Tream bei "Sing meinen Song"
"Ich bin einfach ein alter Provokateur"

Schlagerrapper Tream wagt sich bei "Sing meinen Song" auf neues Terrain und bleibt sich trotzdem treu.
Schlagerrapper Tream wagt sich bei "Sing meinen Song" auf neues Terrain und bleibt sich trotzdem treu.
© RTL / Markus Hertrich

Debattieren Sie mit!

  • Mit stern-Account aktiv an allen Debatten teilnehmen und kommentieren.
Jetzt registrieren
Tream ist als erster Schlagerrapper bei "Sing meinen Song" ein ungewöhnlicher Gast. "Ich habe schon provoziert", erklärt er im Interview.

Lederhose, Rap und Partyschlager unter südafrikanischem Himmel: Tream (27) bringt bei "Sing meinen Song" sein ganz eigenes Flair mit. Der Vollblut-Bayer trifft in der aktuellen Staffel des Tauschkonzerts auf alte Hasen wie Mark Forster, den Grafen, Alina Süggeler (Frida Gold), Giovanni Zarrella sowie Deine Cousine und die Scorpions als Special Guests. Für Tream, dessen Folge am 25. Mai läuft (20:15 Uhr, Vox), ist es die erste TV-Show seiner Karriere.

Seinen kometenhaften Aufstieg seit 2022 kann Tream, der auf seinen Tourneen Arenen füllt, selbst kaum fassen. Am 22. Mai erschien sein mittlerweile siebtes Studioalbum "Stammtischparolen". Doch der Preis dafür ist real: In Südafrika stieg er beispielsweise mit Fieber auf den Tafelberg, um noch Musikvideos zu drehen, wie er im Interview mit spot on news verrät. Er kämpfe ständig gegen das "höher, schneller, weiter", ohne es ganz loslassen zu können. Seine Zeit bei "Sing meinen Song" und seine Mitstreiter sind ebenfalls Thema.

Warum haben Sie sich entschieden, bei "Sing meinen Song" teilzunehmen?

Tream: "Sing meinen Song" ist für mich die authentischste Sendung für einen Musiker. Da ist nichts aufgesetzt, das ist alles echt. Dass man einen Song von einem anderen Musiker neu interpretieren darf, macht auch einfach Spaß. Außerdem bin ich ein großer MoTrip-Fan und hatte durch seine Teilnahme schon viele Ausschnitte aus der Sendung gesehen.

Hatten Sie anfangs Bedenken, mit Ihrem Stil nicht ganz in das Format zu passen?

Tream: Ich glaube, ich habe an der einen oder anderen Stelle schon provoziert, weil ich einfach ein alter Provokateur bin. Deshalb war es wichtig, dass die anderen Stars cool sind und man auf einer humorvollen Ebene miteinander umgeht. Aber die waren alle total bodenständig, lustig und haben das einfach gefeiert. Vielleicht lag es auch an Südafrika - dieser Ort macht etwas mit dir. Alle waren gut drauf und hatten Bock. Da muss man dann auch nicht bei jedem Song emotional werden.

Wie haben Sie die Dynamik im Cast erlebt?

Tream: Es war cool, die anderen Künstler und Künstlerinnen persönlich kennenzulernen. Unabhängig davon, ob ich jetzt der größte Fan war, habe ich mit ihnen einfach ein paar Bierchen getrunken und hatte eine gute Zeit.

Wie war denn zum Beispiel Ihr Eindruck von Mark Forster?

Tream: Der Mark ist ein leiwander Bursche. Direkt bei der Kennenlernparty habe ich ihm gesagt: "Hey, sei mir nicht böse, aber ich finde deine Musik scheiße." Und er meinte: "Mach dir nichts draus, ich deine auch." (lacht) Ich habe es mit ihm aber wirklich super ausgehalten, er ist ein guter Mensch. Und er hat richtig viel abgerissen. Er macht viel Radiozeug, aber wenn man sich mit seinem Katalog beschäftigt, sieht man, was da noch alles dahintersteckt.

Mit Giovanni Zarrella haben Sie sich besonders gut verstanden?

Tream: Ja, Giovanni Zarrella ist jetzt mein Bro. Wir gehen gemeinsam ins Stadion und ich fahre nach Italien, das haben wir schon ausgemacht. Von allen Leuten ist er mir besonders im Herzen geblieben, da ist wirklich eine Freundschaft entstanden. Er hat mir vor ein paar Tagen noch geschrieben: "Ey, kleiner Bruder, was geht?"

Für Sie war es die erste TV-Show. Wie war es, vor den Kameras zu stehen?

Tream: Ich habe es mir schlimmer vorgestellt, als es war. Von ein paar Künstlern, die schon dabei waren, hatte ich Storys gehört, dass das die anstrengendste Woche ihrer Karriere war. Bei uns war es aber tatsächlich total entspannt und ich war einfach, wie ich bin. Es war jedes Mal wie eine Gartenparty, ich habe die Kameras auch gar nicht richtig wahrgenommen.

