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Meineid: US-Rapperin Lil Kim tritt Haftstrafe an

Lil Kim muss als erste professionelle HipHop-Musikerin ins Gefängnis. Während ihrer einjährigen Haftstrafe wegen Meineides will sie regelmäßig beten und texten.

Die wegen Meineids verurteilte Rapperin Lil Kim, 30, hat am Montagabend (Ortszeit) eine einjährige Haftstrafe angetreten. Vor den Augen von Fans und Reportern begab sich die Musikerin in das Bundesgefängnis der Stadt Philadelphia, wo über 1100 Gefangene untergebracht sind. Sie sei leider nicht in ein in Aussicht gestelltes Gefängnis-Lager (mit einer geringeren Sicherheitsstufe) eingewiesen worden, zitierte der Internetdienst "AllHipHop.com" aus einer Erklärung der Rapperin. "Ich bin mir nicht sicher, ob dies einer fairen Behandlung entspricht". Sie werde während der Haft Musik-Texte schreiben, lesen und "regelmäßig beten", führte Kim weiter aus.

In den Monaten vor ihrem Haftantritt sei sie zum "Arbeits-Zombie" geworden. Seit der Urteilsverkündung habe sie nonstop im Plattenstudio gearbeitet, sagte die Musikerin der US-Zeitschrift "Newsweek". Sie habe sich die Texte von der Seele geschrieben. Ihr neues Album "The Naked Truth" (Die nackte Wahrheit) soll am 27. September in den USA auf den Markt kommen.

Die erste HipHop-Musikerin muss büßen

Der HipHop-Star war bereits im März für schuldig befunden worden, eine Geschworenen-Jury belogen zu haben. Mit ihrer Falschaussage habe die Rap-Diva zwei Freunde schützen wollen, befanden die Juroren. Ihr Anwalt hatte seine Mandantin als das Opfer einer Hexenjagd der Behörden auf Gangsta-Rapper dargestellt. Auslöser für das Verfahren war eine Schießerei zwischen verfeindeten Rappern vor einem New Yorker HipHop-Studio im Jahr 2001, an der sich Kims Entourage beteiligt hatte. Ein Mann wurde dabei schwer verletzt. Ein Leibwächter der Rap-Sängerin, der die Schüsse abgegeben hatte, war 2004 bereits zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden.

Kim ist die erste professionelle HipHop-Musikerin, die ins Gefängnis muss. Mehrere ihrer männlichen Kollegen verbüßten bereits Haftstrafen, meist wegen gewalttätiger Auseinandersetzungen in der Rap-Szene.

Ihre Karriere hatte die Grammy-Gewinnerin mit einer improvisierten Darbietung an der Seite des Rap-Stars Notorious B.I.G. in Gang gebracht. 1996 wurde ihr Debütalbum "Hard Core" umgehend zu einem Erfolg.

DPA / DPA
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