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Monarchie: Nachwuchs für Felipe und Letizia

Das Warten hat ein Ende: Spaniens Kronprinz Felipe und seine Frau Letizia erwarten im November ihr erstes Baby. Die bürgerliche Letizia Ortiz ist seit fast einem Jahr mit dem spanischen Thronfolger Felipe verheiratet.

Baby-Glück im spanischen Königshaus: Kronprinz Felipe und seine Frau Letizia erwarten im November ihr erstes Kind. Der Junge oder das Mädchen wird den zweiten Rang in der Thronfolge einnehmen, hinter dem Vater. Mit einem knappen Kommuniqué gab das spanische Königshaus am Sonntag in Madrid bekannt, dass Letizia seit drei Monaten schwanger sei. Die Mitteilung erfolgte zwei Wochen vor dem ersten Jahrestag der Hochzeit des Thronerben mit der früheren Fernsehmoderatorin. Sie beendete in Spanien monatelange Spekulationen über eine Schwangerschaft der 32-jährigen Letizia. Schon kurz nach der Märchenhochzeit am 22. Mai 2004 waren in der Klatschpresse erste Gerüchte aufgekommen, wonach die Prinzessin Zwillinge erwarte. Im September nahmen die Spekulationen ein solches Ausmaß an, dass Felipe (37) und Letizia sie offiziell dementierten.

Das Baby wird an zweiter Stelle der spanischen Thronfolge stehen - nach Felipe. Sollte es ein Mädchen werden, müsste es allerdings einem Bruder Vortritt gewähren, falls Felipe und Letizia später einen Sohn bekommen sollten. In der spanischen Verfassung ist festgelegt, dass der älteste männliche Nachkomme des Königshauses später den Thron besteigt. Die Regierung will diese Regel ändern, denn sie sieht darin ein Verstoß gegen die Gleichberechtigung. Dazu müsste jedoch die Verfassung geändert werden. Auch Felipe hat zwei ältere Schwestern, die 41-jährige Elena und die 39-jährige Cristina. Cristina, die mit dem baskischen Exhandballspieler Inaki Urdangarin, verheiratet ist, erwartet im Frühsommer ihr viertes Kind; Elena hat zwei Kinder.

Letizia, eine bekannte Fernsehjournalistin, und Felipe hatten im November 2003 ihre Verlobung bekanntgegeben. Für die meisten Spanier kam die Nachricht überraschend, war doch den wenigsten bekannt, dass der Prinz und die Moderatorin ein Paar waren. Die beiden hatten sich 2002 bei einer Dinnerparty kennengelernt.

Letizia musste sich Zuneigung erst erkämpfen

Nicht überall stieß die Verbindung auf Wohlwollen: Zum einen war Letizia bürgerlich, zum anderen hatte sie bereits eine Kurzehe hinter sich und war geschieden. Viel Freunde machte sich die junge Frau dann, als sie sich nach dem Terroranschlag in Madrid am 11. März 2004 mit Königin Sophia um Verletzte und Angehörige von Opfern kümmerte. Der Anschlag überschattete auch die Traumhochzeit am 22. Mai in der Madrider Almudena-Kathedrale, zu der Europas gesamter Hochadel eingeladen war. Felipe galt bis zu seiner Verlobung als einer der begehrtesten Junggesellen weltweit. Seit der Hochzeit läuft ihm, was das Interesse der Klatschpresse angeht, allerdings seine Frau den Rang ab.

Seit ihrer Tauung wurde das Paar immer wieder mit der Frage konfrontiert, was denn mit dem Nachwuchs sei. "Er wird kommen, aber ich weiß nicht wann", sagte die Prinzessin Ende vorigen Jahres. Bei der Verlobung im November 2003 hatte der Kronprinz den Spaniern anvertraut: "Ich wünsche mir mehr als zwei Kinder, aber weniger als fünf." Dies versetzte damals selbst die Braut in Erstaunen. "Sieh mal einer an!", konterte Letizia.

"Infant von Spanien" ist siebtes Enkelkind

Ihr Kind erhält mit der Geburt den Titel "Infant von Spanien" und muss nach dem Protokoll mit "Königliche Hoheit" angeredet werden. König Juan Carlos sagte auf die Frage, ob der Spross des Thronfolgers etwas Besonderes sei: "Nein, er wird genau so behandelt wie die anderen Enkel auch." Das Kind von Felipe und Letizia wird der siebte Enkel des Königs sein.

Die Experten von der Regenbogenpresse glaubten, bei Letizia schon seit ein paar Wochen eine Veränderung festgestellt zu haben. "Die Prinzessin wirkt glücklich und entspannt", schrieb das Magazin "Lecturas" kürzlich. "Letizia durchlebt süße Augenblicke." Seit der Heirat des Paares hatten Reporter genauestens darauf geachtet, ob an der Taille der Prinzessin eine Rundung zu erkennen war.

Kindersegen beim europäischen Hochadel

Felipe und Letizia setzen den Baby-Boom in den europäischen Königshäusern fort. Erst kürzlich hatten im Abstand von wenigen Stunden die Höfe in Dänemark und Norwegen der Öffentlichkeit mitgeteilt, dass royaler Familienzuwachs ins Haus steht. Prinzessin Mary (33) erwartet zusammen mit dem dänischen Kronprinzen Frederik (36) Ende Oktober ihr erstes Kind. Frederik und Mary hatten gut eine Woche vor Felipe und Letizia geheiratet. Kurz darauf folgte der Osloer Hof mit der Ankündigung, dass Prinzessin Mette-Marit (31) und Kronprinz Haakon (31) für Dezember das zweite gemeinsame Kind erwarten. Mette-Marit und Haakon, die 2001 heirateten, haben bereits die Tochter Ingrid Alexandra. In Norwegen hat überdies kürzlich Prinzessin Märtha Louise (33) ihr zweites Kind zur Welt gebracht.

Bereits Mitte Juli soll das zweite Kind des niederländischen Thronfolgerpaares Maxima und Willem Alexander geboren werden. Das erste Kind des seit 2002 verheirateten Paares, Prinzessin Catharina-Amalia, wurde am 7. Dezember 2003 geboren.

AP, DPA / AP / DPA
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