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"Geschockt und zutiefst beleidigt" Wegen "Affen"-Hoodie: Musiker The Weeknd beendet Kooperation mit H&M

The Weeknd H&M
Der kanadische Sänger The Weeknd hat äthiopische Wurzeln und ist entsetzt über das H&M-Motiv
© Raphael Dias/Getty Images
Die Modekette H&M zeigte ein schwarzes Kindermodel in einem Pullover mit Affen-Schriftzug und muss sich nun Rassismus-Vorwürfen stellen. Auch Sänger The Weeknd, Werbegesicht der Marke, zog Konsequenzen.

Er sollte eine jüngere Käuferschaft anlocken und kickte David Beckham nach langjähriger Zusammenarbeit vom Modethron: Die schwedische Bekleidungskette H&M engagierte im vergangenen Jahr den kanadischen Musiker The Weeknd als neues Werbegesicht. Im März 2017 präsentierte der 27-Jährige eine Auswahl seiner liebsten Kleidungsstücke.

The Weeknd will nicht mehr mit H&M arbeiten

Doch nach nicht mal einem Jahr ist die Kooperation nun beendet. Der Grund dafür ist ein Motiv, das H&M in seinem britischen Online-Shop veröffentlichte. Darauf ist ein schwarzer Junger zu sehen, der einen grünen Kapuzenpullover trägt. Das Sweatshirt hat die Aufschrift "Coolest Monkey In The Jungle", also "Coolster Affe im Dschungel". Er sei geschockt, beschämt und zutiefst beleidigt, twitterte The Weeknd nach der Veröffentlichung des Motivs. Er werde nicht mehr mit H&M zusammenarbeiten.Der 27-Jährige heißt mit richtigem Namen Abel Makkonen Tesfaye. Seine Eltern stammen aus Äthiopien und kamen Ende der Achtziger, wenige Jahre vor Tesfayes Geburt, als Immigranten nach Kanada.

Auch Boris Becker kritisiert das H&M-Motiv

Neben The Weeknd zeigte sich auch Ex-Tennisspieler Boris Becker entsetzt über das Werbemotiv. "Es hört nie auf...Wann fangen wir an, Farben zu respektieren!!!", twitterte der 50-Jährige. Beckers ältester Sohn Noah war vor wenigen Tagen von dem AfD-Politiker Jens Maier als "Halbneger" beschimpft worden.

Im Netz riefen viele empörte Kunden dazu auf, H&M zu boykottieren und bezeichneten das Motiv als "ekelhaft und unverantwortlich".

Die Modekette hat sich inzwischen öffentlich entschuldigt und angekündigt, das Bild von allen Kanälen zu löschen. Auch der Pullover selbst soll weltweit nicht mehr vertrieben werden. Den Ankündigungen muss H&M nun auch Taten folgen lassen: Am Dienstagmorgen war der Sweater zumindest auf der Übersichtsseite des britischen Online-Stores noch zu finden und wurde dort als "New Arrival" beworben.

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jum

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