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WAS MACHT EIGENTLICH...: Divine Brown

Die Prostituierte avancierte 1995 zur berühmtesten Vertreterin ihres Gewerbes, nachdem sie in L.A. bei einem Oral-Quickie mit Kinostar Hugh Grant im Auto erwischt wurde.

Die Prostituierte avancierte 1995 zur berühmtesten Vertreterin ihres Gewerbes, nachdem sie in L.A. bei einem Oral-Quickie mit Kinostar Hugh Grant im Auto erwischt wurde.

Zur Person:

Divine Brown, 30, die bürgerlich Maria Estella Thompson heißt, lebt heute mit ihrem 15-jährigen Sohn und ihren beiden Töchtern, zwölf und elf, im kalifornischen Oakland. Vor vier Jahren zog sie sich nach einem Abstecher ins Pornofilmgeschäft daraus wieder zurück und arbeitet seither weiter als Prostituierte. Für ihre spektakuläre, 60 Dollar teure Dienstleistung an Grant verbrachte sie sechs Monate im Knast - der englische Schauspieler (»Vier Hochzeiten und ein Todesfall«) kam mit einer Geldstrafe davon.

Kommen wir kurz zurück auf jene legendäre Nacht ...

... in der ich merkte, dass Träume wahr werden können. Ich wollte unbedingt raus aus dem Geschäft und betete zu Gott, dass er mich erhört. Dann kam dieser BMW den Sunset Boulevard runtergefahren und hielt vor mir an. Erst befürchtete ich, der Typ im Auto wäre ein Polizist, und ging weiter, aber er rief: »Hey, du!« Ich ging schließlich zu ihm und dachte, der sieht ja gut aus, seinen Akzent mochte ich auch. Also stieg ich ein und er sagte, sein Name sei ...

Hugh Grant?

Nein, Larry. Ich habe ihn nicht erkannt. Er schien fasziniert von meinen Lippen und meinen Füßen. Er fragte mich, was ein so schönes Mädchen wie ich auf der Straße zu suchen hätte. Dann ging?s los. Das Ganze dauerte ungefähr 20 Minuten. Plötzlich klopfte ein Polizist ans Fenster. In dem Moment sagte Hugh, dass wir besser verschwinden sollten. Als der Officer noch mal klopfte, sah ich zu Hugh hoch und dachte: »Oh, mein Gott!« Da saßen wir schön in der Scheiße.

Wie viel Geld haben Sie mit diesen 20 Minuten insgesamt eigentlich verdient?

Über eine Million Dollar. Das Geld kam von überall, es floss einfach rein. Manchmal hatte ich an einem Tag Schecks im Wert von über 250.000 Dollar in der Post. Honorare für Interviews, Fernsehauftritte und Modeljobs. Und Männer. Einige berühmte Sportler zahlten bis zu 20.000 Dollar für ein Wochenende mit mir. Das Unglaublichste war eine Modenschau für Yves Saint Laurent in Paris, wo ich mit meinem Idol Naomi Campbell auf dem Catwalk laufen durfte. Ich bin viel gereist: Russland, Frankreich, Deutschland - und logierte in den besten Hotels.

Was haben Sie mit dem Geld gemacht?

Schlecht investiert und den falschen Leuten anvertraut. Alle wollten plötzlich was von mir, so genannte enge Freunde und vor allem mein Manager. Er hat mich und meine Kinder bestohlen - mir ist nichts geblieben. Und ich hatte ihm noch zwei Rolls- Royce und einen Straßenkreuzer gekauft! Als ich ihn verlassen wollte, schlug er die Scheiben meines Auto ein. Heute habe ich keinen Kontakt mehr zu ihm.

Warum haben Sie so einem Typen vertraut?

Ich dachte, er wäre mein Liebhaber und mein bester Freund, dabei war er die ganze Zeit nicht mehr als ein gemeiner Dieb. Seinetwegen hätte ich fast auch noch mein Haus verloren. Ich musste es meinen Großeltern verkaufen, damit ich weiter drin wohnen konnte.

Was passierte, als das Geld weg war?

Ich bekam Depressionen. Gerade eben war ich noch erster Klasse zu Talkshows um die halbe Welt geflogen, und plötzlich stand ich vor dem Nichts. Liebe macht blind - diese Lektion habe ich gelernt. Aber ich bin eine Kämpfernatur. Schließlich muss ich meine Kinder ernähren - und wenn ich dafür wieder anschaffe. Ich weiß, dass ich die Beste in dem Geschäft bin, und diesmal spiele ich nach meinen Regeln. Ich verlange jetzt mehr und achte besser auf mein Geld.

Was würden Sie zu Hugh Grant sagen, wenn Sie ihn träfen?

Einfach: »Hey, wie geht's?« Ich hab ihn nicht mehr gesehen, seit wir festgenommen wurden. Bestimmte Blätter wollten mich tatsächlich dazu überreden, ihm einen Überraschungsbesuch auf einem Filmset abzustatten. Aber ich möchte ihm weitere Peinlichkeiten ersparen. Ich wäre jedenfalls für ihn da, falls er sich nach der Trennung von seiner Freundin jemals einsam fühlen sollte. Eins sollte er allerdings wissen: Mein Kurs liegt jetzt bei 1.500 Dollar.

Interview: Dominique Day