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Rücktrittsforderungen an Carl Gustaf: Nein, nein, nein und nochmals nein

Die schwedischen Medien halten das späte öffentliche Dementi von König Carl Gustaf zu den Rotlicht-Vorwürfen nicht für glaubwürdig. Die Boulevardzeitung "Aftonbladet" fordert gar seinen Rücktritt.

Monatelang wollte sich König Carl XVI. Gustaf nicht zu den Vorwürfen seines ausschweifenden Partylebens äußern. In einem Interview mit der schwedischen Nachrichtenagentur TT hat der König sein Schweigen gebrochen und alle Vorwürfe abgestritten. Doch obwohl der angebliche "Partyprinz" sämtliche Fragen nach Club-Besuchen, Kontakten zu Kriminellen und Prostituierten mit einem "Nein" beantwortete - seine Aussagen werden von Schwedens Medien als sehr widersprüchlich interpretiert.

"Wenn alles nur boshafte Verleumdung war, warum hat der König nicht erzählt, wie die Dinge seit vergangenem Herbst waren? Warum hat er also gesagt, dass er 'das Kapitel abschließen' wolle?", schrieb beispielsweise "Dagens Nyheter" am Dienstag. Die Boulevardzeitung "Expressen" titelte mit "Die schreckliche Verteidigungsrede des Königs". Carl Gustafs Biograf Sjöberg, der in "Der widerwillige Monarch" unter anderem von Stripbar-Besuchen des Königs berichtet, bezichtigte ihn nach dem Interview der Lüge. "Es fällt mir schwer, ihn so offen vor das schwedische Volk treten zu sehen und es anlügen zu sehen, während er ihm in die Augen schaut", sagte Sjöberg der "Dagens Nyheter".

Rücktrittsforderungen der schwedischen Medien

Das "Aftonbladet" geht noch einen Schritt weiter und fordert den Rücktritt Carl Gustafs: "Der König sollte einsehen, dass es Zeit für die Abdankung ist. Aus Respekt für das Volk."

Nach dem Interview hatte der ehemalige Nachtclubbetreiber Mille Markovic angekündigt, Beweisfotos für die angeblichen Eskapaden des Monarchen zu veröffentlichen. Einige Journalisten behaupten, die Bilder, auf denen Carl Gustaf als Zuschauer bei Sex-Spielen von zwei nackten jungen Frauen zu sehen ist, gesehen zu haben. Alle erklärten, die Bilder hätten "echt gewirkt", eine Prüfung der Echtheit sei aber nicht möglich gewesen. Markovic gab an, die Bilder spätestens in "einigen Monaten" auf einer serbischen Internetseite gegen Bezahlung freizugeben. Für 2,90 Euro werde man zehn Minuten schauen können.

Carl Gustaf hatte im Interview mit der Nachrichtenagentur TT auch auf die Frage nach der Existenz solcher Bilder mit "nein" geantwortet, solche Bilder könne es nicht geben.

Bereits im Dezember 2010 waren Stimmen laut geworden, der König solle abdanken.

mm/DPA/AFP / DPA
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