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Pamela Anderson: Unzensiert und ohne Höschen

Die berühmteste Badenixe der Welt startet in den USA mit einer neuen Reality-Show durch. "Girl on the Loose" gibt freizügige Einblicke in das Leben von Pamela Anderson - und ist in Wirklichkeit ein Hilferuf der Schauspielerin, nicht in Vergessenheit zu geraten.

Von Frank Siering, L.A.

Die Blondine sitzt auf der Veranda und räkelt sich für die Kamera. Wahrgewordene Männerphantasien im knappen Sommerkleidchen. Höschen optional. Pamela Anderson rückt ihre beiden besten Investitionen ins Licht und flüstert: "Ich bin schon ein bisschen verrückt." Geständnisse einer kanadischen Silikon-Ikone in Hollywood. Auch mit 41 Jahren kann sich die zweifache Mutter ihrem Publikum immer noch verführerisch sexelnd präsentieren. Das tut sie jetzt in einer achtteiligen Reality-Show für den US-Sender "E!". Der Titel der Serie: "Girl on the Loose", was übersetzt soviel heißt wie "Das entfesselte Mädchen".

Nun ist die Bezeichnung "Mädchen" für eine erfahrene Frau wie Pamela Anderson sicherlich eher schmeichelnd und für ihre Freunde bei der radikalen Tierschutzorganisation PETA sogar leicht diskriminierend, aber Frau Anderson hat als eine der Produzentinnen der Sendung auch beim Titel mitgeredet und somit kein Problem mit der Anrede.

Kampf gegen die Fleischkonsumenten

Die Show portraitiert das, was die meisten Fans von Anderson ohnehin schon wissen. Ein Sexsymbol mit sozialem Engagement, immer noch auf der Suche nach neuen Anhängern und lukrativen Geschäftsideen. Wir sehen Pamela beim Kampf gegen die Fleischkonsumenten, beim Hauskauf in Malibu, beim Besuch in Washington, und natürlich darf auch das Witzeln über das mittlerweile als Klassiker unter den Internet-Pornos bekannte Filmchen mit Ex-Ehemann Tommy Lee nicht fehlen. "Ich wollte ein Stückchen von mir preisgeben, mich zeigen, wie ich wirklich lebe", erklärt Anderson bei einer PR-Präsentation zur neuen Serie in Los Angeles.

Die echte Pam bleibt ausgespart

Aber genau das ist Problem der Show. Beim genauerem Hinsehen fällt auf, dass das Leben von Pamela Anderson eigentlich gar nicht so aufregend ist. Sie frühstückt, sie bringt die Kinder in die Schule, sie telefoniert viel, und sie trifft sich am Abend mit alten Bekannten wie Hugh Hefner.

Um "Girl on the Loose" zumindest ein bisschen Aroma zu geben, darf der alternde Playboy-Chef dann auch gleich mal vor laufender Kamera die Brüste von Pam anfassen. Und um das Thema Sex weiter in den Fokus zu rücken, zoomen die Kameras bei einer Auktion auf die von Anderson gespendete Reizwäsche. Auch der alte "Baywatch"-Badeanzug darf natürlich nicht fehlen. Aber das war es dann aber auch schon. Das eigentlich Interessante, was die 41jährige ausmacht, fangen die Kameras nicht ein. Ihre Kinder sind für die Kameras tabu. Da hat Anderson wohl von den Fehlern ihrer guten Freundin Denise Richards gelernt. Die befindet sich bekanntlich noch immer in einem Rechtsstreit mit ihrem Ex-Ehemann Charlie Sheen, weil sie die gemeinsamen Kinder sehr wohl für ihre eigene Reality-Show hat filmen lassen. "Kinder von Prominenten gehören nicht in eine Reality-Show", sagt Anderson und lässt zumindest für einen kurzen Moment durchblicken, dass sie tatsächlich viel intelligenter ist, als sie oftmals zugibt.

"Vergesst mich nicht"

Und dann, völlig unerwartet, doch noch ein echter Einblick ins Seelenleben von Pamela Anderson. Beim morgendlichen Ritual vor dem Spiegel, interessanterweise werden Nahaufnahmen vermieden, auch eine Strandnixe bekommt irgendwann einmal Falten, sagt Anderson, dass die "meisten Leute Angst davor haben, gefilmt zu werden". Bei ihr, fügt sie dann leise hinzu, sei es das exakte Gegenteil: "Ich habe Angst, irgendwann einmal nicht mehr gefilmt zu werden." Und genau diese Aussage trifft den Nagel auf den Kopf.

Pamela Andersons neue Reality-Show ist ein Hilferuf. Ein Appell an die Welt: "Vegesst mich nicht. Ich bin noch immer hier." ­ Schade nur, dass sie ihren durchaus vorhandenen Intellekt immer wieder hinter Silikon und unter Bleichmittel versteckt.

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