Steffi Graf "Das Wort 'Geschäftsfrau' mag ich nicht"


Bei Google gibt es eine Million Seiten über sie, ihre Autogramme werden bei Ebay für 40 Dollar gehandelt: Tennis-Legende Steffi Graf ist so populär wie eh und je. Im stern-Interview spricht die "Gräfin" über Hybrid-Autos, Mülltrennung und ihre Sehnsucht nach einem deutschen Bäcker.

Als aktive Sportlerin gewann sie sagenhafte 22 Grand-Slam-Titel, aber ihr Leben findet deshalb nicht in der Vergangenheit statt. Steffi Graf blickt nur noch selten zurück auf ihre Zeit als Tennisprofi. "Ich habe ja alles schon einmal durchlebt, und ich fühle mich immer etwas unwohl dabei, mich selbst im Fernsehen zu sehen", sagt sie in einem Interview mit dem stern. "Ich trauere den Erinnerungen aus dieser Zeit nicht nach, aber widme mich meinen neuen Aufgaben."

Auch am aktuellen Tennis hat die erfolgreichste Spielerin aller Zeiten kaum noch Interesse. "Mir fehlt meistens die Zeit dazu." Zwar denkt sie gern an ihre Sportlaufbahn zurück, sie habe aber "völlig beruhigt und im Reinen mit mir selbst mein Tennisleben hinter mir lassen können". Schon während ihrer Zeit als Profi habe sie sich "wahnsinnig auf die Zeit nach dem Tennis gefreut", weil sie "endlich mehr Zeit für meine anderen Interessen haben wollte: Kunst, Design, Fotografie, Architektur." Dann aber sei alles anders gekommen, denn ihr künftiger Ehemann Andre Agassi "stand vor der Tür. Besser hätte ich es mir nicht wünschen können."

"In erster Linie Mutter und Ehefrau"

Für Design und Architektur interessiert sich Steffi Graf allerdings immer noch. "Mein Mann und ich sind in mehreren Projekten engagiert. In Tamarack, Idaho, haben wir zum Beispiel vom Interieur bis zur Architektur alles für ein 300-Betten-Hotel selbst gestaltet", so Graf zum stern. "Dabei hatten wir freie Hand. In den Projekten können wir uns frei ausleben." Als Geschäftsfrau sieht sich Steffi Graf allerdings nicht. "In erster Linie bin ich Mutter und Ehefrau. Alles andere steht hinten an."

Mit ihrem Ehemann Andre Agassi lebt die "Gräfin" schon lange in Las Vegas, ihre Heimat wird aber immer Deutschland bleiben. "Ich sehne mich nach einem Wald. Ich vermisse Bäume, die deutsche Küche und einen deutschen Bäcker", sagt Graf, die in der amerikanischen Spielerstadt ihre Kinder übrigens mit einem Hybrid-Auto in die Schule fährt.

kbe


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