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Moshammer-Nachlass: Immobilienhändler ist der Haupterbe

Die Spekulationen um Moshammers Millionenerbe haben ein Ende. Ein befreundeter Immobilienhändler und Geschäftspartner erbt das Vermögen.

Als Haupterben hat der Modeschöpfer seinen langjährigen Geschäftspartner, den Immobilienhändler Walter Käßmeyer eingesetzt. Der 76-Jährige soll das auf mehrere Millionen Euro geschätzte Erbe im Sinne Moshammers verteilen.

Aus Dank als Alleinerbe eingesetzt

Der Haupterbe und Geschäftspartner Käßmeyer hat bisher keine Erklärung abgegeben, ob er das Erbe auch antreten will, wie der Präsident des Amtsgerichts München, Gerhard Zierl, sagte. Er habe sechs Wochen Zeit, das Erbe auszuschlagen. Zeitungsberichten zufolge ist Käßmeyer seit 1966 zu 50 Prozent an Moshammers Edelboutique in der Münchner Innenstadt beteiligt. Er soll dem Edelschneider einst einen Privatkredit von 230.000 Euro gewährt haben, damit dieser sich aus einfachen Verhältnissen hocharbeiten konnte, schreibt "Bild". Zum Dank dafür habe Moshammer ihn zum einzigen Erben gemacht.

Von dem Vermögen Moshammers sollen laut "Bild"-Zeitung der von Moshammer gegründete Verein "Licht für Menschen ohne Obdach" ein Bankguthaben sowie den Gewinn aus der Versteigerung eines originalen Napoleon-Hemdes. Allerdings gibt es Unklarheiten um den Verein. Mehreren Medienberichten zufolge soll er nur auf dem Papier bestanden haben. Die Obdachlosen-Zeitung "Biss" soll den Erlös aus der Versteigerung von Moshammers Schmuck und Autos erhalten.

Moshammers geliebte Yorkshire-Hündin Daisy darf bis zu ihrem "natürlichen Tod" in dem Nobel-Anwesen in Grünwald leben. Danach soll die Villa für wohltätige Zwecke verkauft werden. Der Chauffeur erbt dem Bericht zufolge die Eigentumswohnung in München, in der er momentan auch schon lebt. Auch die Haushälterin des Modeschöpfers und die Pächterin des Restaurants "Hundskugel" würden finanziell versorgt.

"München wird Dich vermissen"

Hunderte Münchner haben sich am Freitag von dem vor einer Woche ermordeten Modeschöpfer Rudolph Moshammer verabschiedet. Zu den Klängen von Mozarts Streichquartett defilierten sie in der Münchner St. Lukas Kirche an dem mit einem weißen Blumenmeer bedeckten Mahagoni-Sarg vorbei. Schon am frühen Freitagmorgen warteten Dutzende Menschen vor der Lukaskirche, um sich von Moshammer zu verabschieden. Der Sarg wird für die Öffentlichkeit geschlossen bleiben. Allein in der ersten Stunde trugen sich rund 300 Menschen in das Kondolenzbuch ein. "München wird Dich vermissen", war dort zu lesen, und: "Danke, dass Du gelebt hast". Das Trauerkomitee aus Freunden des Modeschöpfers hat insgesamt 10.000 Sterbebildchen drucken lassen, die bis zum Samstag an die Trauernden verteilt werden.

Der Pfarrer der evangelischen Lukaskirche, Helmut Gottschling, sagte, Moshammer sei zwar aus der Kirche ausgetreten, jedoch sei er der Gemeinde durch sein Engagement für die Obdachlosen eng verbunden gewesen. Die Entscheidung für die Aufbahrung sei auf Anfrage des Freundeskreises gefallen. "Wir möchten den Menschen, die Abschied nehmen möchten, dafür einen würdigen Rahmen geben", sagte Gottschling. Das große Bedürfnis der Münchner nach einem bewussten Abschied sei auch an der Modeboutique Moshammers deutlich geworden, wo sich seit seiner Ermordung Blumen und Abschiedsbriefe häufen.

Moshammer war vor einer Woche erdrosselt in seinem Haus gefunden worden. Der mutmaßliche Mörder, ein 25-jähriger Iraker, gab an, Moshammer habe den vereinbarten Liebeslohn nicht zahlen wollen. Moshammer wird an diesem Samstag auf dem Ostfriedhof beigesetzt. Zu der Trauerfeier zuvor in der Allerheiligen-Hofkirche werden rund 400 geladene Gäste erwartet, unter ihnen der Sänger Roberto Blanco.

DPA / DPA
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