HOME

Was macht eigentlich ...: ... Laurence Tureaud?

Aus ärmlichsten Verhältnissen stammend, brachte es Mr. T. zu Kino-Ehren. Durch seine Rolle als B. A. Baracus in der US-Fernsehserie "A-Team" wurde er schließlich weltweit bekannt.

Bei Ihnen wurde Mitte der 90er Jahre Lymphknotenkrebs diagnostiziert. Wie geht es Ihnen heute?

Sehr gut. Mein Kampf gegen die Krankheit hat mehr als sechs Jahre gedauert, es war eine sehr harte Zeit, aber aufzugeben kam mir nie in den Sinn. Diese Botschaft will ich jetzt mit einem Buch unters Volk bringen. Es lohnt sich zu kämpfen, selbst wenn eine Situation ausweglos erscheint. Heute fühle ich mich physisch und psychisch wesentlich stärker als vor dem Krebs.

Sie waren Bodyguard, Wrestler, Schauspieler. Welche Berufsbezeichnung trifft's heute?

Sie vergessen Buchautor, Moderator, Model, um nur einige zu nennen. Ich probiere immer gern neue Dinge aus und möchte viel Gutes tun im Leben. Deshalb nennen Sie mich einfach einen guten Christen.

Fanden Sie durch die Krankheit zu Gott?

Das Krebsleiden hat meine Beziehung zu Gott intensiviert, ich wurde schon als Kind sehr christlich erzogen. Ich bin im Ghetto von Chicago aufgewachsen, mit elf Geschwistern. Das Essen war immer knapp. Aber unsere Mama hat aufgepasst, dass wir nicht auf die schiefe Bahn gerieten. Da ich auch nicht im Gefängnis landen wollte, fing ich an, mir Muskeln anzutrainieren, damit man mehr Respekt vor mir hat. Das hat mich weit gebracht. Nun möchte ich anderen helfen, ihren Weg zu finden.

Mit Hilfe von Gott?

Ich gehe regelmäßig in die Midnight Mission, ein Obdachlosenheim in Los Angeles, verteile dort Nahrung und Kleidung. Ich spreche den Menschen Mut zu und bete mit ihnen. Mr. T. ist ein guter Mensch.

Wie sind Sie eigentlich zu dem Künstlernamen gekommen?

Den habe ich mir 1980 verpasst. Mein Vater, mein Onkel und meine Brüder sind alle sehr ehrenwerte Männer, trotzdem wurden sie immer nur mit "boy" angesprochen. Mit meinem Künstlernamen habe ich fortan alle gezwungen, "Mister" zu mir zu sagen.

Die Irokesen-Frisur ist Ihr Markenzeichen geblieben. Was wurde aus den übergroßen Goldketten und dem restlichen Schmuck?

Die Frisur ist eine Hommage an die stolzen afrikanischen Mandinka-Kämpfer, ich trage sie noch immer zu Ehren meiner afrikanischen Wurzeln. Mich über und über mit Gold zu behängen habe ich allerdings nach dem vernichtenden Hurrikan "Katrina" bleiben lassen. So viele Menschen haben ihr Hab und Gut verloren. Einige sogar ihr Leben. Damals sagte ich mir: Schmuck im Wert von bis zu 300.000 Dollar am Körper zu tragen ist eine Beleidigung dieser Menschen und Gott gegenüber.

Das "A-Team" läuft noch immer im deutschen Fernsehen. Welche Erinnerungen verbinden Sie mit der Serie?

Überwiegend positive. Wir hatten in den vier Jahren eine Menge Spaß, selten habe ich so oft und so viel gelacht. Ich glaube, die Serie war auch deshalb so beliebt, weil die Zuschauer spürten, dass die Chemie zwischen uns Darstellern stimmte.

Haben Sie Kontakt zu Ihren alten Kollegen ?

Ja, Dwight Schultz und Dirk Benedict laufe ich ab und zu noch mal über den Weg. Für die britische Serie "Most Haunted", in der paranormale Ereignisse ergründet werden, haben wir kürzlich gemeinsam versucht, Kontakt zu unserem 1994 verstorbenen Kollegen George Peppard aufzunehmen. Ich darf aber noch nicht verraten, ob es geklappt hat.

Es gibt Pläne für einen "A-Team"-Kinofilm. Sind Sie dabei?

Mir wurde lediglich ein Gastauftritt angeboten, den ich dankend abgelehnt habe. Ich habe den Produzenten gesagt: "Wollt ihr mich verarschen? Entweder spiele ich B. A. Baracus - oder niemanden!" Ich bin das Original, es gibt keinen zweiten Baracus.

Interview: Andreas Renner

print