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Moderatorin Ruth Moschners Familie verheimlichte ihr Jüdischsein jahrelang – aus Angst

Ruth Moschner
Ruth Moschners Familie verheimlichte, jüdisch zu sein
© Christoph Hardt/Geisler-Fotopres / Picture Alliance
Sie selbst wurde christlich getauft. Doch das hat einen traurigen Hintergrund, wie Ruth Moschner erklärt. Denn ihre Familie verheimlichte lange, dass sie eigentlich jüdisch war.

Sie wollte schon länger darüber reden, doch der Skandal um Gil Ofarim überzeugte sie letztlich dazu. Auf Instagram hat Ruth Moschner die Nachricht eines Fans geteilt, der sie darauf hinweist, dass bei Wikipedia stünde, sie sei Jüdin. Der Fan mache sich Sorgen, weil die Info-Plattform "von Nazis unterwandert" sei. 

Ruth Moschners Familie verheimlichte ihre Religion

"Umso wichtiger ist es mir deshalb, euch hier meine Geschichte mit dem 'Jüdischsein' zu erzählen", erklärt Moschner in der Bildunterschrift. "Ich bin 1976 geboren. In meiner Familie war die jüdische Abstammung ein absolutes Tabu. Der Großteil meiner Vorfahren ist während des Zweiten Weltkrieges nach Israel geflüchtet, später haben sie sich in den USA niedergelassen", erläutert die Moderatorin ihre Familiengeschichte. Sie verrät außerdem, wie die Familie ihre eigentliche Religion geheim hielt.

An dieser Stelle hat unsere Redaktion Inhalte aus Instagram integriert.
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"Die wenigen in Deutschland verbliebenen wurden zum Schutz christlich getauft. Ich auch. 'Sag keinem, dass Du jüdischer Abstammung bist!' hieß es. Meine Großtante hatte bis zu ihrem Tod große Angst vor Übergriffen und warnte vor offen gelebtem 'Jüdischsein'", sagt Moschner.

Gil Ofarim spricht über Antisemitismus-Vorfall in Leipziger Hotel

Gläubig, aber nicht religiös

"Ich bin zwar ein sehr gläubiger, aber kein religiöser Mensch bin. Es ist aber ein Teil meiner Geschichte, die mich prägt. Und natürlich verletzt es mich, wenn Leute wie Gil Ofarim wegen des Davidsterns Antisemitismus erleben. Das darf nicht sein!", betont die 45-Jährige. Sie schreibt außerdem, dass man Toleranz üben könne. "Dann können wir von der Individualität unserer Gesellschaft profitieren", sagt Moschner. 

In den Kommentaren unter ihrem Posting erhält sie viel Zuspruch. Gil Ofarim hatte am Dienstag ein Video auf Instagram hochgeladen, auf dem er erzählt, er sei in einem Leipziger Hotel nicht bedient worden, weil er einen Davidstern-Anhänger an seiner Kette getragen habe. Sein Video ging viral, mittlerweile hat das Hotel zwei Angestellte beurlaubt. 

ls

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