann die größte Liebe nicht zusammenhalten.

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