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Reportage

Meghan Markle und Prinz Harry: Besser als jede WM-Party: So war mein Tag in Windsor

Ganz Windsor feiert die Hochzeit von Meghan und Harry. stern-Redakteurin Sarah Stendel war mittendrin. So erlebte sie das Spektakel zwischen tausenden Royal-Fans. 

von Sarah Stendel, Windsor

Meghan Markle Prinz Harry

Meghan Markle und Prinz Harry fuhren in einer offenen Kutsche durch das Örtchen Windsor. Überall zu sehen: Union Jacks und begeisterte Fans.

DPA

Wer denkt, Public Viewing beim Fußball sei emotional, der war noch nie bei einer Royal Wedding: So viel kollektives Seufzen und Jubeln erlebt man selten. Bei der Hochzeit von Prinz Harry und in Windsor jagte jedenfalls ein Gänsehautmoment den nächsten.

Meghan Markle und Prinz Harry heiraten in Windsor: So war die Stimmung vor Ort

Schon als der Bräutigam erstmals auf der Leinwand zu sehen ist, bricht die Menge spontan in Jubel aus. Immerhin gilt Harry als der heimliche Liebling beim Volk. Wunderschön auch der Moment, als tausende Menschen gemeinsam in den in der Kirche vorgetragenen Oldie "Stand by Me" einstimmen. Für die Queen werden liebevoll Union-Jack-Fahnen geschwenkt, beim Ja-Wort ploppen die Sektkorken - mit perfektem Timing. Kurz: Das malerische Örtchen ist an diesem Samstag im Ausnahmezustand.

Tausende Menschen säumen schon am frühen Morgen die Straßen, viele verkleidet mit Krönchen und schicken Hüten oder gleich mit Prinz-Harry-Masken. "Zu 90 Prozent freue ich mich für sie, zu 10 Prozent bin ich neidisch", ist zum Beispiel auf einem Plakat zu lesen. Die Stimmung: eine Mischung aus Karneval und Oktoberfest - nur feierlicher und entspannter.

Familien picknicken gemütlich auf dem Rasen, daneben genießen Pärchen die Sonne oder schenkt sich ein Junggesellenabschied Drinks nach - die es übrigens ab 10 Uhr morgens an den vielen Buden zu kaufen gab. 

Das ist das Schöne an der Royal Wedding: Sie bringt alle auf die Beine. Die Schuljungs, die mit kopierten "Souvenir"-Heften im Zug nach Windsor versuchen, ein Geschäft zu machen genauso wie die älteren Damen, die mit Sekt auf Campingstühlen im Kreise sitzen und die vermutlich schon auf Charles und Diana angestoßen haben. 

Royal-Fans reisten früh am Morgen nach Windsor

Mit Meghan Markle, der neuen Herzogin von Sussex, bekommen die Briten nun ein königliches Familienmitglied, die dem royalen Protokoll nicht wirklich entspricht: Amerikanerin, geschieden und aus dem Show-Business. Fragt man die Leute vor Ort in Windsor, sind sich aber alle einig: Toll ist sie, die Meghan. "Sie ist so unabhängig und hat Klasse. Sie macht sich wirklich gut", schwärmt eine Britin. Und sehr verliebt sei das Paar - das sehe man doch!

Tatsächlich sind auch viele Amerikaner für das Spektakel angereist, schließlich kennt man in den USA Schlösser und Prinzen nur aus dem Märchen. "Die Clooneys sind unsere Royals", scherzen zwei Freundinnen aus Seattle, als das Glamour-Paar mit zahlreichen anderen Hollywood-Promis auf der Leinwand zu sehen ist. Sie sind wie viele andere seit fünf Uhr morgens vor Ort, um einen Blick auf das Brautpaar zu erhaschen. 

Kutschfahrt durch Windsor

Als um 13 Uhr die Kutschfahrt an den Fans vorbei beginnt, sind die meisten Zuschauer schon ganz selig von der Trauung. Der Jubel der Massen kündigt die Royals an, dann geht alles ganz schnell. Viel Winken, viel Rufen, - schon sind Harry und Meghan wieder aus dem Sichtfeld verschwunden. 

"Das waren die besten 10 Sekunden in meinem Leben", scherzt ein Familienvater. Es gibt sicher nicht viele, die ihm heute widersprechen würden. Auf Harry und Meghan!