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Nicole Kidman Quallen, Sex und Hemingway

Australiens Exportschlager Nummer eins macht mit zwei Skandälchen auf sich aufmerksam. Ganz Amerika diskutiert über Nicole Kidmans Urin-Attacke auf das Gesicht von Zac Efron und ihren Stöhn-Sex mit Clive Owen.
Von Frank Siering, Los Angeles

Sie ist die Frau, die immer freundlich und zuvorkommend auftritt: Nicole Kidman. Ob in Interviews mit der internationalen Presse, auf dem Filmset oder im Umgang mit den lieben Kollegen, die 44-jährige Ehefrau von Country-Barde Keith Urban ist als "eine der höflichsten Damen in Hollywood" bekannt, weiß auch die "Los Angeles Times".

Umso erstaunlicher sind die Schlagzeilen, welche die vierfache Mutter (zwei Adoptivkinder mit Ex-Mann Tom Cruise, zwei leibliche Kinder mit Urban) dieser Tage macht. "Kidman pinkelt auf Zac Efron", "Heisser Sex mit Clive Owen".

Hoppla! Das klingt so gar nicht nach Nicole Kidman, sondern eher nach einer Dame aus dem horizontalen Gewerbe im San Fernando Valley.

"Jetzt lässt du diese Szene gefälligst auch im Film"

Doch es stimmt tatsächlich. In den beiden jüngsten Kidman-Produktionen können die Fans eine Oscar-Gewinnerin erleben, die provoziert, die schockiert. In ihrem neuen Film "The Paperboy" uriniert die schlanke Schönheit auf Teenieschwarm Zac Efron. Der Film feierte in Cannes Premiere.

Paperboy-Regisseur Lee Daniels äußerte sich zu der Pipi-Attacke in der amerikanischen GQ: "Zac wird im Film von einer Qualle gestochen. Und den Schmerz bekämpft man bekanntlich am besten mit Urin", so Daniels. Nicole Kidman springt sofort mit dem natürlichen Heilmittel ein. Nach der Einschätzung von Daniels habe Efron die Szene genossen.

Und der Regisseur gibt auch zu, dass er sehr wohl zweimal überlegt hat, ob er "die Pinkelszene drinlassen sollte". Es war Kidman, so Daniels, die sich dafür stark machte. Sie habe wörtlich gesagt: "Lee, du hast mich dazu gebracht, auf Zac Efron zu urinieren. Jetzt lässt du diese Szene gefälligst auch im Film."

"Sind all die Sexszenen wirklich notwendig?"

Mindestens ebensolches Stirnrunzeln verursacht derzeit ein weiterer Streifen mit Nicole Kidman. In dem Fernsehfilm "Hemingway & Gellhorn" geht es zwischen Clive Owen als Ernest Hemingway und Kidman heiß her. Die Australierin spielt darin Hemingways Geliebte und spätere dritte Ehefrau, die Kriegsreporterin Martha Gellhorn.

Die Sexszenen zwischen Kidman und Owen sind sehr explizit, und die 44-Jährige zeigt dabei akrobatische Verrenkungen auf einem Feldbett, die nur noch durch ihr lautes Stöhnen übertroffen werden.

Auf die lustvollen Szenen vom W-Magazin angesprochen, sagte Kidman: "Ich habe den Regisseur mehrfach gefragt, ob all diese Sexszenen wirklich notwendig für die Story sind". ­ Regisseur Phil Kaufman bejahte, und Kidman machte sich nackig.

Alte Thesen über Bord geworfen

In dem Film ist Kidman immer wieder dabei zu beobachten, wie sie sich Hemingway leidenschaftlich hingibt. Im Bett, im Kleiderschrank, in der freien Natur. Das Werk wie auch die Performance von Kidman, die immerhin eine Frau spielen muss, die 15 Jahre jünger ist als sie, erhielt zwei Tage nach der ersten Ausstrahlung im US-Fernsehen überwiegend gute Kritiken.

Und so scheint die These, Frauen über 40 könnten keine sexy Rollen mehr annehmen in Hollywood, plötzlich hinfällig zu sein. Vielleicht war es das, was Kidman mit ihren nackten Einsätzen beweisen wollte.


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