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Andrej Bockelmann erinnert sich: "Udo, der Weltstar. Und Udo, mein Vetter"

Für Andrej Bockelmann war Udo Jürgens nicht nur ein Weltstar, sondern auch sein Cousin, mit dem er aufgewachsen ist. Ein Gespräch über Kummer und Erinnerungen.

Von Sophie Albers Ben Chamo

Udo Jürgens und sein Vetter Andrej Bockelmann

Udo Jürgens und sein Vetter Andrej Bockelmann

Im Moment herrsche Fassungslosigkeit, sagt #link;www.andrejbockelmann-imagefilm.de;Andrej Bockelmann#. Sein Vetter sei viel zu früh gestorben. "80 ist heute doch nichts." Bockelmann ist der Cousin von Udo Jürgens. Sechs Jahre jünger und mit ihm zusammen aufgewachsen "nach dem Krieg".

"Sein Tod erfüllt mich mit großem Kummer. Auch weil er so unvorbereitet gestorben ist. Er hat überhaupt nicht damit gerechnet. Er hatte keinerlei Beschwerden. Im Gegenteil: Er hat uns alle noch angesteckt mit seiner Energie!" Doch sei dieser überraschende Tod zumindest für Jürgens wohl auch ein guter, denn so habe er "weder Leid noch Angst gespürt, über die er viel gesprochen hat, wenn es um das Thema Sterben ging. Er hat gesehen, wie sein Freund Harald Juhnke dement geworden ist. Das war furchtbar für ihn".

Udo, der Weltstar, und Udo, mein Vetter

Bockelmann hat zwei Menschen verloren: "Udo, den Weltstar und Udo, meinen Vetter, den ich seit meiner Kindheit kenne. Er hat mich mein Leben lang beschäftigt, wie die ganze Familie Bockelmann. In der gibt es viele illustre Figuren, aber keiner war ein Weltstar so wie Udo", sagt der 74-jährige Filmemacher und Journalist.

Sie waren sich immer nahe. Bockelmann hat zwei Filme über ihn gemacht, und er habe Jürgens unter anderem bei der Entstehung von dessen autobiografischem Roman "Der Mann mit dem Fagott" unterstützt. Um die nötigen "Brücken zur Familie" zu bauen und um bei der Recherche zu helfen, sagt Bockelmann. Das war "sehr anstrengend." Seit längerer Zeit schon arbeitet er selbst an einem Buch über seinen berühmten Cousin. "Udo Jürgens, der Mann, der mir das Schwimmen beibrachte" soll es heißen und den Star und den Privatmenschen wieder zusammenbringen. "Eigentlich sollte es eine Auseinandersetzung mit Udo werden. Aber das fällt jetzt flach. Er ist tot." Im Frühjahr hofft er, mit dem Buch fertig zu sein.

Großer Familiensinn, aber keine Zeit

Immer wieder stürmen Erinnerungen auf Bockelmann ein, der in Hessen lebt und gerade in Trauer, Kondolenzen, Familienangelegenheiten und Medienanfragen versinkt. Udo Jürgens habe großen Familiensinn gehabt, nur viel zu wenig Zeit, sagt er. "Rund um Udo existiert ein Markt, den sich ein Normalsterblicher gar nicht vorstellen kann."

Er hoffe, dass die Medien den Wunsch der Familie nach einem Begräbnis im kleinen Kreis respektieren werden. Wo Jürgens bestattet werde, sei noch nicht klar. "Es gibt mehrere mögliche Orte."

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