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Moshammer-Nachlass: Spekulationen um Millionenerbe

Gerüchte ranken sich um den Millionen-Nachlass von Rudolph Moshammer. Freunde gehen davon aus, dass seine Stiftung für Obdachlose den Löwenanteil erhält. Aber auch sein Chauffeur wird nicht mit leeren Händen ausgehen.

Nach dem Mord an Rudolph Moshammer wird weiter über seinen Millionen-Nachlass spekuliert. Sein Arzt und Vertrauter, Arnulf Borchers sagte, er gehe davon aus, dass Moshammer seiner Stiftung "Licht für Menschen ohne Obdach" einen Großteil seines Vermögens vermacht habe. "Es war sein größter Wunsch, dass dieses Engagement auch nach seinem Tod fortgesetzt wird", sagte Borchers. Unklar ist weiter, wer der Haupterbe ist, der laut Testament die verschiedenen Vermächtnisse unter anderem an gemeinnützige Organisationen erfüllen soll.

Moshammers langjähriger Chauffeur, Andreas K., ist derzeit der Generalbevollmächtigte. Nach Borchers Worten wird er wahrscheinlich die Wohnung im noblen Stadtteil Harlaching erben, die er bereits seit Jahren bewohnt. "Eine sehr schöne und auch teure Immobilie", so Borchers. Die Wohnung sei ähnlich pompös eingerichtet wie Moshammers nahe gelegene Villa im Vorort Grünwald. Andreas K., der Moshammers Schoßhündchen Daisy bei sich aufgenommen hat, soll außerdem eine lebenslange Rente erhalten. Auch Moshammers enge Vertraute Angela Opel werde wahrscheinlich bedacht sein.

Die Höhe von Moshammers Vermögen ist weiter unklar. Auch wollte Borchers nicht verraten, wie viel Geld der 1991 von Moshammer gegründete Verein "Licht für Menschen ohne Obdach" genau erhält. Er sagte lediglich: "Moshammer war nicht unvermögend und ein cleverer Geschäftsmann." Der Vater Moshammers war selber obdachlos und alkoholkrank gewesen und verstarb, als Moshammer 17 Jahre alt war. In einem Interview Anfang Januar hatte Moshammer noch gesagt: "Ich musste schneller erwachsen werden als andere, für meine Mama und mich sorgen. Mein Vater raubte mir die Zeit, die eigentlich am schönsten und unbeschwertesten sein sollte."

"Das Geschäft hat von seiner Person gelebt"

Moshammers Modeboutique in der Maximilianstraße werde voraussichtlich nicht weitergeführt, sagte Borchers. "Ohne seinen Namen und ohne ihn hinter der Theke ist das unmöglich. Das Geschäft hat von seiner Person gelebt." Er rechne mit einem Räumungsverkauf. Weitergeführt werde hingegen voraussichtlich die Traditionsgaststätte "Hundskugel", die Moshammer 1983 gekauft hatte. Das 1440 erbaute Haus ist das älteste Gasthaus Münchens. Die Pächterin hat bereits angekündigt, sie wolle die Gaststätte "in seinem Sinne" weiterführen.

München wird Moshammer am Samstag in einer großen Trauerfeier die letzte Ehre erweisen. Moshammers geliebte Yorkshire-Hündin Daisy darf ausnahmsweise mit auf den Friedhof. Die Hundedame dürfe in der Tasche oder auf dem Arm getragen in den Friedhof hinein, bestätigte der Leiter der Friedhofsverwaltung, Herbert Huber. "Ich wollte die beiden nicht auseinander reißen, Moshammer und seine Daisy."

Moshammers Mörder wegen Suizidgefahr in psychatrischer Abteilung

Die Ermittler prüfen unterdessen, ob Moshammer seinen Mörder möglicherweise schon länger kannte. Die Freundin des mutmaßlichen Täters Herisch A. sagte dem RTL-Magazin "Explosiv", sie haben ihren Freund mehrfach auf dem Beifahrersitz eines "schönen schwarzen Autos" gesehen. Außerdem habe er ihr von einem "sehr reichen Freund" erzählt, der ihm Geld für Sex gebe. Sie könne sich vorstellen, dass der umstrittene "Liebeslohn" von 2000 Euro nicht nur für dieses eine Mal gewesen sei, sondern ein "gesammelter Betrag", sagte sie dem Sender. "Wir prüfen, ob die beiden sich schon länger gekannt haben und ob sie öfter sexuelle Kontakte hatten", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft München I, Anton Winkler, am Mittwoch. "Darauf liegt derzeit unser Hauptaugenmerk."

Der 25-jährige Iraker wurde inzwischen wegen Suizidgefahr in die psychiatrische Abteilung der Justizvollzugsanstalt Straubing gebracht. Nach den Worten von Bayerns Innenminister Günther Beckstein (CSU) hat eine unsichtbare Schweißspur den Mann überführt. Die Spur sei am Telefonkabel entdeckt worden. "Mit dem bloßen Auge sieht man so etwas nicht."

AP/DPA / AP / DPA