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Was macht eigentlich...: Larry Hagman

Lary Hagman, 70, lebt mit seiner schwedischen Frau Maj Axelsson in seinem Haus in Santa Monica. Der Schauspieler startete seine Karriere in den späten vierziger Jahren beim Theater.

Zur Person:

Larry Hagman, 70, lebt mit seiner schwedischen Frau Maj Axelsson in seinem Haus in Santa Monica. Der Schauspieler startete seine Karriere in den späten vierziger Jahren beim Theater und arbeitete anschließend viel fürs Fernsehen, wo er mit der Serie »Bezaubernde Jeannie« (1965-1970) seinen Durchbruch hatte. Ab 1978 spielte Hagman dann in 356 »Dallas«-Folgen den intriganten J. R. Ewing. Im Kino war er zuletzt in »Nixon« (1995) und »Mit aller Macht« (1998) zu sehen.

Sie haben vor kurzem Ihre Biografie veröffentlicht - wieso gerade jetzt?

Ich habe mich zu Tode gelangweilt und wollte irgendwas tun. Also habe ich mich mit meinem Koautor Todd Gold hingesetzt und seine Fragen beantwortet. Meine Frau war dabei für die Fakten zuständig, ich in meiner verschwommenen Erinnerung für die Anekdoten.

In dem Buch kommt natürlich auch Ihre »Dallas«-Zeit vor.

Ja, und ich habe damals jeden Moment genossen. Ich hätte niemals gedacht, dass die Serie so ein Erfolg wird - zwölf Jahre Laufzeit und jede Woche 380 Millionen Zuschauer. Eine berauschende Zeit! Linda Gray und ich waren Königin und König des Fernsehens.

Wurden aber nicht fürstlich bezahlt, was zum Streit mit den Produzenten führte.

Mein Vertrag schien mir nicht mehr angemessen, als die Serie im zweiten und dritten Jahr so erfolgreich wurde. Ich wollte meinen Anteil vom Ganzen, was meiner Ansicht nach nur fair war. Die Produzenten hatten sich nicht für eine Erhöhung der Gagen eingesetzt, und so habe ich die Dinge selbst in die Hand genommen. Als ich ihnen mit meinem Ausstieg drohte, lenkten sie ein. Wir machten elf weitere Jahre, und jeder hat gut verdient.

Wie kamen Sie mit Ihren Kollegen aus?

Wir standen uns alle sehr nahe, schließlich haben wir mehr Zeit miteinander verbracht als mit unseren Familien. Besonders zu Linda hatte ich ein enges Verhältnis. Meine Frau nannte sie Gattin, und die beiden bezeichneten sich gegenseitig als Gattinnen. Meine Frau sagte, man braucht auch zwei, um mit mir klarzukommen. Kürzlich spielte Linda im Londoner West End auf der Bühne in »Die Reifeprüfung«, und ich sah sie das erste Mal fast splitternackt. Wunderbar! Sie sah fantastisch aus! Eine 59-jährige Frau mit dem Körper einer 35-Jährigen.

Nach »Dallas« spielten Sie in Deutschland in dem Theaterstück »Love Letters« - vor leeren Rängen.

Eine demütigende Erfahrung. Und eine Lehrstunde. Als Star der größten TV-Serie der Welt in zum Teil noch nicht mal halb vollen Sälen zu spielen war... interessant.

Und von diesem Zeitpunkt an wollten Sie nie wieder nach Deutschland.

Nein, nein, ich liebe Deutschland. Meine Frau und ich verbrachten dort unsere Flitterwochen. Ich fühle mich in Deutschland zu Hause. Mir gefällt, dass jeder hart arbeitet und eine gute Arbeitsauffassung hat.

Sie haben viel getrunken und eine Lebertransplantation gehabt. War das eine traumatische Erfahrung?

Als ich erfuhr, dass ich eine neue Leber brauchte, dachte ich: Okay, ich hatte 65 wunderbare Jahre, ein tolles Leben, und ich möchte nicht wie ein Krüppel leben. Doch ich bekam eine neue Leber. Auch eine interessante Erfahrung. Ich habe einen Blick auf die andere Seite riskiert, ein anderes Existenzlevel.

Kriegen Sie noch viele Drehbücher?

Ungefähr 30 pro Jahr. Einige mochte ich sogar, aber die spielten an Orten, wo ich nicht drehen wollte. Jedes Mal wenn ich ein Skript aufschlage und da steht: »Unser Held schlägt sich durch die Sümpfe von Louisiana«, sage ich: Vergiss es. Besser wäre: »Unser Held öffnet die Tür seines Cadillac mit Aircondition und geht, seine Geliebte im Arm, in sein Hotel mit Klimaanlage.« Aber wenn ich ein Angebot bekomme, den Weihnachtsmann oder Gott zu spielen, mache ich das bestimmt.

Interview: Dominique Day

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