Prinz Harry im Striplokal "Zum Glück ist der Junge normal"


Prinz Harry ist nicht dafür bekannt, sich immer besonders königlich-vornehm zu verhalten. Nun hat der Sohn von Prinz Charles ein Striptease-Lokal besucht und die Briten sind erleichtert.

Prinz Harry kann ein echter Spielverderber sein. Dafür genügt es schon, dass er einmal ins falsche Lokal geht und einer schönen Russin namens Margo fröhlich seinen Kopf zwischen die Brüste legt. Da ist er wieder: "Dirty Harry" - so eine der etlichen Schlagzeilen - vermiest seinem Vater, Prinz Charles, und dessen zweiter Ehefrau, Camilla Parker Bowles, den sorgfältig inszenierten ersten Hochzeitstag mit dem medienwirksamen Besuch eines Striptease-Schuppens.

War das Absicht? Hat da ein bockiger Jungprinz auf seine Weise dagegen protestiert, dass der Vater und die einstige Konkurrentin von Prinzessin Diana sich zur Feier des Tages auf einem neuen royalen Hochglanzfoto präsentierten? Am Hof herrschte offiziell eisernes Schweigen. Wenigstens die Autorin Jilly Cooper, die als Freundin von Charles und Camilla gilt, meldete sich zu Wort: "Es ist doch nichts Falsches daran, mal in ein Striplokal zu gehen, das ist nur lustig."

Beim Lap Dance lassen Abertausende Fünfe gerade sein

Tatsächlich lassen jedes Jahr tausende Absolventen von britischen Universitäten oder auch von militärischen Kursen in Lap Dance Clubs mal alle Fünfe gerade sein. Doch wenn Prinz Harry, 21, der zweite Sohn des britischen Thronfolgers und der 1997 tödlich verunglückten Prinzessin Diana, in einem Nackttanz-Laden auftaucht, ist das ein ganz großes Thema. Selbst die ehrwürdige BBC gab Harrys Auftritt am Samstag ebenso viel Raum wie der Vogelgrippe und den jüngsten Bombenanschlägen im Irak mit Dutzenden von Toten.

Es ist ein Thema, über das sich so viele Briten erregten, dass bei TV- und Radiosendern sowie Zeitungen E-Mail-Fächer voll liefen. Dabei war das Meinungsbild nach Angaben des BBC-Programms "News 24" überwiegend pro Harry: "Wie erfrischend", zitierte der Sender aus einer E-Mail. "Absolut kein Problem", hieß es in einer anderen. "Gott sei Dank, der Junge ist völlig normal." Und: "Wir verstehen nicht, wieso darüber überhaupt berichtet wird."

Vielleicht liegt es mit daran, dass auch im britischen Königreich mittlerweile selbst seriöse Medien, die früher über "Gossip", den Klatsch die Nase rümpften, sich gedrängt sehen, in den Nachrichten "Entertainment" zu bieten. Leute-Themen nehmen heute so viel Platz ein wie nie zuvor. Da sind die Royals - zumal so ursympathische wie Prinz Harry - für das Inselkönigreich ein Segen und echter Hollywood- Ersatz.

Eher fadenscheinig wirkt hingegen das Argument einer BBC- Moderatorin, Harrys neuer Tritt ins Fettnäpfchen müsse analysiert werden, weil er wichtige Ereignisse überschatte: Den Hochzeitstag von Prinz Charles und Camilla, die Parade zur Verabschiedung der frisch gebackenen Offiziere der Militärakademie Sandhurst, bei der Harry am Mittwoch vor seiner bald 80-jährigen Oma, Königin Elizabeth II., salutieren soll.

"Wenn sie normal sind, ist das Gezeter riesengroß"

Da kann Dickie Arbiter, seines Zeichens "königlicher Kommentator" und früherer PR-Berater des Buckingham-Palastes, nur mit dem Kopf schütteln: "Warum kann Harry so was nicht einmal machen, ohne dass unsere Zeitungen 'Schock!' und 'Horror!' schreien?" Arbiter fügte hinzu: "Es gibt viele, die wollen, dass unsere Royals sich der modernen Welt anpassen, dass sie wie du und ich sind - und wenn sie es tun, dann ist das Gezeter riesengroß."


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