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Tod einer Pornodarstellerin: Gutachten belastet die Ärzte von "Sexy Cora"

Im Fall der toten Pornodarstellerin "Sexy Cora" erhärten sich die Vorwürfe gegen die behandelnden Ärzte: Ein weiteres Gutachten der Rechtsmedizin gibt ihnen die Schuld, wie der Ehemann der Verstorbenen stern.de bestätigte.

Von Carsten Heidböhmer

Starb an den Folgen ihrer sechsten Brustoperation: Carolin Wosnitza alias "Sexy Cora"

Starb an den Folgen ihrer sechsten Brustoperation: Carolin Wosnitza alias "Sexy Cora"

Warum musste "Sexy Cora" sterben? Am 11. Januar dieses Jahres hatte die Pornodarstellerin während einer Busen-OP in der Hamburger Alster-Klinik einen Herzstillstand erlitten und war ins Koma gefallen, neun Tage später verstarb sie. Doch was genau die Ursachen ihres Todes sind, ist bis heute nicht geklärt.

Die Staatsanwaltschaft Hamburg hat in diesem Fall Ermittlungen aufgenommen. Jetzt zitiert die "Bild"-Zeitung aus einem gerichtsmedizinischen Gutachten, das die behandelnden Ärzte für den Tod von Carolin Wosnitza, wie "Sexy Cora" mit bürgerlichem Namen heißt, verantwortlich macht. Ursache für den Herzstillstand sei eine falsche Beatmung durch die Anästhesistin gewesen, bei der Wiederbelebung hätten der Chirurg und die Anästhesistin Fehler gemacht.

Ehemann stützt Aussagen der "Bild"-Zeitung

Auf Anfrage von stern.de bestätigte die Staatsanwaltschaft die Existenz des Gutachtens, wollte sich zu den Inhalten aber nicht äußern. Dafür bekräftigte der Ehemann der Toten, Tim Wosnitza, den Zeitungsbericht: "Die Aussagen der 'Bild'-Zeitung sind richtig und stehen so in dem Zusatzgutachten, das die Staatsanwaltschaft in Auftrag gegeben hatte", sagte Wosnitza, dem das Gutachten ebenfalls vorliegt, stern.de.

In den Grundaussagen stimmt das Gutachten mit einem früheren überein. Bereits im August hatte die "Hamburger Morgenpost" aus einem Gutachten zitiert, das zu ähnlichen Erkenntnissen gekommen war. Das Schriftstück stammt vom 21. Mai 2011 und war von der Hamburger Staatsanwaltschaft in Auftrag gegeben worden. Darin komme der Gutachter, ein Hildesheimer Professor und Chefarzt für Anästhesie, zu dem Schluss, dass wahrscheinlich bereits bei der Narkose erhebliche Fehler bei der Beatmung gemacht worden seien. "Der eingetretene Sauerstoffmangel ist auf ärztliches Fehlverhalten zurückführen", zitiert die Zeitung den Gutachter. Außerdem weise das Gutachten auf Komplikationen bei der Wiederbeatmung hin.

Die Hamburger Staatsanwaltschaft hatte damals nach eigener Auskunft Folgegutachten in Auftrag gegeben, um Unklarheiten auszuräumen und weitere Fragen zum Hergang zu klären. Bei dem von der "Bild"-Zeitung zitierten Schriftstück handele es sich nach Aussagen der Staatsanwaltschaft um das abschließende Gutachten, das seit September vorliege. Derzeit haben die Beschuldigten die Möglichkeit, auf das Gutachten zu reagieren. Erst dann entscheidet die Hamburger Staatsanwaltschaft über eine Anklage. Die Hamburger Alster-Klinik war bislang zu keiner Stellungnahme zu erreichen.