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Michael Jackson: Genesen und vor Gericht

Er sei zu krank, um vor Gericht zu erscheinen, ließ Michael Jackson vor wenigen Tagen über seinen Anwalt mitteilen. Nun hat Jackson seine Meinung geändert und will in London im laufenden Prozess wegen Vertragsbruch persönlich aussagen.

Popstar Michael Jackson wird in dem gegen ihn angestrengten Millionenprozess nun doch persönlich vor Gericht erscheinen. Die Zeugenaussage des 50-Jährigen wird am kommenden Montagnachmittag erwartet. Jacksons Anwalt Robert Englehart zog die Bitte um eine Aussage per Video zurück, nachdem sein Mandant grünes Licht der Ärzte für die Reise von Los Angeles nach London bekommen hatte. Vor wenigen Tagen hieß es noch, Jackson sei zu krank, um persönlich vor Gericht zu erscheinen. Daher hatte sein Anwalt eine Befragung per Videoübertragung durchgesetzt. "Es wäre unklug von ihm zu reisen, angesichts dessen, was er jetzt hat", sagte der Anwalt Anfang dieser Woche. Nähere Angaben machte er "aus naheliegenden Gründen" nicht.

Jacksons Freund, der arabische Scheich Abdulla bin Hamad Al Chalifa hatte den Popstar wegen Vertragsbruchs auf sieben Millionen Dollar (5,5 Millionen Euro) verklagt. Der Sohn des Königs von Bahrain, Abdullah bin Hamad al-Chalifa, beschuldigt den amerikanischen Superstar, "Vorauszahlungen" nicht beglichen zu haben. Der Scheich hatte nach eigener Darstellung Schulden des Popsängers übernommen und 2005 dessen Gerichtskosten in Millionenhöhe bezahlt.

Al Chalifa habe helfen wollen, Jacksons Karriere neu zu starten und Millionen für Jacksons Gerichtskosten gezahlt. Er habe Jackson nach Bahrain kommen lassen und mitsamt seiner Familie und Begleitung unterstützt. Dazu hätten auch 350.000 Dollar für einen Urlaub in Europa für Jackson und seine Freunde gehört.

Jackson habe im Gegenzug den Vertrag über eine Platte, eine Autobiografie und eine Musical-Produktion nicht eingehalten. Jackson hatte zum Prozessauftakt mitteilen lassen, die Zahlungen seien ein "Geschenk" gewesen, es habe keine gültige Abmachung über einen Vertrag gegeben. Der Musiker steckt bereits seit Jahren in finanziellen Schwierigkeiten. In der vergangenen Woche gab er das Verfügungsrecht über sein seit langem leerstehendes Anwesen Neverland in Kalifornien auf.

AP/DPA / AP / DPA