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BBC-Interview: "Ich habe damals nicht geschwitzt": Prinz Andrews absurdeste Aussagen

Er wollte mit dem Interview Klarheit schaffen, doch es droht zum Fiasko für das britische Königshaus zu werden: Prinz Andrew überraschte in dem BBC-Gespräch zu Jeffrey Epstein mit kuriosen Aussagen. Hier die wichtigsten im Überblick.

Unglückliches BBC-Interview: Missbrauchsskandal: Prinz Andrew redet sich um Kopf und Kragen

Die britische Presse spricht von einem Desaster, PR-Berater sollen ihm abgeraten haben und die Queen scheint tief besorgt: Das BBC-Interview von Prinz Andrew droht zu einem Fiasko für das Königshaus zu werden. In dem einstündigen Gespräch hatte sich der zweitälteste Sohn der Königin den Fragen von Reporterin Emily Maitlis gestellt. Konkret ging es um Andrews Freundschaft mit dem mutmaßlichen Sexualverbrecher Jeffrey Epstein, der im August dieses Jahres im Gefängnis Suizid beging. Der Prinz, der die Fragen vorab angeblich nicht kannte, wirkte unsouverän, nervös, geriet ins Stottern und überraschte mit absurden Erklärungen. 

Hier die wichtigsten Aussagen des Interviews im Überblick: 

Prinz Andrew über Virginia Roberts, die behauptet den Royal 2001 kennengelernt zu haben:

"Ich kann mich nicht erinnern, diese Frau jemals getroffen zu haben", sagte Andrew. Er habe weder mit Roberts zu Abend gegessen, noch mit ihr in einem Londoner Club getanzt und schon gar nicht mit ihr geschlafen. "Das ist nicht passiert", behauptete der 59-Jährige. Dazu lieferte er absurde Erklärungen. Er wüsste nicht, wo die Bar ist, in der er mit Virginia Roberts gewesen sein soll, weil er generell keinen Alkohol trinke. Außerdem sei er am besagten Tag (10. März 2001) mit seinen Töchtern zu Hause gewesen. "Ich habe Beatrice am Nachmittag zu einem Pizza Express in Woking gefahren. Dort fand eine Geburtstagsfeier statt", sagte Andrew. Er erinnere sich deshalb so genau an den Tag vor fast 20 Jahren, weil es für ihn extrem ungewöhnlich sei, ein Pizza-Restaurant in der Stadt Woking zu besuchen.

Prinz Andrew im BBC-Interview

Prinz Andrew im BBC-Interview

DPA

Prinz Andrew auf die Nachfrage, dass Virginia Roberts den angeblichen Abend sehr detailliert beschrieben habe, zum Beispiel dass er beim Tanzen schwitzte:

"Ich habe zum damaligen Zeitpunkt nicht geschwitzt", behauptete Andrew. Bei seinem Einsatz im Falkland-Krieg sei er angeschossen worden und habe eine erhöhte Menge Adrenalin ausgeschüttet. Seitdem sei es medizinisch nicht mehr möglich gewesen, dass er schwitze. Erst in jüngster Zeit habe er sich behandeln lassen und würde nun auch wieder schwitzen.

Prinz Andrew über das Foto, das ihn vermeintlich an der Seite von Virginia Roberts zeigt, aufgenommen im Londoner Haus von Ghislaine Maxwell:

"Ich kann mich nicht erinnern, dass dieses Foto je gemacht wurde", sagte Andrew. Er habe Jeffrey Epstein in all den Jahren nie mit einer Kamera gesehen und überhaupt sei das Bild im Obergeschoss des Hauses von Ghislaine Maxwell aufgenommen worden. "Ich kann mich nicht erinnern, dass ich in dem Haus jemals nach oben gegangen bin", so Andrew. Er bestreitet nicht, dass er auf dem Foto zu sehen ist, zweifelt aber an der Echtheit des Bildes. Die Aufnahme, die in der Öffentlichkeit kursiert, sei nur abfotografiert und könnte gefälscht worden sein. Außerdem trage er nie so legere Kleidung, wenn er in London unterwegs sei. "Das ist meine Reisekleidung. Wenn ich in London ausgehe, trage ich Anzug und Krawatte."

Prinz Andrew über die Behauptung von Virginia Roberts, sie haben dreimal mit dem Royal Sex gehabt:

Als Mann sei es etwas Positives, mit jemandem Sex zu haben, sagte Andrew. Etwas Positives würde man aber nicht vergessen. Aber er könne sich beim besten Willen nicht erinnern, dass er Sex mit Virginia Roberts hatte. "Ich habe mir wirklich den Kopf zerbrochen, bin es wieder und wieder durchgegangen, weil mir schon die ersten die Anschuldigungen merkwürdig vorkamen. Aber nein, das ist nie passiert."

Prinz Andrew über den Verdacht, dass Jeffrey Epstein einen Sexhandelsring mit minderjährigen Mädchen betrieben haben soll:

Andrew behauptet, er habe nicht den leisesten Verdacht gehabt. Als er in Epsteins Haus zu Gast war, seien dort nie "hunderte minderjähriger Mädchen" gewesen. In dem Haus sei es wie auf einem Bahnhof zugegangen, in dem ständig Leute ein- und ausgingen. Er habe die Menschen für Epsteins Mitarbeiter gehalten, immerhin sei er es aus dem Buckingham Palast gewohnt, dass überall Angestellte herumlaufen. Und er habe sich zum damaligen Zeitpunkt als Schirmherr für die Organisation "National Society for the Prevention of Cruelty to Children" engagiert, die sich für den Schutz von Kindern einsetzt. Er hätte also bemerkt, wenn es Missbrauch von Minderjährigen gegeben hätte. "Aber es gab keine Anzeichen, absolut keine Anzeichen", sagte der Royal.

Prinz Andrew auf die Frage, warum er 2010 erneut Kontakt zu Epstein aufnahm, obwohl der 2006 zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde:

Er habe die Freundschaft bei einem persönlichen Gespräch in New York beenden wollen, sagte Andrew in dem Interview. Am Telefon wäre das feige gewesen. Er sei jedoch nicht nur wegen Epstein in die USA gereist, sondern hatte noch andere Termine. Trotzdem blieb Prinz Andrew für mehrere Tage als Gast in Epsteins Privatwohnung. "Es war dort sehr komfortabel", rechtfertigte sich der 59-Jährige. Zudem besuchte Andrew als Ehrengast eine Feier, die Epstein anlässlich seiner Haftentlassung gab. "Es war keine Party, sondern nur ein Abendessen mit acht oder zehn Leuten. Wenn es eine Party gab, dann weiß ich darüber nichts", so Andrew. Inzwischen bereue er die Reise nach New York und das Treffen mit Jeffrey Epstein.

Prinz Andrew über seine Freundschaft mit Jeffrey Epstein:

Er habe den US-Unternehmer 1999 über dessen damalige Freundin Ghislaine Maxwell kennengelernt. Die wiederum war eng mit Prinz Andrew befreundet. Im Jahr 2000 lud Andrew Maxwell zur Feier ihres Geburtstages nach Sandringham ein, Epstein war ebenfalls dabei. Im Interview besteht Andrew allerdings darauf, dass es sich nicht um eine Geburtstagsfeier, sondern um ein Jagwochenende gehandelt habe. Er habe Epstein oft nur getroffen, weil er mit Ghislaine Maxwell befreundet war, behauptet Andrew. Mehr als ein- zweimal im Jahr hätte er ihn nicht gesehen und von einer engen Freundschaft zu sprechen, sei absolut übertrieben.