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Wie ein beleidigter Ex-Liebhaber Die britische Presse und ihre passiv-aggressive Reaktion auf Meghan und Harry

Herzogin Meghan und Prinz Harry
Herzogin Meghan und Prinz Harry wollen die britischen Tabloids boykottieren
© Frank Augstein / Picture Alliance
Herzogin Meghan und Prinz Harry haben den britischen Tabloids (mal wieder) einen Korb gegeben. Wie die "Daily Mail" und Co. darauf reagieren war abzusehen - und ist beinahe amüsant.

Es ist ein bisschen so wie nach einer kurzen Affäre, an deren Ende eine Partei merkt, dass die Liebschaft von Anfang an keine gute Idee war, während die andere Partei in einer Tour passiv-aggressive Kommentare macht und nicht so wirklich drüber hinwegkommen möchte. Herzogin Meghan und Prinz Harry haben der britischen Tabloid-Presse einen endgültigen Korb gegeben. Nach jahrelanger Hetze und einem - gelinde gesagt - schwierigen Verhältnis, wollen die beiden mit "Daily Mail" und Co. nichts mehr zu tun haben.

Meghan und Harry geben den Tabloids einen Korb

Das ist ihr gutes Recht, immerhin haben sich die 38-Jährige und der Enkel der Queen von ihrer Rolle als Senior Royals verabschiedet. Somit müssen sie nicht mehr das "Royal Rota"-System befolgen. Mitglieder des "Royal Rota"-Systems, und damit bei allen royalen Auftritten dabei, sind: "The Daily Express", "The Daily Mail", "The Daily Mirror", "The Evening Standard", "The Telegraph", "The Times" und "The Sun". Diese Zusammenkunft britischer Medien sollen Meghan und Harry laut "Financial Times" mal "Das Kartell" getauft haben – ein vielsagender Spitzname. 

Nach teilweise rassistischen und immer wieder frauenfeindlichen Angriffen gegen Herzogin Meghan haben die beiden nun einen endgültigen Schlussstrich gezogen. Wie die britische Presse darauf reagieren würde, war zwar abzusehen, ist aber fast schon amüsant. 

Presse reagiert beleidigt

Wie eine beleidigte Gehörnte schrieb jetzt zum Beispiel Royal-Expertin Sarah Vine in der "Daily Mail" die Überschrift: "Liebe Meghan und Harry, macht euch keine Sorgen um uns, weil wir machen uns wirklich keine Sorgen um euch." Im Artikel selbst arbeitet sich Vine abermals an dem Paar ab, macht sich lustig über Meghans und Harrys vermeintliches Jammern. Was aber vermutlich witzig klingen soll, wirkt eher peinlich und beleidigt. Ähnlich angefressen reagierte die britische "The Sun".

"Prinz Harry und Meghan Markle boykottieren die Sun, aber was sind sie ohne Publicity?", fragt Journalistin Jane Moore in ihrem Artikel und fragt sich außerdem, ob überhaupt jemand bemerken würde, dass die beiden den Zeitungen den Rücken gekehrt haben. Die Antwort darauf ist einfach: ja. Für Meghan und Harry bedeutet die Entscheidung, dass sie sich der britischen Tabloid-Presse gegenüber nicht mehr verantwortlich fühlen müssen. Sie können derweil immer noch mit Medien-Outlets zusammenarbeiten, die weniger feindselig, rassistisch und hetzerisch über sie schreiben. Doch im Umkehrschluss wird es bedeuten, dass die reißerischen Tabloids nun vermutlich noch mehr unter die Gürtellinie zielen werden. 

Wie im Fall des beleidigten Ex-Freundes (oder Ex-Freundin) ist auch hier klar: Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen und einen fiesen, letzten Seitenhieb gibt es immer. 

Quellen: "Daily Mail" / "The Sun"

ls

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