Man kennt Sie bislang eher als energiegeladenen und polarisierenden Typen. Konnten Sie sich auch verletzlicher zeigen?

Tream: Ja, das hat mich schon bewegt. Oft nutze ich Provokation und Humor auch, um vor dem ständigen "höher, schneller, weiter" zu fliehen. Da passt die Metapher eines Autos ganz gut: Das Auto ist meine Karriere, ich sitze am Steuer und es wird immer schneller, jedes Mal kommt ein neuer Hebel dazu, den ich kontrollieren muss. Ich versuche dann manchmal, diesem Leben auszuweichen, aber es ist schon eine große Drucksituation. Alles hat sich verändert und du sollst immer glänzen und ein Lächeln auf den Lippen haben. Deswegen habe ich auch den sehr persönlichen Song "Psycho" performt, der das alles gut zusammenfasst.

Wie haben Sie Südafrika als Land wahrgenommen?

Tream: Leider war ich in der Woche, die ich nach der Aufzeichnung angehängt hatte, ziemlich krank. Trotzdem konnte ich einen guten Einblick gewinnen. Die Schere zwischen arm und reich zu erleben - links die Slums und rechts das Villenviertel - das macht mich betroffen. Die Menschen werden da einfach im Stich gelassen. Ich konnte mit einigen Locals sprechen, die mir viel berichtet haben. Mit einem Uber-Fahrer habe ich sogar jetzt noch Kontakt. Er macht Musik und hat erzählt, dass ihm sein Studio-Equipment gestohlen wurde. Da musste ich aushelfen und jetzt hat er mir Bilder geschickt, dass er sich neues Equipment gekauft hat. Das macht mich glücklich, wenn man mit kleinem Einsatz das Leben von jemandem so positiv beeinflussen kann. Abseits davon sind die Pflanzen, die Tiere und das Wetter natürlich wunderschön.

Sie waren während der Dreharbeiten krank?

Tream: Nein, danach. Ich habe noch zwei Musikvideos vor Ort gedreht und bin dafür mit Fieber um drei Uhr früh mit nur zwei Stunden Schlaf auf den Tafelberg hochgegangen. Es war wirklich schlimm, aber wir haben es hinbekommen. Empfehlen würde ich das aber keinem. Ich bin aber auch extrem unsportlich, also sollte man sich daran kein Beispiel nehmen. (lacht)

Apropos Aufstieg: Sie haben bereits über den hohen Druck Ihrer Karriere gesprochen. Können Sie Ihren blitzartigen Erfolg überhaupt greifen?

Tream: Es ist eigentlich immer noch unvorstellbar für mich. Es hat aber natürlich viel mit der musikalischen Leistung zu tun, dass man ehrgeizig ins Studio geht und diszipliniert arbeitet. Ich glaube, die Vorstellung, nicht von meiner Musik leben zu können, treibt mich zusätzlich an. Den ganzen Tag Musik machen zu dürfen, ist mir daher gleichzeitig die größte Freude und größte Pflicht. Ich gebe mir wirklich Mühe, für meine Fans das Maximum rauszuholen. Egal, ob beim Schreiben oder live. Irgendwann wird man auch eine Pause brauchen und sich vielleicht auf die Gründung einer eigenen Familie konzentrieren. Aber bis dahin wollen wir schon noch ordentlich Gaudi haben.

Wie schaffen Sie es, sich trotzdem Auszeiten zu nehmen?

Tream: Ich bin nicht mehr so streng mit mir. Früher habe ich Songs im Akkord geschrieben, ich könnte immer arbeiten. Aber höher, schneller, weiter - das bringt dir nichts. Du brauchst eine Familie, eine Basis. Das Wichtige sind die Menschen, mit denen du dich umgibst. Das ist das wahre Glück im Leben und ich versuche, dazwischen zu balancieren. Wenn ich merke, es ist gerade zu viel mit Tream, gehe ich zu meiner Oma oder zu meinen besten Freunden und versuche runterzukommen.

In Ihren Texten geht es aber oft um Party und Ausnahmezustände. Wie viel davon ist Ihr echtes Leben?

Tream: Ich bin schon ein Mensch, der sehr gerne Party macht. Dieses Gemeinschaftsgefühl gibt mir immer Kraft. Ich glaube, wir sind alle soziale Wesen, wir brauchen Kontakte. Ich treffe einfach gerne Leute und fahre in die Diskothek oder auf ein Fest, da wird angestoßen und einfach mal gefeiert. Aber ich liebe es auch, im Fußballverein zu sein, Fußball zu schauen oder einfach am Weiher am Lagerfeuer zu sitzen, zu quatschen und unter den Sternen einzuschlafen.

SpotOnNews

PRODUKTE & TIPPS