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Soraya: Von der Märchenprinzessin bis zur verstoßenen Kaiserin

Als sie 1951 den Schah von Persien heiratete, war Soraya das Idol vieler junger Mädchen in aller Welt. Nur sieben Jahre später nahm das Glück ein jähes Ende. Ein neuer TV-Zweiteiler zeigt das Schicksal der Kaiserin.

Die persische Hauptstadt Teheran war am 12. Februar 1951 Schauplatz einer der märchenhaftesten Hochzeiten des 20. Jahrhunderts. Mohammed Reza Pahlewi, der Schah von Persien, heiratete die 19-jährige Soraya Esfandiary Bakhtiary, die aus Persien stammte und mit ihren wohlhabenden Eltern im Nachkriegs-Berlin lebte. Die junge Frau, die in englischen und Schweizer Internaten Deutsch, Englisch und Französisch gelernt hatte, hatte eigentlich in den USA Schauspiel studieren wollen und sich dem Werben des Schahs zunächst widersetzt. Doch dem Druck beider Familien konnte sie nicht standhalten.

Geschichte neu verfilmt

Die ARD hat die Geschichte der jungen Perserin, die den Pfauenthron besteigen durfte, in einem opulenten Zweiteiler ("Soraya") aufarbeiten lassen. "Wir zeigen Soraya auf ihrem Weg von der Märchenprinzessin zur verstoßenen Kaiserin", sagt Hans Wolfgang Jurgan, Geschäftsführer der ARD-Filmtochter Degeto. Der Film schließt im Jahre 1958, als Soraya von ihrem Mann geschieden wurde, weil sie ihm keine Kinder gebären konnte. Sie erhielt eine Abfindung von damals 17 Millionen Mark und eine Leibrente; im Herbst 2001 starb sie einsam in Paris.

Die internationale Koproduktion unter Federführung der Filmfirma EOS-Entertainment wurde bereits in Italien ausgestrahlt und von 9,5 Millionen Zuschauern eingeschaltet. Kein Wunder: Die Kaiserin mit den smaragdgrünen Augen wird gespielt von der Italienerin Anna Valle. Den Part des Schahs übernahm der in Deutschland wohnende Türke Erol Sander, der für RTL die Hauptrolle in der Krimiserie "Sinan Toprak ist der Unbestechliche" spielte, und sich, so EOS-Geschäftsführer Jan Mojto, in Italien seitdem vor Angeboten nicht habe retten können.

Chameur und Tyrann

Für Sander war die Persönlichkeit des Schahs widersprüchlich. "Hier Charmeur, dort Tyrann, der auch schon mal Menschen umbringen ließ", sagt er. Man könne in dem Zweiteiler aber nicht den "ganzen Schah" zeigen, er sei zumindest "Orientale wie ich, war im Internat wie ich. Das schafft eine gewisse Nähe". Anna Valle bewundert vor allem an Soraya die "Leidenschaftlichkeit, mit der sie sich die Idee ihres Mannes von einem modernen Iran zu Eigen gemacht hat." Sie hätte gern mehr vom Zwiespalt einer Frau gezeigt, die zum einen vom Orient, zum anderen von westlicher Demokratie geprägt sei.

Die Dreharbeiten für den film standen unter schwierigen Vorzeichen. In Iran waren Aufnahmen nicht möglich, macht Mojto deutlich. So musste auf alternative Orte zurückgegriffen werden. Als Schah-Domizil diente der Palazzo Reale in Neapel. Als Ersatzlandschaft musste Marokko herhalten, auch in Bulgarien wurde gefilmt. Der Trend zu historischen Stoffen werde, so Degeto- Geschäftsführer Jurgan, weiter anhalten, vorausgesetzt sie sind "zeitgeschichtlich relevant und packend zugleich".

Carsten Rave