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Was macht eigentlich ...: ... Adolf Herbst?

Der Elektromechaniker gehörte zu den elf Männern, die 1963 durch das "Wunder von Lengede" aus dem gefluteten Bergwerk gerettet wurden. Der 7. November ist sein zweiter Geburtstag.

Warum waren Sie damals überhaupt unter Tage?

Als Starkstrommonteur sollte ich eine Pumpenanlage installieren. Der 24. Oktober war ein Donnerstag. Um 14 Uhr war ich fertig. Aber ich hatte eine Extraschicht drangehängt, weil ich Freitag nicht arbeiten wollte, um meine Verlobung vorzubereiten. Die war für den Samstag geplant.

Dann kam alles anders.

Um 19.30 Uhr wollte ich Feierabend machen, war müde und kaputt. Auf einmal hörte ich ein Geräusch über mir, das immer lauter wurde.

Der Klärteich war eingebrochen.

Das wusste ich ja nicht. Ich lief Richtung Ausgang, als mehrere Männer "weg, weg, weg" riefen. Wir versuchten, auf Transportbändern nach oben zu gelangen, aber das Wasser kam uns entgegen. Wir sind dann in einen Seitenstollen geflüchtet, auch dort stieg das Wasser. Ich holte Zigaretten raus, sagte: "Jungs, jetzt rauchen wir noch eine, und das war's dann." Einer der Kumpel kam auf die Idee, in den Stollen "Alter Mann" zu kriechen. Am Anfang waren wir noch 21. Herabfallendes Gestein hat dann einige von uns erschlagen oder zerquetscht. Sie trieben im Wasser.

Wie haben Sie überlebt?

Ich habe Wasser aus dem See getrunken, in dem die Leichen trieben. Die anderen haben gewartet, ob mir das Wasser bekommt, haben erst dann getrunken. Auch mir fiel ein großer Stein auf den Kopf, meine Füße waren eingequetscht. Einer sagte: "Der Lange ist jetzt auch kaputt."

Haben Sie die Suche mitbekommen?

Wir haben Bohrung gehört. Als wir mal merkten, dass der Bohrer stoppte, wurden wir hysterisch. Dann brachen Staub und Wasser auf uns ein. Kumpel Bernhard Wolter tastete die Decke ab, stieß auf ein Rohr und haute mit einem Taschenmesser dagegen. Plötzlich wurde das Rohr wieder hochgezogen. Wir haben geschrien vor Angst. Aber ein paar Minuten später ließen sie eine Taschenlampe nach unten. Zufall, dass sie uns gefunden hatten. Denn durch die Abbrüche verschob sich unser Hohlraum ständig.

Bis zur Rettung dauerte es noch vier Tage.

Eine Ewigkeit! In der Zwischenzeit sprach der damalige Bundeskanzler Ludwig Erhard zu uns durch ein Mikrofon. Wir dachten, wir werden veräppelt. Wir wussten ja nicht, dass fast die ganze Welt an unserem Schicksal teilnahm.

Wie ging es nach der Rettung weiter?

Ich lag sechs Wochen im Krankenhaus. Danach habe ich mich sofort verlobt.

Und, sind Sie wieder ganz gesund geworden?

Von der Nässe und Kälte sind meine Füße kaputt. Ich trage Stützstrümpfe. Aber der 7. November bleibt für immer mein zweiter Geburtstag. So bin ich halt erst 45.

Haben Sie noch Kontakt zu den anderen Männern?

Ich glaube, es leben nur noch Johannes Sitter und Siegfried Ebeling. Ebeling habe ich grad im Rathaus in Lengede gesehen. Aber der Kontakt hielt sich in Grenzen. Ich war ja der Einzige, der nicht Bergmann war.

Denken Sie oft zurück?

Die Erfahrung prägt einen fürs Leben. Ich kann zum Beispiel kein Essen wegwerfen. Manchmal schaue ich mir die alten Zeitungsartikel an, fahre zur Gedenkstätte.

Was machen Sie sonst noch?

Ich kümmere mich um Haus und Garten, bearbeite meine Urlaubsfilme und Fotos. Ich verreise gern, war sogar einmal vier Wochen lang in Australien. Ein Traum! Und ich bin in der Bürgergemeinschaft Wülferode aktiv. Wir kümmern uns gerade darum, dass wir einen öffentlichen Backofen einrichten können, in dem wir bei Festen für alle Brot backen. Sie wissen doch: Rentner sind immer beschäftigt!

Interview: André Groenewoud / print
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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(