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Skandal-Biografie: "Michael Jackson liebte Männer"

Es ist das Skandalbuch des Jahres: Am Dienstag erscheint in den USA, nur wenige Tage nach seinem Tod, eine neue Biografie über Michael Jackson. Autor Ian Halperin behauptet darin, dass der King of Pop schwul gewesen sein soll. Wie glaubhaft seine Informationen sind, ist allerdings fraglich.

Von Jens Maier

"Als wir das erste Mal Sex hatten, sagte er zu mir: 'Der King of Pop wird jetzt deinen Lutscher lecken.' Ich muss immer noch lachen, wenn ich daran denke." Ein Zitat aus der neuen und unautorisierten Biografie "Unmasked: The Final Years of Michael Jackson" ("Bloßgestellt: Die letzten Jahre von Michael Jackson") reicht, um die Brisanz des Buches zu verdeutlichen, das am 14. Juli in den USA in den Handel kommt. Autor Ian Halperin behauptet darin, dass Jackson Männer liebte.

Praktisch jeder in Jacksons Umfeld habe gewusst, dass der Sänger schwul gewesen sei. Als Beweis für seine These will Halperin mehrere Personen aus dem Bekanntenkreis Jacksons interviewt haben, unter anderem zwei seiner Liebhaber. Ein Schauspieler, der in dem Buch nur als Lawrence bezeichnet wird, behauptet: "Jackson war zwar sehr scheu, doch wenn er erstmal mit dem Liebesspiel angefangen hat, war er unersättlich."

Angeblich soll Jackson, nachdem er 2007 nach Los Angeles gezogen war, kaum noch seine Villa verlassen haben - außer für Sexdates. Als Frau verkleidet soll er aus dem Haus gegangen sein, um sich heimlich mit einem Bauarbeiter zu treffen. "Er hatte sich in ihn verliebt, und sie haben sich in einem schäbigen Motel in Las Vegas getroffen", behauptet ein nicht näher genannter Insider in Halperins Buch, das in den USA bei Simon & Schuster erscheint, dem viertgrößten Verlag für englischsprachige Literatur.

Wenn es um Promi-Skandale geht, ist der Autor kein Unbekannter. Der TV-Journalist hat unter anderem eine brisante Biografie über Celine Dion veröffentlicht, außerdem gewagte Thesen in dem Buch "Wer erschoss Kurt Cobain?" aufgestellt. Im Mai hatte er berichtet, dass ein sudanesisches Model von Brad Pitt schwanger sein soll, auf seiner Website www.ianundercover.com hält er außerdem sämtliche Verschwörungstheorien zum Tod von Michael Jackson parat. Fünf Jahre habe er im innersten Zirkel des Popstars verbracht, behauptet Halperin und veröffentlicht als Beleg dafür jede Menge Fotos, die ihn mit Mitgliedern der Jackson-Familie zeigen.

Dass er nicht als ein weiterer zwielichtiger Spinner abgetan wird, der mit Jackson lediglich Geld verdienen möchte, liegt aber vor allem daran, dass Halperin im Dezember, exakt sechs Monate davor, Jacksons Tod vorausgesagt hat. Dieser habe nur noch ein halbes Jahr zu leben, da er schwer lungenkrank sei, behauptete Halperin damals in der britischen Zeitung "Sunday Express". Ein Jackson-Sprecher dementierte das Gerücht umgehend, doch die tragischen Vorkommnisse am 25. Juni scheinen Halperin recht gegeben zu haben.

Dabei ist mehr als fraglich, ob die genaue Vorhersage nur Zufall war oder ob Halperin tatsächlich über Insider-Wissen verfügt. Fakt ist, dass bisher nichts darauf deutet, dass Jackson an einer Lungenkrankheit gestorben ist. Ebenso kann keine der Aussagen der im Buch genannten Personen überprüft werden, da Halperin die Namen seiner Informanten nicht preis geben will.

Kein Geheimnis macht Halperin hingegen, wenn es um den Preis für seine Informationen geht. Im britischen Boulevardblatt "Daily Mail" hat er jüngst seine Version vom Ende Michael Jacksons aufgeschrieben. Aber das sei nur der Anfang gewesen. Über seinen Agenten Michael Jarred Weisfeld bietet er weitere "explosive" Details an. "Ian hat die wahre Todesursache. Es ist der Hammer", behauptet Weisfeld. Und was kostet die "volle Wahrheit" der geschäftstüchtigen Journalisten? "Das Höchstgebot liegt gerade bei 500 000 Pfund", sagt Weisfeld.

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