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Plagiatsvorwurf: Madonna schürt Fehde mit Lady Gaga

Die beiden werden wohl keine Freundinnen mehr: Bei Proben in Israel hat Madonna einen Lady-Gaga-Hit angestimmt - um zu belegen, dass das Lied von einem ihrer Songs abgekupfert sei. Es folgte ein wahrer Blogger-Wirbelsturm.

Von Frank Siering, Los Angeles

Mit diesem Seitenhieb hatte wohl keiner gerechnet: Madonna stand auf der Bühne in Tel Aviv und probte ihren Klassiker "Express Yourself" aus dem Jahr 1989, als sie plötzlich - zur selben Melodie - in den Text von Lady Gagas "Born this Way" überschwenkte.

Damit nicht genug. Der musikalische Kurzausflug endete mit Madonnas neuem Song "She's Not Me". Übersetzt heißt das "Sie ist nicht ich". Madonnas Wink mit dem großen Plagiats-Zaunpfahl gegen ihre Konkurrentin Lady Gaga? Schon in der Vergangenheit hatte das "Material Girl" angemerkt, dass Lady Gaga ihren Stil und ihre Musik kopieren würde. Aber nie zuvor hatte die 53-jährige Popikone einen solch direkten Angriff gegen die "Monster-Mutter" Gaga gefahren. Kurz nach dem Einspielen der Musik blieb Madonna sekundenlang regungslos auf der Bühne stehen und blinzelte verschmitzt in die Kamera.

Madonna vs. Lady Gaga, Runde zwei

Ob gewollt oder nicht, die Aufnahmen von der Probe für ihre MDNA-Tour, die am Donnerstag in Tel Aviv durchstartet, sickkerten in Windeseile ins Internet ­durch und lösten einen wahren Blogger-Wirbelsturm aus. Mit Schlagzeilen wie "Der erste Schlag saß", "die Boxhandschuhe sind angelegt" oder "Madonna vs. Lady Gaga, Runde zwei" beschäftigten sich diverse Musikexperten mit der lodernden Fehde dieser beiden Pop-Diven.

Bisher hatte Madonna für die Vorwürfe, Lady Gaga würde sie gnadenlos kopieren, immer nur freundliche Worte übrig. Als Lady Gaga im vergangenen Jahr den Song "Born this Way" veröffentlichte, sagte Madonna gegenüber Newsweek: "Es ist doch ganz wunderbar, wie sie mein Lied neu auflegt."

Gaga hingegen hat sich stets gegen den Plagiatsvorwurf mit technischen Details gewehrt: "Wenn du die Lieder direkt nebeneinander herspielst, dann merkst du schnell, dass die einzige Ähnlichkeit in der Akkord-Progression zu finden ist", so die 26-Jährige.

PR-Profi Madonna

Ob nun abgekupfert oder nicht, hinter Madonnas plötzlichem Seitenhieb gegen eine der beliebtesten Popkünstlerinnen der Gegenwart, könnte sich - so vermuten diverse Musikkritiker - auch eine kalkulierte PR-Offensive verstecken. Madonnas neues Album "MDNA" hat sich bisher eher schlecht denn recht verkauft und war bereits nach der ersten Woche in den Billboard-Charts um mehr als 88 Prozent an verkauften Tonträgern gefallen.

Die Welttour durch 32 Länder sei zwar ausverkauft (Das Ticketvolumen beläuft sich demach auf 240 Millionen Dollar), aber die Pop-Diva braucht dringend einen Vitaminstoß, um die ins Straucheln geratene Karriere wieder ein bisschen anzuschieben.

Ein kleiner "gespielter" Streit mit Lady Gaga könnte da sicherlich helfen. Zumindest wenn es darum geht, wieder häufiger in den Medien erwähnt zu werden. Und dieses Ziel hat Madonna mit ihrer Probe in Tel Aviv schon jetzt erreicht.

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