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Tötensen: Polizei kritisiert Bohlen

Von den Einbrechern hat die Polizei noch keine Spur, stattdessen kritisiert sie Dieter Bohlens Verhalten. Der hatte den Überfall auf seine Villa öffentlich so genau geschildert, dass dadurch die Arbeit der Ermittler behindert werden könnte.

Nach dem Überfall auf Musikproduzent Dieter Bohlen (52) sucht die Polizei fieberhaft nach den Tätern. "Wir haben noch keine konkrete Spur", sagte Polizeisprecher Matthias Rose. Aus der Bevölkerung seien zahlreiche Hinweise eingegangen, die jetzt überprüft würden. Bohlen war am Montag in seiner Villa in Tötensen bei Hamburg überfallen und ausgeraubt worden. Er, seine Freundin Carina sowie die Haushälterin und der Gärtner waren von den mit Pistole und Messer bewaffneten Tätern bedroht und gefesselt worden. Die Räuber entkamen mit 60.000 Euro und Schmuck.

Die Polizei kritisierte unterdessen Bohlen, der in Interviews mit der "Bild"-Zeitung und dem Fernsehsender RTL den Überfall genau geschildert hatte. "Das sind Detailangaben, die wir ungern in der Zeitung lesen", sagte Rose. Dadurch könnten nicht nur die Ermittlungen behindert werden, sondern auch Schwierigkeiten auftreten, die Täter zu überführen. "Auch die Höhe der Beute haben wir nicht so gern in den Medien." Rose bezeichnete die Veröffentlichungen als "unglücklich": "Wir können es aber nicht verhindern."

Für den 52-jährigen Bohlen war der Überfall "der schlimmste Horror meines Lebens". Die Männer hätten immer wieder gedroht, dass sie uns erschießen. "Wir hatten Todesangst", sagte Bohlen der "Bild". Nachdem er sich zunächst in der Küche wie die anderen auf den Boden legen musste und gefesselt wurde, sei er dann mit den "Typen" zum Safe in den Keller gegangen. Er habe so viel Geld im Haus gehabt, weil sein Sohn bald 18 werde und er ihm zum Geburtstag ein Auto kaufen wolle. Außerdem habe er schon Geld für den Urlaub auf den Seychellen von der Bank geholt. "Normalerweise habe ich nie viel Bargeld zu Hause."

DPA / DPA