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London: Bomben-Alarm in Prinz Harrys Militärakademie

Die Bombe hätte Prinz Harry töten können - sie war zum Glück nicht echt. Ein vermeintlicher Attentäter hat im britischen Königshaus erneut für Ärger gesorgt.

In London sind nach einem Bericht der "Sun" die Alarmglocken über die Sicherheit von Prinz Harry in der renommierten Militärakademie Sandhurst losgegangen. Ein Reporter des Blatts hatte sich mit einem Auto Zugang zu dem Gelände westlich von London verschafft, wo der 20 Jahre alte Sohn von Thronfolger Prinz Charles seine Offiziersausbildung absolviert. Dort habe der Journalist unbemerkt den Enkelsohn der Königin beim Marschieren gefilmt, selbst eine Pseudo-Bombe gebastelt und mit einem Handy Dokumente an einer Wand fotografiert, schilderte die "Sun" am Donnerstag. Er sei auf dem abgesperrten Militärgelände in sieben Stunden einmal angehalten worden, habe sich aber weiter dort bewegen können.

Verteidigungsminister John Reid bewertete den Vorfall als schweren Verstoß gegen die Sicherheit und ordnete sofort eine Untersuchung an. Der "Sun"-Reporter hatte nach dem Zeitungsbericht über Internet beantragt, die Bücherei von Sandhurst besuchen zu dürfen. Dies sei ihm erlaubt worden, aber nach dem Passieren der Wache habe er sich ohne Eskorte unbehindert in dem zum Teil buschigen Gelände bewegen können. "Ich hätte den Prinzen in die Luft jagen können", lautete die Schlagzeile der Zeitung am Donnerstag neben einem Bild von Soldaten, die mit ihren Waffen ein Gebäude betreten. Das Bild sei von dem Auto des Reporters neben dem Eingang aus gemacht worden, berichtete das Blatt.

Damals schon rollten Köpfe

Bereits vor zwei Jahren hatte ein, bis dahin unbekannter, Komiker sich über einen Baum Einlass zum Gelände des Königshauses verschafft. In einem Osama Bin-Laden Kostüm wollte er die Geburtstagsparty von Prinz William aufmischen. Schon damals kündigte Scotland Yard an, dass nach diesem Skandal "Köpfe rollen" werden. Im April dieses Jahres hatten es zwei Journalisten der Zeitung "Sun" geschafft mit einem Kleintransporter eine Bombenattrappe auf das Anwesen des Schloss Windsor zu bringen. Die Journalisten berichteten, dass sie "nicht einmal durchsucht wurden und ohne Sicherheitspass oder Anmeldung auf das Gelände kamen. Eine Woche vor der Hochzeit von Prinz Charles und Camilla sorgte das für Aufregung. Die Hochzeit ging aber ohne weitere Vorfälle von statten.

Reuters / Reuters