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Silvia und Mette-Marit: Monarchie-Trubel in Hamburg

Hamburg ist im Königinnen- und Prinzesinnenfieber: Nacheinander machen Königin Silvia von Schweden und Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit der Hansestadt ihre Aufwartung. Ihr Aufenthalt ist, obwohl beide ohne Mann reisen, keine Vergnügungsreise.

Auf das perfekte Timing kommt es an - auch für Königinnen und Kronprinzessinnen: Für einen kurzen Besuch ist Silvia von Schweden am Montag nach Hamburg gereist, nur einen Tag vor dem ersten offiziellen Deutschland-Besuch von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit in der Hansestadt. So lenkte Silvia bei ihrer Stippvisite an der Elbe die Aufmerksamkeit ganz auf sich und ihren unermüdlichen Einsatz für Kinder in Not. Zwar kamen nur wenige Schaulustige zu ihren beiden Terminen, der Trubel um Mette-Marit dürfte deutlich größer werden. Dafür aber konnte die 62-Jährige ihre Auftritte vor Medien und geladenen Gästen ganz in den Dienst ihrer "World Childhood Foundation" stellen. Am Nachmittag fuhr die Königin zu mehreren Terminen nach Mecklenburg-Vorpommern weiter.

Doch zunächst präsentierte sich die Majestät aus Skandinavien mit strahlendem Lächeln, charmant und würdevoll den Hamburgern. "Im Namen der Kinder möchte ich ein warmes Dankeschön sagen", meinte Silvia auf einem Empfang im Museum für Völkerkunde. Dort warteten rund 400 geladene Gäste auf die Gemahlin von König Carl XVI. Gustaf von Schweden. Als die im eleganten Kostüm gekleidete Monarchin den - ganz in den Landesfarben - blauen Teppich mit gelben Blumenarrangements absolviert hatte, begrüßten sie die Wartenden mit herzlichem Applaus. "Das, was viele Frauen empfinden, wenn die Kinder flügge werden, hat sie umgesetzt: Etwas Sinnvolles mit dem eigenen Leben anzustellen", lobte ARD-Adelsexperte Rolf Seelmann-Eggebert.

Nicht das Rad neu erfinden

"Unsere Stiftung ist noch sehr jung. Wir wollen auch nicht das Rad neu erfinden", sagte die Schirmherrin über ihre 1999 gegründete Initiative, die inzwischen 75 Projekte in 15 Ländern unterstützt. "Aber ich bin froh, dass es sehr gut läuft." Die Projekte mögen klein erscheinen, "aber sie haben einen großen Einfluss". Im Namen der Kinder sprach sie den Gästen ihren Dank aus. Mit dem Empfang, dessen Erlöse ihrer Stiftung zugute kommen, feierte der "Svenska Klubben i Hamburg" seinen 100. Geburtstag. Anliegen des Clubs ist es, Sprache und Bräuche Schwedens zu bewahren und zugleich die Verbindungen zu Deutschen zu stärken.

Seit den 60er Jahren betreibt er die Skandinavische Schule, die bis vor kurzem Schwedische Schule hieß. Dort hatte Silvia am Morgen ihren Besuch begonnen. Die aufgeregten Kinder trugen nicht nur das selbst komponierte Lied "Vi tar ett steg" ("Wir machen einen Schritt") vor, sondern überreichten auch stolz 1750 Euro. "Dass Kinder Kindern helfen wollen, hat mich besonders gerührt", sagte die dreifache Mutter. Dafür nutzten die Kinder die Gelegenheit und fragten alles, was sie schon immer mal von einer Königin wissen wollten. "Was für ein Auto sie fährt oder für wen sie beim Fußball die Daumen drückt", erzählte der siebenjährige Magnus begeistert. Schweden- und Brasilien-Fan sei sie, verriet die Tochter eines Deutschen und einer Brasilianerin.

Keine Königin mit Krone und rotem Mantel

Doch manchmal muss auch Silvia Kinder "enttäuschen": Eigentlich hatte sich die kleine Hamburgerin Melina Silvia als "echte Königin" mit Krone und rotem Mantel vorgestellt. "Deshalb habe ich lieber schon 'vorgewarnt', dass sie nicht so aussehen wird", sagte Mutter Bettina Konas. Mit dem, wovon kleine Prinzessinnen träumen, wird auch Norwegens Mette-Marit am Dienstag nicht dienen können. Die 33-Jährige kommt für zwei Tage in die Hansestadt, um das neue Norwegische Generalkonsulat zu eröffnen. Ihre bereits 2002 geplante Deutschland- Reise hatte sie damals wegen Gesichtsverbrennungen bei einem Fernseh- Interview absagen müssen.

Dorit Koch und Franziska Holthaus, DPA / DPA