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Mariah Carey Das misslungene Comeback einer launischen Diva


Ihre neue Single "Triumphant" sollte Mariah Careys Rückkehr an die Spitze einläuten. Platz 50 in den iTunes-Charts und harsche Kritik aus der Branche gefährden plötzlich ihre Musikkarriere.
Von Frank Siering, Los Angeles

Ein kleiner Fingerzeig steckte schon dahinter. Ausgerechnet mit dem Titel "Triumphant" wollte Mariah Carey ihr großes musikalisches Comeback einläuten. "Triumphierend" war die Rückkehr der als launisch bekannten Musik-Diva bisher allerdings eher nicht.

Platz 50 auf iTunes, in den Radios kaum gespielt - und wenn, dann mit beißender Kritik. "Unwichtig", "langweilig", "nicht mehr zeitgemäß", kommentierten viele DJs von der Ost- bis an die Westküste Amerikas die neue Single-Auskopplung der Schmusesängerin.

Die "Huffington Post" zitiert einen Radio DJ, der glaubt, "dass es sehr schwierig ist, in die Top 40 Radiocharts zu gelangen, wenn der Interpret älter als 40 ist". Eine Anspielung auf Careys "fortgeschrittenes" Alter von gerade mal 43 Jahren.

Falsches Marketing

Tatsächlich scheint die Marketing-Strategie von Goldkehlchen Carey ("I don't wanna cry") dieses Mal nicht wirklich zu greifen. Durch das Anheuern einiger Rapper hatte die zweifache Mutter versucht, ein jüngeres Publikum anzusprechen und sich als hip und frisch zu präsentieren. "Dieser Versuch ging nach hinten los", so Radio-DJ Darren Rose aus Los Angeles.

Denn musikalisch wirkt Carey weder frisch noch hip. Vielmehr scheint die 43-Jährige dieser Tage fast ein wenig lustlos und genervt zu sein, wenn es um ihre dahinplätschernde Musikkarriere geht. Vielleicht will sie sich auch deshalb im Moment auf ihr zweites Standbein als neuer TV-Star in den USA konzentrieren.

Unlängst war sie zur Nachfolgerin von Konkurrentin Jennifer Lopez als Jurorin in der Talentshow "American Idol" ernannt worden. Für geschätzte 18 Millionen Dollar Gage. Damit avancierte sie über Nacht zur höchstbezahlten TV-Persönlichkeit im US-Fernsehen.

Trautes Familienglück

Und auch privat läuft es eigentlich richtig rund für Carey. Ihrem Ehemann Nick Cannon geht es nach seinem Nierenversagen gesundheitlich wieder viel besser. Das Paar erneuerte unlängst seinen Eheschwur und feierte den ersten Geburtstag der Zwillinge Moroccan and Monroe.

Einige Branchenkenner - darunter auch Carolina Bermudez von Radio Z 100 - glauben, nicht zuletzt deshalb hätte Carey mit der Veröffentlichung ihrer neuen Single noch warten sollen.

Eigenwerbung bei "American Idol"?

"Das wäre geschickter gewesen", so Bermudez. Lopez zum Beispiel nutzte ihr Engagement bei "American Idol", um dort ihre neue Musik vor einem Millionenpublikum zu promoten. "Warum hat Mariah nicht noch so lange gewartet, bis sie im TV als Juror zu sehen ist und somit ihr öffentliches Profil wieder etwas präsenter ist?"

Jetzt wird spekuliert, Carey werde versuchen, mit forcierten Live-Auftritten bei "American Idol" die mauen Verkäufe ihrer neuen Single doch noch nach vorne zu peitschen. Ein Versuch, der zu spät kommen könnte. Die neue Staffel der Talentshow startet erst im September. Bis dahin dürfte "Triumphant" wohl längst ganz aus der Erinnerung der Radio-DJs verschwunden sein.


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