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Nach der Entlassung: Britney tanzt auf dem Vulkan

Eben war sie noch in der Psychatrie, jetzt feiert sie schon wieder: Nachdem Britney Spears das Krankenhaus heimlich verlassen hat, ist sie mit ihrem neuen Freund beim Champagnerfrühstück gesehen worden. Sorgen scheint sich nur Ex-Mann Kevin Federline zu machen: Er hatte ihr eine Waffe geschenkt.

Von Frank Siering, L.A.

Familie, Freunde, Journalisten: Alle befürchteten das Schlimmste. Aber Britney Spears scheint den Krankenhaus-Aufenthalt im "Cedar Sinai Hospital" in Los Angeles sehr gut überstanden zu haben. Schon am Sonntagmorgen wurde das einstige Popsternchen mit ihrem derzeitigen Freund, dem Paparazzo Adnan Ghalib, im "Daily Grill" in Palm Desert, rund eineinhalb Autostunden von Los Angeles entfernt, lachend und gutgelaunt beim Champagnerfrühstück entdeckt. Palm Desert? Champagnerfrühstück? Ist das dieselbe Britney Spears, die noch vor drei Tagen ihren Sohn im Badezimmer festhielt und nur mit Polizeigewalt und gefesselt auf die psychiatrische Abteilung des "Cedar Sinai"-Krankenhauses gebracht werden konnte? Kaum zu glauben, aber dennoch wahr. Britney Spears tut so, als sei nichts gewesen. Oder ist sie im Moment, wie viele Beobachter in Hollywood vermuten, einfach nicht mehr Herrin ihrer Sinne?

Denn die Nachrichten um die 26-Jährige junge Frau überschlagen sich derzeit. Sie leide schon seit Jahren unter manischer Depression, die nach der Geburt ihres ersten Sohnes begonnen haben, und nach der Geburt des zweiten Jungen noch schlimmer geworden sein sollen. "Diese mentale Instabilität", so zitieren US-Medien Familienfreunde, habe in der Vergangenheit schon oft zu "grenzwertigen Situationen" geführt (Anm. der Redaktion: Manisch depressive Menschen neigen oft zu Selbstmord), aber Britney Spears habe auf Ratschläge, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen, "einfach nicht reagiert".

"Britney Spears zeigt ganz deutlich die Merkmale einer Patientin, die an manischer Depression leidet", sagt Diana Kirschner, eine Psychologin aus Los Angeles. Sie hat Spears nicht behandelt, weiß aber, dass "Patienten mit einer dualen Diagnose meist ein Drogenproblem haben und an manischen Depressionen leiden".

Waffe im Hause Spears

Besonders dramatisch scheint die Situation im Moment vor allem deshalb, weil jetzt herauskam, dass Spears vor zwei Jahren von ihrem Ex-Ehemann Kevin Federline zum Geburtstag eine Baretta-Pistole geschenkt bekommen haben soll. Die Waffe habe die Sängerin samt Munition in ihrem Schlafzimmer aufbewahrt. Federline berichtete am Wochenende, dass er um das Leben seiner Kinder fürchtete und deshalb auch froh sei, dass der Mutter vorerst das Besuchsrecht entzogen worden sei.

Das Verhalten von Spears deutet tatsächlich darauf hin, dass sie mental derzeit nicht auf der Höhe ist. Anstatt nach Louisiana zu reisen, wie von den Ärzten im "Cedar Sinai Hospital" empfohlen, macht sie derzeit da weiter, wo sie schon vor dem Zusammen aufgehört hatte. Party und Spaß - koste es, was es wolle.

Falsche Freunde stehen Schlange

Und die falschen Freunde zeigen derweil weiterhin ihre fiese Fratze. "Familienfreund" Dr. Phil, ein zu Ruhm gelangter TV-Psychologe, hatte sich am Wochenende ins Krankenhaus begeben um mit "Britney in Ruhe über ihren Zustand zu sprechen", wie Dr. Phil in einer eilig herausgegebenen Pressemitteilung zum Besten gab. Nun stellte sich heraus, dass er sich heimlich ins Zimmer von Britney geschmuggelt hatte. Der Popstar wollte den Psychologen, der angeblich gut mit der Mutter von Brit befreundet ist, überhaupt nicht sehen. Unklar ist auch, warum ein solch renommiertes Krankenhaus wie das "Cedar Sinai", den Arzt einfach so ins Zimmer einer Patientin ließ.

Fest steht, dass der TV-Doktor keine Stunde, wie von ihm propagiert, sondern nur knappe zehn Minuten mit Spears sprechen konnte. Offenbar dennoch genug Zeit, um schnell eine Sondersendung seiner TV-Show für Dienstag zu produzieren. Denn Dr. Phil, ein quotengeiler Glatzkopf, der einst von Oprah Winfrey protegiert wurde, will Britney angeblich helfen. Deshalb hatte er ernsthaft vorgeschlagen, sie solle öffentlich in seiner Sendung über ihre Probleme sprechen. Willkommener Nebeneffekt für den barmherzigen Britney-Freund: eine fantastische Einschaltquote. Doch so geisteskrank, auf das Angebot einzugehen, scheint selbst Britney zum Glück noch nicht zu sein.

Auch ihr derzeitiger Freund, der Fotograf Adnan Ghalib, scheint mehr auf seinen eigenen Vorteil bedacht zu sein, als daran, Britney zu helfen. Er bietet seine gemeinsamen Fotos mit Spears derzeit für fünf Millionen Dollar an Fotoagenturen in der ganzen Welt an, gibt offen zu, bereits mehrere hunderttausend Dollars mit Fotos von Britney verdient zu haben. Dass mit Britney Spears noch immer gut Geld zu verdienen, wissen nicht nur ihre Eltern, sondern offensichtlich auch andere, die diese arme Frau selbst in der wohl schwersten Zeit ihres Lebens noch gnadenlos ausnutzen wollen.

  • Frank Siering