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Neue Tonbandaufnahmen: Mel Gibson wettert gegen jüdischen Drehbuchautor

Neu aufgetauchte Audioaufnahmen beweisen, dass Mel Gibson das Fluchen gegen seine jüdischen Mitmenschen nach zwei Jahren noch immer nicht verlernt hat.

Von Frank Siering, Los Angeles

Lange Zeit war es ruhig geworden um Mel Gibson. Jetzt eilt der Oscar-Gewinner plötzlich in Windeseile wieder in die Schlagzeilen der Klatschmagazine zurück. Und wieder einmal sind es seine verbalen Fluchanfälle gegen Juden, die dem gläubigen Katholiken reichlich Ärger bereiten: Neue Tonbandaufnahmen, aufgezeichnet im Feriendomizil des Schauspielers in Costa Rica, zeigen, dass "Braveheart" Gibson seine Fäkalsprache noch immer gut beherrscht.

In einem Telefongespräch mit Drehbuchautor Joe Eszterhas wütet Gibson wie ein Rohrspatz in den Hörer. Er beschwert sich darüber, dass "ich zur Arbeit gehe, und du bezahlt wirst. Ich allerdings nicht. Scheiße! Ich verdiene die Kohle, und du kleiner Wixer verschaffst dir Vorteile. Du bist genauso wie jeder andere motherf***er", so Gibson.

Antisemitischer Wiederholungstäter

Das Telefonat hatte der Sohn von Eszterhas, Nick, aufgenommen. Die Anfeindungen sind insofern brisant, als Eszterhas von Gibson als Screenwriter für sein angedachtes Projekt "The Maccabees", die Story um einen jüdischen Mad Max, angeheuert worden war.

Das Projekt kam unlängst ins Stocken. Nicht zuletzt, weil es diverse Probleme zwischen Gibson und Eszterhas gab. So hatte Eszterhas kürzlich in einem Brief an Gibson noch einmal unterstrichen, dass der Hollywoodstar "Juden hasse" und den Holocaust angeblich in einem direkten Gespräch mit dem Autor als "absoluten Blödsinn" bezeichnet haben soll. Gibson leugnet, diese Äußerungen jemals getätigt zu haben.

Heikel sind die neuen Aufnahmen auch deshalb, weil Gibson bekanntlich in der Vergangenheit so seine Probleme mit dem Judentum hatte. Nach seiner Festnahme wegen Trunkenheit am Steuer in Malibu vor sechs Jahren hatte Gibson in einem Statement das jüdische Volk für "alle Kriege dieser Welt" verantwortlich gemacht.

Kreativ und leidenschaftlich

Seine Erfahrungen mit veröffentlichten Hasstiraden gegen andere hat der Mime ebenfalls. Unvergessen noch heute die "Nachrichten", die Gibson vor zwei Jahren auf dem Anrufbeantworter seiner einstigen Freundin und Mutter seiner jüngsten Tochter Oksana Grigorieva hinterlassen hatte. Darin drohte er unter anderem damit, Grigorieva umzubringen.

Nun also erneut ein wütender Mel Gibson. Das F-Wort spuckt er in seinem Telefonat mit Eszterhas mindestens siebenmal ins Telefon und scheint zum Ende des Gesprächs die Kontrolle über seine Sprache fast gänzlich zu verlieren. Ein Schimpfwort jagt das nächste. Nach der jetzigen Veröffentlichung meldete sich das Gibson-Lager sogleich zu Wort.

"Ich gebe zu, dass ich, wie so viele kreative Menschen, sehr leidenschaftlich und intensiv bin", so Gibson. Der 56-Jährige ist noch immer auf Bewährung für die mutmaßliche Körperverletzung im Falle Grigorieva. Unklar ist, ob die neuen Tonbandaufnahmen diese Bewährungsstrafe jetzt negativ beeinflussen können.

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