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Oscar-Preisträger: Ben Affleck will in Armut leben

1,50 Dollar am Tag - davon will "Argo"-Regisseur und Multimillionär Ben Affleck leben. Allerdings nur für eine begrenzte Zeit. Und nicht, weil er muss.

Von Frank Siering, Los Angeles

Multimillionär Ben Affleck, 40, lebt zusammen mit seiner Ehefrau Jennifer Garner und den drei gemeinsamen Kindern in einer der wohlhabendsten Gegenden von Los Angeles. Sein Anwesen in Brentwood wird auf 15 Millionen Dollar geschätzt. Die Kids schicken die Afflecks auf die Calthorp-Privatschule. Jährliche Schulgebühr: rund 30.000 Dollar.

Das ausgerechnet Affleck jetzt angekündigt hat, er wolle eine Woche lang von 1,50 Dollar am Tag leben, wirkt beim ersten Hingucken fast ein bisschen lächerlich.

Doch der 40-Jährige meint es offensichtlich sehr ernst. Vom 29. April bis zum 3. Mai will sich Affleck tatsächlich von weniger als zwei Dollar am Tag ernähren. Affleck via Twitter in dieser Woche: "1,4 Milliarden Menschen leben von weniger als 1,50 Dollar am Tag. Ich werde bei 'Live #BelowTheLine' mitmachen. Du auch?"

Ruhm "nutzvoller" einsetzen

Mit dieser Aktion will der karitativ sehr aktive Schauspieler auf das "Global Poverty Project" aufmerksam machen, das die Aktion "Live Below the Line" (unter der Armutsgrenze leben) gestartet hat. Karitatives Engagement bei Affleck ist nichts neues, er ist Gründer der Eastern Congo Initiative - einer Organisation, die sich für die wirtschaftliche Entwicklung im Kongo einsetzt.

Im Gespräch mit stern.de hatte Affleck in der Vergangenheit bereits angekündigt, dass er seinen Ruhm "nutzvoller einsetzen möchte" und auch deshalb "kein Problem damit hat, gewisse Initiativen, an die ich glaube, zu bewerben".

Nun also geht der Superstar noch einen Schritt weiter und nimmt - wie vor ihm schon Hugh Jackman - an diesem Experiment teil. Auch Sänger Josh Groban sowie die Schauspieler Debi Mazar und Tom Hiddleston wollen sich an der Aktion beteiligen.

Garten und Vorratskeller bleiben tabu

Die Regeln von "Live Below the Line" sind streng. So kann Affleck nicht einfach in den Vorratskeller gehen und die Reserven angreifen. Auch darf er nicht Früchte oder Gemüse aus dem Garten verspeisen, so diese in der kalkulierten Produktion mehr als 1,50 Dollar am Tag kosten. Geschenke dürfen ebenfalls nicht entgegengenommen werden.

Ob Affleck, der in der Regel im Bentley durch Beverly Hills kutschiert und im Privatjet durch die Gegend düst, in dieser Woche tatsächlich lernt, was es bedeutet in echter Armut zu leben, bleibt fraglich. Doch allein die Tatsache, dass er es versuchen will, bringt ihm schon vor dem Start des Experiments reichlich Respekt von seinen ebenso reichen Hollywood-Freunden ein. Die meisten wollen allerdings nicht auf ihren Luxus verzichten - auch nicht für fünf Tage.

Von Frank Siering, Los Angeles