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BBC-Interview: Missbrauchsskandal: Prinz Andrew unter Druck – jetzt spricht ein mutmaßliches Opfer

Sie erhebt schwere Vorwürfe gegen Prinz Andrew und will den Sohn der Queen als Lügner enttarnen: In einem BBC-Interview kommt nun Virginia Roberts zu Wort. Die Amerikanerin behauptet, als Minderjährige zum Sex mit dem Royal gezwungen worden zu sein.

Prinz Andrew

Prinz Andrew dürfte dem BBC-Interview von Virginia Giuffre mit Sorge entgegensehen

AFP

Die Adventszeit dürfte in diesem Jahr im britischen Königshaus alles andere als besinnlich ausfallen. Ein Grund dafür ist Prinz Andrew. Der zweitälteste Sohn der Queen beherrscht seit seinem desolaten BBC-Interview die Schlagzeilen. Nun gerät der 59-Jährige weiter unter Druck: Am Montagabend kommt eines der mutmaßlichen Opfer im Missbrauchs-Skandal um Jeffrey Epstein zu Wort. 

Die US-Amerikanerin Virginia Roberts erhebt seit Langem schwere Vorwürfe gegen Prinz Andrew. Die 35-Jährige behauptet, im Jahr 2001 als 17-Jährige dreimal zum Sex mit dem Royal gezwungen worden zu sein. In ihrem Interview will sie weitere Details nennen. Das Gespräch wird um 22 Uhr (MEZ) auf BBC One im Rahmen des Reportageformats "Panorama" ausgestrahlt.

In einem vorab verbreiteten Ausschnitt sagte Roberts bereits, es sei eine wirklich beängstigende Zeit in ihrem Leben gewesen. Der Sender wollte zu Promo-Zwecken eigentlich weiteres Vorab-Material aus dem Gespräch zeigen, entschied sich aber aufgrund der sensiblen Aussagen dagegen, berichtet die britische Zeitung "The Times".

Prinz Andrew bestreitet, Virginia Roberts je getroffen zu haben

Prinz Andrew hatte Mitte November in einem BBC-Interview über seine Freundschaft mit dem verstorbenen Geschäftsmann und mutmaßlichen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein gesprochen. Der Royal behauptete, sich nicht erinnern zu können, Virginia Roberts, die seit ihrer Hochzeit den Nachnamen Giuffre trägt, jemals getroffen zu haben. "Das ist nie passiert", sagte Andrew. An besagtem Tag im März 2001 habe er seine Tochter Beatrice zu einer Geburtstagsfeier in einem Pizza-Restaurant gefahren.

Auch die Echtheit eines Fotos, das ihn gemeinsam mit der damals 17-Jährigen im Haus der Epstein-Freundin Ghislaine Maxwell zeigt, zweifelte er an. Er könne sich nicht erinnern, dass solch eine Aufnahme je gemacht wurde. Als Begründung führte er an, dass er sich nie im Obergeschoss des Hauses aufgehalten habe und auch nicht so legere Kleidung tragen würde, wenn er in London unterwegs sei.

Der Prinz verstrickte sich in seinem Interview in Widersprüche, wirkte nervös und erfand offenbar fadenscheinige Ausreden. Genau das will Virginia Roberts nun belegen. "Er weiß, was passiert ist, ich weiß, was passiert ist. Und nur einer von uns beiden erzählt die Wahrheit", sagte sie.

jum