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RUDOLF MARTIN: Ohne Brot und Wannsee

Rudolf Martin hat es geschafft. Ab 1. November ist er neben John Travolta, Hugh Jackman und Halle Berry im Kino zu sehen. Wie der Schauspieler unbemerkt Karriere macht.

Zwei Jahre lebt er schon in Los Angeles, doch jedes Mal, wenn Rudolf Martin mit seinem Chihuahua »Comet« über die Hügel von Hollywood oder an die Strände von Malibu Gassi geht, wundert er sich wieder: »Das ist eher eine Art Riesen-Campingplatz, aber keine Stadt.« Und wie die vielen Deutschen, die aufbrachen, um in Amerika ihr Glück beim Film zu versuchen, vermisst der 34-jährige Schauspieler oft seine Heimat. Bei ihm sind das »vor allem das Brot, der Wannsee und die Jahreszeiten«.

Vom schüchternen Jungen zum Star

Doch Rudolf Martin kanns verkraften. Schließlich hat er es geschafft, ein Star zu werden, ein kleiner zwar noch, aber immerhin. Dabei wollte der Junge aus Berlin-Zehlendorf eigentlich Astronaut werden. Doch als der Junge größer wurde, mopste er seiner Mutter einen Wälzer gesammelte Theaterstücke, las ihn in einem Rutsch und wollte fortan Schauspieler werden. Allerdings war er »zu schüchtern, um an einer deutschen Schauspielschule vorzusprechen«.

Karrierestart als Model

Also ging Martin nach Paris und wurde Model. Und, sehr deutsch, sparte. Und sparte und sparte und ging schließlich nach New York an die Lee-Strasberg-Schauspielschule, wo er nicht »vorzusprechen brauchte, sondern nur bezahlen und lernen musste«. Er lernte viel - vor allem »perfektes Amerikanisch« - und arbeitete als Barkeeper im East Village. Relativ schnell trudelten die ersten Rollenangebote ein.

Ab 1.November im Kino

Schön wie Schweden-Model Markus Schenkenberg und ausgestattet mit dem gewissen sinistren Etwas, spielte Martin unter anderem einen russischen Gangster in einer TV-Serie, Dracula im Fernsehgrusler »Dark Prince: The Story of Dracula« und einen Drogenhändler in der Liz-Hurley-Komödie »Teuflisch«. Auch in dem Action-Thriller »Passwort: Swordfish«, der am 1. November in die deutschen Kinos kommt, gibt er wieder kurz den Bösewicht. Sein Urteil über den Film? Pause. Lange Pause. Dann sagt er, ganz diplomatisch: »Dolle Actionszenen«. Immerhin an der Seite von John Travolta, Hugh Jackman und Halle Berry.

Mit Michelle und Renee vor der Kamera

Keine schlechte Bilanz nach zwei Jahren Hollywood. Andere werden nie so weit kommen. Martin ist clever genug, seine Chance zu nutzen und steht schon wieder - für das Drama »White Oleander« - mit Michelle Pfeiffer und Renee Zellweger vor der Kamera. So schnell wird er also seine Zelte auf dem Riesen-Campingplatz nicht abbauen. Und sich weiter wundern.