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Teen Choice Awards: Kinder an die Macht

Alte Hasen gegen junges Gemüse: Bei den Teen Choice Awards in den USA buhlen erfahrene Stars wie Will Smith mit Nachwuchsschauspielern um die Gunst der jungen Zuschauer. Der heimliche Star der diesjährigen Verleihung war zugleich der jüngste: Cruz Beckham.

Von Frank Siering, L.A.

Nachwuschssorgen sind in Hollywood völlig unbegründet. Mit Miley Cyrus, Sophia Bush, Hayden Panettiere, Selena Gomez und Zac Efron tummeln sich dort im Moment mehr Talente, als in der österreichischen Fußballnationalmannschaft. Die Garde der Jungstars ist damit noch längst nicht vollständig. Scarlett Johannsson, Kristen Bell, JoJo, Snow Pink, Danica Patrick und Jesse McCartney sind weitere Namen, die nicht ungenannt bleiben dürfen. Auch sie zählten zu den Stars der zehnten Teen Choice Awards, die im Universal Gibson Amphitheatre in Los Angeles unter großem Fangekreische stattfanden.

Aber auch die "alte" Garde Hollywoods ließ sich die Verleihung nicht entgehen. Die Schauspieler Will Smith und Steve Carrell buhlten um ein Foto neben den "High School Musical"-Stars Zac Efron und Vanessa Hudgens. Popdiva Mariah Carey outete sich als Fan der Jonas Brothers und selbst die britische Sängerin Natasha Bedingfield gestand, dass sie Miley Cyrus "einfach großartig findet". Die Teen Choice Awards, neben den Nickelodian Kids Choice Awards, die zweite große Preisverleihung für Nachwuchsstars in der amerikanischen Entertainment-Branche, boten in diesem Jahr das ganz große Programm. Und das zurecht. Verkauft eine Cyrus doch schon heute ihre Konzerttickets schneller als die U2 oder die Rolling Stones. Die Jonas Brothers gelten in den USA als die neue "It-Kapelle" und sind aus den täglichen Entertainment-News nicht mehr wegzudenken.

Selena Gomez ist der neueste Superstars und wird schon jetzt als Nachfolgerin von Cyrus mit einer eigenen Show auf dem Disney-Kanal gefeiert. Die Fangmeinde von Schauspielerin Hayden Pannettiere,­ so munkeln Branchenkenner und Blogger, ist größer als die von Nicole Kidman. Wohl auch deshalb zählen die Teen Choice Awards zum absoluten Muß für die Stars, die den Anschluß an die junge Zielgruppe nicht verlieren wollen. Ein Will Smith läßt im Vorfeld dann auch schon mal ordentlich Lobbyarbeit betreiben, um ja einen Platz in der Show zu bekommen. Auch eine gestandene Schauspielerin wie Scarlett Johansson weiß, dass ihre Fanbasis hier zu suchen und zu finden ist. Sie würde es nicht wagen, eine Einladung zu den Teen Choice Awards abzulehnen. Die Show selbst war in ein kompaktes und teenagefreundliches Zwei-Stunden-Konzept verpackt. Zu den musikalischen Höhepunkten gehörten die Auftritte von Gastgeberin Miley Cyrus sowie die ins Amphitheater an Seilen herabsegelnden Jonas Brothers. Mariah Carey beeindruckte vor allem das hormonisierende männliche Publikum in ihren knallengen gelben Shorts, und Will Smith brachte mit seinen Rapeinlagen den Saal zum Beben.

Am Ende behielten jedoch die Jungstars die Nase vorn. Die Jonas Brothers und die Darsteller der Serie "Gossip Girl" konnten sich über je sechs der Trophäen in Form eines Surfbrettes freuen, Gastgeberin Miley Cyrus nahm drei Awards mit nach Hause. Fußballer David Beckham bekam eine Auszeichnung als bester männlicher Sportler, was allerdings niemanden so recht interessierte. Denn Beckhams jüngster Sohn Cruz legte eine Breakdance-Einlage aufs Parkett und degradierte damit seinen berühmten Vater zum Nebendarsteller.